Bis die Sonne scheint

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Erscheinungstermin 26.02.2025 | Archivierungsdatum 28.03.2025

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Zum Inhalt

Es ist das Jahr 1983. Daniel steht kurz vor seiner Konfirmation und träumt von blauem Samtsakko und grauer Flanellhose. Doch seit er die Eltern belauscht hat, schwant ihm, dass daraus nichts wird. Hormanns sind pleite und wissen nicht mehr, wie sie die sechsköpfige Familie über die Runden bringen sollen. So erfinderisch die Eltern auch sind, eines können sie nicht: mit Geld umgehen. Was sie dagegen beherrschen: den Schein wahren, selbst als der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht.

Es ist das Jahr 1983. Daniel steht kurz vor seiner Konfirmation und träumt von blauem Samtsakko und grauer Flanellhose. Doch seit er die Eltern belauscht hat, schwant ihm, dass daraus nichts wird...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783257073317
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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Inhalt siehe Klappentext.
Ich kannte den Autor Christian Schünemann bisher nicht; die Inhaltsangabe hat mich neugierig gemacht, nachdem mir der lässige Typ, der am braunen Auto lehnt, auf dem sonst, typisch Diogenes-Verlag, weißen Titelbild aufgefallen ist.
Erzählt wird aus Sicht von Daniel, der 1983 vierzehn Jahre alt ist und sich auf seine Konfirmation und den Frankreich-Schüleraustausch freut. Er und seine 3 Geschwister sind ein sorgloses Leben gewohnt, wissen nicht, wie der Kontostand der Eltern aussieht. Über Geld redet man natürlich nicht mit Kindern (das war in meiner Kindheit und Jugend auch so - wir informieren unsere Kinder zumindest grob) und nach außen muss der Schein gewahrt werden. Typische Dinge aus den 80ern fallen dem Leser ins Auge, wenn man selbst in dieser Zeit aufgewachsen ist, angefangen bei Dosenwurst, RAF-Plakaten in der Postfiliale, Maggi beim Krämer über beigefarbene Autos, Flokatiteppiche, etc. Die „drei Stufen runter zum Kaminzimmer“ kenne ich aus meiner Kindheit, das war auch etwas tiefer gebaut als das Wohnzimmer.
Im Laufe der Geschichte erfährt man aus der Vergangenheit von Vater Siegfried, Mutter Marlene, Oma Henriette und Oma Lydia, was der Krieg mit ihnen allen gemacht hat, wie die Eltern zusammenkamen und wie der Traum vom Eigenheim wahr wurde - und später platzte. Es ist erstaunlich, wie normal die Eltern weiterleben, als sei nichts passiert, als stünden sie nicht am Rande ihrer Existenz. Verdrängen funktioniert hier recht gut, mir tun die Kinder leid, die nicht über ihre Verhältnisse gelebt haben, die keine falschen (oder nicht die besten) Entscheidungen getroffen haben, die einfach mitgezogen wurden. Nicht besonders hilfreich waren die Zinssätze, die damals in die Höhe stiegen, aber wer konnte das wissen? Man merkt aber auch, dass sich an jeden Strohhalm, der sich bietet, geklammert wird, egal, der wievielte Versuch es ist, endlich wieder Fuß zu fassen, auch wenn es erneut schiefgehen kann. Durchhalten können Siegfried und Marlene, das ist klar, aber zu welchem Preis?
Christian Schünemanns Roman lässt sich sehr flüssig lesen, vielleicht findet man sich an manchen Stellen selbst wieder. Das Nachwort hilft sehr, das Gelesene Revue passieren zu lassen, man versteht die Geschichte der „Hormanns“ danach noch besser. Mir hat das Buch, das nur 256 Seiten hat, die es aber in sich haben, gut gefallen, es regt zum Nachdenken an und zeigt, wie vergänglich Geld ist und was man wirklich braucht, um glücklich zu sein - und sei es der Sonnenschein. 5 Sterne und Leseempfehlung gibt es von mir - und Zoes Mixtape war das Highlight zum Schluss.

