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Das Echo der Sommer
Roman | Über die Lebenswelten der Sámi ‒ von der neuen starken Stimme aus Skandinavien
von Elin Anna Labba
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Erscheinungstermin 23.04.2025 | Archivierungsdatum 22.06.2025
Zum Inhalt
Vor einem Panorama überwältigender Natur – drei unnachgiebige Frauen einer sámischen Familie kämpfen um ihre Heimat
Jedes Jahr im Frühling kehren sie nach dem Winter in ihr »Sommerland« am See im Nordwesten Schwedens zurück. Doch in diesem Frühjahr ist alles anders: Als die dreizehnjährige Iŋgá mit den Rentieren, Mutter und Tante das Tal erreicht, ist ihr Dorf versunken. Birken, Hütten, das Hab und Gut der Familie und vor allem das Grab des Vaters – alles unter Wasser, rücksichtslos geopfert für die Wasserkraftproduktion und den Profit der Städte im Süden. Es beginnt ein jahrzehntelanger Kampf gegen die Mächtigen des Landes, der nicht nur die drei Frauen, sondern das ganze sámische Dorf vor eine Zerreißprobe stellt.
Elin Anna Labba erzählt die weitgehend unbekannte Geschichte ihrer Gemeinschaft und schafft ein unvergessliches Zeugnis für das Recht auf Selbstbestimmung und die tiefe Verbundenheit von Mensch und Natur. Ein hochaktueller Roman von ungeheuer erzählerischer Kraft.
Vor einem Panorama überwältigender Natur – drei unnachgiebige Frauen einer sámischen Familie kämpfen um ihre Heimat
Jedes Jahr im Frühling kehren sie nach dem Winter in ihr »Sommerland« am See im...
Verfügbare Ausgaben
AUSGABE | Anderes Format |
ISBN | 9783103976779 |
PREIS | 24,00 € (EUR) |
SEITEN | 464 |
Auf NetGalley verfügbar
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
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Seit ich letztes Jahr von Ann-Helen Laestadius „Zeiten im Sommerlicht“ gelesen habe, interessiere ich mich für die Geschichte der Samen. Diese wurden über Jahrhunderte systematisch diskriminiert, und die Samen kämpfen zum Teil bis heute um Anerkennung und den Erhalt ihres Lebensraumes.
„Das Echo der Sommer“ thematisiert die rücksichtslose Flutung samischer Dörfer in Schweden, um den steigenden Energiebedarf des Landes durch Wasserkraft zu decken. Immer wieder werden zwischen 1923 und 1972 Staudämme errichtet und erhöht. Die Auswirkungen auf die Samen sind massiv: Weidegrund für die Rentiere verschwindet, der Fischfang als Lebensgrundlage gerät in Gefahr, da sich die Gewässer verändern, und die Dörfer mit den traditionellen Koten versinken im gestauten Wasser. Entschädigungen gibt es keine bzw. erst ab 1972, und diese sind minimal.
Bei der Lektüre dieses Buches bin ich durch ein Wechselbad der Gefühle gegangen. Es hat mich richtig wütend gemacht zu lesen, wie herablassend und respektlos die Samen behandelt wurden. Entscheidungen würden über ihre Köpfe getroffen, und sie hatten (als gesamtes Dorf) sogar einen gesetzlichen Vormund, der ihre Interessen „vertrat“. Jeglicher Fortschritt wurde ihnen verwehrt, insbesondere auch der Anschluss an das Elektrizitätsnetz, für das sie so viel opfern mussten. Auch wurde ihnen untersagt, in rechteckigen Häusern zu wohnen, sogar Fenster waren verboten. Das ist aus heutiger Sicht unfassbar, massiv diskriminierend und widerspricht jeglichem Gerechtigkeitsempfinden.
Gleichzeitig war ich sprachlos, wie gelassen und geradezu demütig die Samen diese Behandlung hinnahmen und als gottgegeben akzeptierten. Wer protestierte und sich zur Wehr setzte, wurde zum Außenseiter bzw. zur Außenseiterin in der Gemeinschaft. Es fiel mir daher schwer, mich in die Protagonistinnen hineinzuversetzen, da mir diese Ergebenheit völlig fremd ist. Gerade Inga, die junge Tochter, hätte ich manchmal am liebsten wachgerüttelt: Wo bleibt ihr Kampfgeist? Was ist mit ihrer Lebensplanung? Warum organisiert man sich nicht strategisch über die Dörfer hinweg zu einem großen konzertierten Protest, macht international auf sich aufmerksam? (Zumindest in den späteren Jahren, bei den Flutungen in den 1940ern war durch den Zweiten Weltkrieg der Fokus der Allgemeinheit auf den Krieg gerichtet). Aber vermutlich ist meine Denkweise viel zu modern geprägt und setzt auch ein gewisses Maß an Bildung und Rechtswissen voraus, das den Samen ebenfalls verwehrt wurde. Der innere Widerstand ihrer Mutter Ravdna war für mich viel besser verständlich, aber auch bei ihr habe ich einen echten Plan, eine Strategie, vermisst.
Elin Anna Labba schreibt in einer sehr poetischen Sprache, Schilderungen der Natur nehmen großen Raum ein und in jedem Satz ist die tiefe Verbundenheit zwischen den Samen und der Natur, ihrer Demut gegenüber der Schöpfung spürbar. Ich muss gestehen, dass mir das manchmal zu viel wurde und ich lieber in einer etwas nüchterneren Sprache mehr über die Flutungen, die weiteren Lebensumstände und die rechtliche Situation der Samen in Schweden erfahren hätte. Das Buch fokussiert vor allem auf die Wahrnehmungen und Empfindungen von Ravdna und Inga, selbst ihr Alltag als Samen bleibt relativ vage.
Der Text ist immer wieder durchsetzt von samischen Sätzen und Begriffen. Hier hätte ich mir ein Glossar am Ende des Buches mit Erklärungen gewünscht.
Fazit: Ein sehr aufwühlendes Buch, das die Diskriminierung der Samen im 20. Jahrhundert thematisiert und den Samen eine Stimme gibt. Insbesondere für alle, die ein Faible für poetische Sprache haben, ein sehr lesenswertes Buch.
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Indigene Völker haben es schwer. Nicht nur in den USA. Auch die nordischen Länder gehen nicht gerade behutsam mit ihren Vorfahren um. Hier sind es Samen, die gegen Politik und Wirtschaft zu kämpfen haben. Immer wieder müssen sie das Fluten ihrer Dörfer erdulden. Dabei haben sie sich Hütten gebaut und leben gut vom Fischfang und ihren Rentieren. Es gibt etliche Leute, die ihre Hütten als primitiv und kaum bewohnbar ansehen. Aber Inga und ihre Lieben empfinden das ganz anders. #DasEchoderSommer gibt ihnen eine Stimme.
Was mag in den Köpfen der Menschen vorgehen, die seit Jahrhunderten in einem Land leben? Dieses als ihr Zuhause ansehen und plötzlich geradezu überfallen werden? Wenn Leute zu ihnen kommen und behaupten, dass sie es nur gut mit ihnen meinen? Dass sie ihnen Fortschritt bringen und den Verlust ihrer Heimat mit Geld ausgleichen möchten? Nein, diese Männer und Frauen hatten keine Lobby. Sie mussten der Macht, die leider immer auch mit Geld in Verbindung gebracht wird, weichen.
Das Buch ist keine leichte Lektüre, die ich innerhalb weniger Stunden „verschlungen“ habe. Zu ernst ist das Thema und das Schicksal der Samen berührte mich sehr. Immer wieder fragte ich mich, welches Recht sich diese Architekten der Industrialisierung herausnahmen. Sie sahen die Samen als einfältig an und gönnten ihnen noch nicht einmal ein Haus aus Stein. Warum nicht? Keiner weiß es. Für diesen Roman gebe ich eine Leseempfehlung und das ohne Abstriche. #NetGalleyDE
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Erstmal zum Cover. Das ist richtig klasse. Dir Birkenstämme mit dem fallenden Laub vor blauem Hintergrund ist schon sehr schick und stimmt auch gut auf die Geschichte ein.
Es erzählt die Geschichten der Sámi und ihren Kampf um ihr Überleben. Wir begleiten Inga, ihre Mutter Rávdná und deren Schwester Anne über mehrere Jahrzehnte und erleben mit, wie ihre Koten immer wieder geflutet werden, weil der Staudamm immer wieder erhöht wird, um mehr Wasserkraft zu produzieren. Aber Rávdná ist eine Kämpferin und sieht nicht ein, warum sie auf ihr Land verzichten soll. Die Regierung ist allerdings der Meinung, dass das Land gar nicht den Sámi gehört.
Allein schon der Schriftverkehr, den es hauptsächlich in einseitiger Richtung gibt, ist äußerst fragwürdig. Dort wird den Sámi zum Beispiel abgesprochen, ein Haus zu bauen und sich um dieses auch zu kümmern. Zumal davon ausgegangen wird, dass die Lappen nicht dazu geschaffen sind, sesshaft zu werden.
Aber Ingas Mutter gibt nicht auf und kämpft weiter. Irgendwann erhält sie auch die Unterstützung ihrer Landsleute und schafft es tatsächlich, sich ein wenig aufzulehnen, meist dadurch, dass sie die Schreiben ignoriert.
Auch wenn die Verbindung zwischen Inga und ihrer Mutter nicht so tief zu sein scheint, so sind sie sich doch darin einig, dass sie ein selbstbestimmtes Leben führen wollen.
Es ist wieder einmal der Beweis, dass es doch in jedem Land, in dem es Naturvölker gibt, der Regierung nicht nötig scheint, sich für diese einzusetzen oder ihnen auch nur zuzuhören. Eigentlich ziemlich doof, denn von diesen Völkern könnten wir ja tatsächlich etwas lernen und hätten somit vielleicht die passenderen Ideen, wie wir wieder im Einklang mit Mutter Natur leben könnten.
Traurig, dass es heutzutage nur noch um Profit geht und die Stimmen derer, die noch wissen, wie es besser geht, langsam verstummen.
Fazit:
Es hat mich tief bewegt, zu sehen, dass es auch in den nordischen Ländern nicht besser zugeht, als anderswo. Und das wir bisher die Volksgruppe der Sámi gar nicht auf dem Schirm hatten. Endlich erhalten sie auch eine Stimme.
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Kein einfacher Roman. Sehr wortgewaltig... sehr imposant im Geschehen.
Kaum hatte uch mit dem Lesen des Buches beginnen wollte ich nicht mehr aufhören. Die Thematik war ehrlich gesagt gar nicht so meins. Jedoch konnte mich der Schreibstil von sich überzeugen und derart Fesseln, dass ich das Buch ziemlich schnell durchgesuchtet hatte.
Klare Kauf- und Leseempfehlung von meiner Seite aus.