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Familiengeschichte

Christian Schünemann merkt nach dem Tod seiner Mutter, das die Wahrnehmungen der Erinnerung bei jedem verschieden ist. Aus Briefen der Mutter an ihre Schwester bemerkt er das zuerst.
In seinem Roman, Bis die Sonne scheint, schreibt er seine Familiengeschichte bis zu seinen Großeltern, allerdings mit fiktiven Namen.
Die Frauen in der Geschichte sind die stärkeren. Das mussten sie durch den Krieg und die Fluch auch sein.
Auch seine Mutter hat sich in verschiedenen Arbeiten versucht über Wasser zu halten. Er Vater ist Architekt und mach seiner misslungenen Selbständigkeit, nicht flexibel
Das Buch liest sich gut. Solche Familiengeschichten lese ich immer wieder gerne, ich kann es empfehlen.

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Dieser Titel hatte mich doch sehr überrascht. Vom Klappentext hatte ich eher nur einen sehr witzigen Roman erwartet, was er auch zur Hälfte war. Diese Eltern, die mit vollen Händen Geld ausgeben, was eigentlich nicht da ist. Wie die ganze Familie es schafft, den Schein zu wahren. Dies hatte definitiv eine Situationskomik!
Parallel wird der Leser weit zurück in die Familiengeschichte entführt und bietet hier Erklärungsansätze an, wo die Ursache für das Verhalten der Hormanns liegt. Insgesamt hat mich der Roman vom Konzept her gut angesprochen. Leicht zu lesen und trotzdem etwas zum Nachdenken.

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Christian Schünemann gelingt als Ich-Erzähler eine wunderbare und unterhaltsame Zeitreise in die frühen 80er-Jahre des 20. Jahrhunderts. Durch sein Aufarbeiten seiner Familiengeschichte reicht die Reise von der Kaiserzeit bis zur Gegenwart. Die privaten, alltäglichen Begebenheiten werden so auch vor einen geschichtlichen Hintergrund gestellt.
Alles in allem ein vergnüglicher Unterhaltungsroman, der auch die Lust bzw. die Neugier wecken kann, die eigene Familiengeschichte und Familengeschichten unter die Lupe zu nehmen bzw. aufzuspeüren und festzuhalten..

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Realitätsnah und glaubwürdig;
Das Buch spielt mit der Haupthandlung im Jahr 1983 und wird aus der Perspektive des 14jährigen Daniel geschildert. Ich fand die Lebenswelt eines Teenagers in den 1980er Jahren hervorragend getroffen und viele kleine Details haben meine Erinnerung getriggert. Das Ganze war gut dosiert, nicht zu viel und war ganz natürlich in der Erzählung platziert. Immer wieder gibt es Rückblenden zur Geschichte seiner Eltern und Großeltern, die die Charaktere und ihre Handlungen verständlich gemacht haben. Daniels Eltern, die ihre Finanzen nicht im Griff haben und ihre Situation gekonnt ignorieren, sind ein wiederkehrendes, dramatisches Motiv. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der damaligen Zeit wurden nachvollziehbar geschildert. Es gab einige Details zu den beruflichen Aktivitäten und Geschäften der Eltern, die mir einen Tick zu ausführlich waren. Davon abgesehen eine sehr realitätsgetreue Erzählung, die mich durch das interessante Nachwort des Autors auch persönlich betroffen gemacht hat. Von mir gibt es einen kleinen Abzug für die erwähnten Längen, also insgesamt 4,5 Sterne.

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Großartig! Das Buch ist eine Entdeckung, wenn man bisher nur die Frisörkrimis kennt. Eine berührende Geschichte, mal zum Lachen, mal zum Schlucken, Ich hab es sehr gern und in einem Zug durchgelesen. Absolute Empfehlung!

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Gut vorstellbar. Es macht Spaß die Zeitreise in die 80er anzutreten und der Anfang in dem erzählt wird, dass Helmut Kohl nun Bundeskanzler ist und dass das alles verschlechtern wird, ist toll im Hinblick auf die anstehenden Wahlen. Als ich das Buch durchgelesen hatte, kam ein wenig Enttäuschung auf, weil ich anschließend eigentlich genau da war, wo ich zu Beginn des Buches auch war. Die Figuren haben sich nicht verändert (haben nicht aus ihren Fehlern gelernt?).

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Eine Kindheit in den 80ern, ein liebevoller Blick auf die Eltern und Grosseltern auf der Suche nach dem Warum,
eine ganz normale deutsche Familiengeschichte, Flucht und Vertreibung, Nationalsozialismus als Mitläufer oder Täter, die Wirren den
Nachkriegszeit, Wiederaufbau, das kleine Leben und der Wunsch nach Grösserem. Toll !

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Auch wenn ich selbst gut zehn Jahre jünger bin als der Protagonist Daniel und mich nicht mehr aktiv an das Jahr 1983 erinnere, so habe ich doch vieles an diesem Roman aus meiner eigenen Kindheit wiedererkannt. Das Lebensgefühl der Eltern, die Erwartungshaltung der Großeltern, der unerschütterliche Glaube an eine bessere Zukunft, das Aufrechterhalten des Scheins nach außen um jeden Preis – überhaupt die strikte Trennung zwischen dem Außen und dem Innen. Mit der Geschichte von Daniel und dessen Familie erzählt Schünemann exemplarisch auch die Geschichte Wirtschaftswunderdeutschlands und der Rezessionen nach den Ölpreiskrisen.

Während des Lesens schüttelte ich immer wieder fassungslos den Kopf über das Verhalten von Daniels Eltern, die trotz Pleiten scheinbar ungerührt weiterhin ihren Lebensstil pflegen und den Ernst der Lage nicht zu begreifen scheinen. Dass sie mit Geld nicht umgehen können, ist offensichtlich, doch aus ihren Fehlern lernen sie nicht. Zuweilen dachte ich mir, so blauäugig könne doch niemand sein, und da hat der Autor aber ein bisschen übertrieben. Umso erstaunter war ich, als ich Nachwort las, dass Schünemanns Familiengeschichte (jedoch mit veränderten Namen) die Grundlage für diesen Roman bildete.

Ein sehr lesenswerter Roman, der die Atmosphäre der alten Bundesrepublik noch mal lebendig werden lässt.

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Die Geschichte einer Familie, die nie lernte, mit Geld umzugehen und sich der Realität zu stellen.
Daniel, der jugendliche Sohn der sechsköpfigen Familie, erzählt die Geschichte seiner Familie.
Obgleich bereits der Kuckuck an Fernseher und Klavier klebt und die Villa versteigert wird, beruhigen die Eltern die Kinder immer wieder, dass es weitergeht, schwelgen weiter in Konsum und verreisen. Daniel bemerkt zwar, dass etwas so ganz und gar nicht stimmt, vertraut aber seinen Eltern.
Ein Buch und eine Geschichte, die den Leser mit fiebern lässt und nachdenklich stimmt. Die Rückblicke in die Familienhistorie verdeutlichen die eigenen Gesetze, die in manchen Familien herrschen und der Ausgangspunkt für Probleme sind.
Kreativ und authentisch ist die Einführung in die Kapitel gelöst, die jeweils mit drei französischen Vokabeln beschrieben werden.

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„Bis die Sonne scheint“ ist Christian Schünemanns ganz persönliche Version seiner bewegten Familiengeschichte, die er aus Briefen seiner Mutter, lokalen Archiven und seiner eigenen Erinnerung rekonstruierte. Da Erinnerungen ja bekanntlich trügen, haben alle Charaktere neue Namen bekommen. Wir dürfen Daniel, dem jüngsten von vier Kindern, über die Schulter schauen und mit ihm die turbulente Zeit rund um seine Konfirmation miterleben, in der seine Familie plötzlich mit ihrer fehlende Existenzgrundlage konfrontiert wird. Doch Familie Hormann gibt nicht auf und findet kreative Wege, um nicht nur das beste aus der Situation zu machen, sondern die Situation als solche überhaupt gar nicht so sehr als Problem warzunehmen.
Das Buch liest sich ein bisschen wie im Zeitraffer. Wir rasen mit durch die besonderen Erlebnisse der Generationen - und Daniel beobachtet die Gegenwart, die um ihn herum geschieht, fast wie in einen Film, und wertet sie kaum. Dass jeweils drei von Daniels Französischvokabeln die Geschehenisse der Kapitel vorweg andeuten hat mir gut gefallen.
Wer gerne Familiengeschichten durch die Generationen liest oder mal einen optimistischeren Blick auf das, was manche vielleicht ‚Scheitern‘ nennen würden, gewinnen möchte, dem sei dieses Buch empfohlen.

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Nobel geht die Welt zugrunde

Die Hormanns leben nach dem Motto mehr Schein als Sein, sie ver(sch)wenden ihre Energie eher darauf, ihr bisheriges Leben weiterzuführen und sich irgendwie durchzuschlängeln, auch wenn die Geldquellen schon lange versiegt sind. Und wenn doch mal was eintrifft, wird es sofort wieder ausgegeben für Kuchenberge, für Restaurantbesuche und auch mal für einen Urlaub zwischendurch. Der Gerichtsvollzieher hat die amtlichen Pfandsiegel auf Fernseher, Klavier und auf alle sonstigen verwertbaren Gegenstände geklebt, was sie nicht anficht, da der Kuckuck eher dezent an einer nicht sofort sichtbaren Stelle klebt.

Alles beginnt damit, dass Daniel von einem blauen Samtsakko mit grauer Flanellhose träumt. Er will diese Kombination zu seiner Konfirmation tragen, was angesichts der finanziellen Misere seiner Eltern eher Utopie bleibt – wir schreiben das Jahr 1983.

Vater Siegfried, Mutter Marlene und ihre vier Kinder leben in einem Bungalow, den sie überwiegend in einer Zeit gebaut hatten, als sie beide noch in Lohn und Brot standen. Irgendwann dann macht Siegfried sich selbständig, was nicht die beste seiner Ideen war, denn von nun an gings bergab. Die beiden Omas – Henriette und Lydia – wissen nichts von der ständigen Geldknappheit, auch die Kinder sind nicht informiert, bekommen aber doch so einiges mit.

Christian Schünemann erzählt von der Familie und deren Mitglieder, wie sie heute leben und von den beiden Herkunftsfamilien. Mal ist er bei Marlene in jungen Jahren, sie ist als Buchhalterin tätig. Sie ist ein kluges Mädchen, das sich stetig weiterentwickelt. Auch von Siegfried erfahren wir so einiges, er hätte als Beamter Zeit seines Lebens ein sicheres Einkommen gehabt. Lydia etwa kommt in Oberschlesien zur Jahrhundertwende zur Welt, ihre Mutter verstirbt im Kindbett, Vater steht mit fünf Kindern alleine da. Ihr Weg wird wie auch der der anderen skizziert, man bekommt ein gutes Gespür für die einzelnen Personen.

Die Erzählung wechselt zwischen den Zeiten und den einzelnen Charakteren, was anfangs ein wenig irritierend war. Bald aber war ich mit diesen Zeitsprüngen vertraut und konnte die Eskapaden der Hörmanns so richtig genießen. Wenngleich ich ob ihrer Unbekümmertheit den Kopf geschüttelt habe, so war die Lektüre ein gar amüsantes Unterfangen. Wie kann man nur? Wie konnte es so weit kommen? Sowohl Siegfried als auch Marlene hatten einen guten Start, sie hatten ein sicheres Einkommen, von ihren Höhenflügen konnten sie jedoch nicht mehr lassen, ihre Ansprüche trotz Geldknappheit nicht mehr zurückfahren. Und so machen sie sich auf den Weg: „Wir fahren so lange, bis die Sonne scheint.“ Was solls – nobel geht die Welt zugrunde.

Das Nachwort verrät, dass der Autor durch seine Familiengeschichte zu diesem Buch inspiriert wurde - er vermittelt das Lebensgefühl dieser Jahre mit einer Leichtigkeit, die dem Thema die Schwere nimmt. Für mich ist es ein gelungenes Porträt einer Familie, das auch die Kriegs- und Nachkriegszeit nicht auslässt und das die Wohlstandsgesellschaft gut charakterisiert. Alles in allem eine rundum stimmige Geschichte, die mich schon auch nachdenklich zurücklässt, die mich aber dennoch bestens unterhalten hat.

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Der Titel hätte Potenzial gehabt. Allerdings zerfassert er sich im Laufe der Handlung und man kann nicht sagen, ist das ein Familienroman, eine Sozialstudie oder was ganz anderes.

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BIS DIE SONNE SCHEINT
Christian Schünemann
1983:
Daniel Hormann fühlt sich ungerecht behandelt: Seine Konfirmation steht bevor, doch ein passender Anzug fehlt ihm noch - dabei hatte er sich längst einen ausgesucht. Das festliche Essen im teuren Restaurant wurde gestrichen, die Gästeliste von seiner Mutter drastisch gekürzt, und er ahnt bereits, dass auch seine erhofften Konfirmationsgeschenke schrumpfen werden.
Bei seinen drei älteren Geschwistern spielte Geld damals keine Rolle. Man gab großzügig aus, denn Vaters Architekturbüro florierte und die Bauwirtschaft boomte. Doch nun scheint sich Vaters neueste Geschäftsidee - der Verkauf von Wasserfiltern - nicht auszuzahlen.
Vorübergehend müssen sie daher von dem Strickgeld leben, das die Mutter für jeden selbstgestrickten Pullover vom kleinen Wollladen erhält. Aber das ist natürlich nur eine Übergangsphase - eine Zwangsversteigerung des schönen Bungalows am Waldrand, so beteuert der Vater, werde es nicht geben.

Wer jedoch glaubt, dass die Familie nun sparsam lebt, irrt sich. Delikatessen werden im Feinkostladen angeschrieben, gemütliche Restaurantbesuche mit Rumpsteak stehen weiterhin auf dem Programm, und um den Anblick der ungeöffneten Rechnungen zu vermeiden, reist man kurzerhand an die Côte d’Azur.

Christiane Schünemann erzählt hier die Geschichte seiner Familie. Besonders gefallen haben mir die vielen kleinen Rückblicke auf die Großeltern.
Der Schreibstil ist leicht und flüssig - man fliegt nur so durch die kurzen Kapitel. Mehrmals hatte ich das Gefühl, an eigene Kindheitserinnerungen erinnert zu werden. Vielleicht liegt es daran, dass der Autor nur ein Jahr älter ist als ich.

Fazit:
Ein buntes Potpourri aus Familienerzählungen der 70er- und 80er-Jahre - wunderbar gelungen! Daher spreche ich gerne eine Leseempfehlung aus.
4/5

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[Werbung / Rezensionsexemplar]
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🌞🌞🌞 3/5
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Christian Schünemanns Roman „Bis die Sonne scheint“ ist eine nachdenkliche Familiengeschichte, seine eigenen Genealogie sogar, angesiedelt in den 1980er.

Es geht um Daniel, der in einem unbedachten Moment seine Eltern belauscht und mitbekommt, das Familie Hormann Pleite ist.

Was die Eltern gedenken, dagegen zu tun? Ignoranz und ungeöffnete Briefe werden es hoffentlich richten und die sechs köpfige Familie irgendwie über die Runden bringen.

Wer denkt, dass sich „Bis die Sonne scheint“ inhaltlich nur an den 1980ern orientiert und mit gut platzierten und zeitentypischen Schlagworten wie Depeche Mode, Culture Club, Spandau Ballett, Pofiterol, Pizza Vierjahreszeiten, Dosenwurst und Maggi aufwartet, wird enttäuscht sein.
Denn der Roman ist kein (wie ich dachte) Coming-of-Age Roman.
Er ist eine Ode an die Familie und die Wichtigkeit des Zusammenhalts, es geht darüber hinaus um den Nationalsozialismus, um Flucht und Vertreibung und die Erwartungshaltungen von Großeltern zu den eigenen Kindern und wieviel vorgelebte Familie ein Jeder in seinem Herzen trägt.

Christian Schünemann kann erzählen. Das sprachliche Niveau ist wundervoll, keine bis kaum gesetzte Wortdopplungen erscheinen im Text und bietet eine Vielfalt an ausgemalten Situationen. Manchmal ein wenig zu colagiert und detailiert geschildert.

Gerne hätte ich mir das Nachwort als Vorwort gewünscht.
Das hätte die Intensität und Authenzität des Romans unterstrichen und mir den Beweggrund dieser eigenen Entstehungsgeschichte näher gebracht.

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"Bis die Sonne wieder scheint" war mein erster Roman von dem Autor und hat mich leider nicht ganz überzeugt. Der Schreibstil des Autors ist ruhig und angenehm, inhaltlich hat es mir nur zu lange gedauert bis sich ein fließender "greifbarer" Handlungsstrang erkennen lies. Ich hatte mir unter dem Klappentext ein vielleicht etwas humorvolleres Buch vorgestellt, nichtsdestotrotz ist es kein schlechtes Buch.

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Ich hatte einen heiteren Coming of age Roman erwartet.Vielleicht wegen des Covers und des Titels.
Es ist ein toll erzählter Familienroman,der wie man im Nachwort erfährt, die Familiengeschichte von Christian Schürmann wiederspiegelt.Mir zog sich beim Lesen nach und nach die Kehle zu,wie es der dem jüngsten Kind,Daniel, ergeht oder auch ergangen wird.Daniel,der sich auf seine Konfirmation freut,weil er dann auch endlich "reich" sein wird,wie seine drei Geschwister zuvor.Den letzten beißen leider die Hunde.Die Eltern konnten nie gut mit Geld umgehen,jetzt kommen aber erschwerend wirtschaftliche Umstände, wie die Zinserhöhung und Ölkrise,dazu ,dass das Geschäft der Eigenheimvermarktung pleite anmelden muss.Die Eltern wollen sich nicht unterkriegen lassen und versuchen den Schein des früheren Wohlstandes zu wahren.
Spannende Zeitreisen von den 80-ern bis ins Kaiserreich und die Nazizeit.
Grosse Leseempfehlung!

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Ein Buch über das Unvermögen des Ehepaares Hormann, ihr Leben auf finanziell solide Beine zu stellen, erzählt aus Sicht des jüngsten Sohnes Daniel. Der bekommt irgendwann sogar mit, dass die Bankkonten gesperrt sind und muss erleben, wie seine Konfirmation zusammengestrichen wird. Die Geschichte hätte das Potential gehabt, uns zum Weinen und zum Lachen zu bringen, aber diese emotionale Wucht fehlt leider.

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Anfang der 80er in einer Kleinstadt in Norddeutschland: Daniel ist knapp 15, kurz vor der Konfirmation und träumt von einem dunkelblauen Samt-Sakko und steingrauer Flanellhose für dieses Ereignis. Stattdessen entscheiden sich seine Eltern für eine flotte Bundfaltenhose und ein praktisches Oberhemd, das man später auch noch tragen kann. Das ist aber auch so ziemlich der einzige Moment, in dem diese Eltern so etwas wie Realitätssinn beweisen, denn ansonsten basteln sie sich einfach ihre eigene Wirklichkeit.
Christian Schünemann erzählt hier seine eigene Familiengeschichte als Roman, und besonderen Fokus legt er auf seine Eltern Marlene und Siegfried.
Als diese Beiden heiraten, ist Marlene knapp 20 und Siegfried nur unwesentlich älter. Obwohl Marlene das Lernen immer leicht fiel, ist mehr als die Höhere Handelsschule nicht drin, es muss Geld in die Kasse, sie beginnt in der Buchhaltung einer Reederei. Siegfried absolviert eine Lehre als Maurer, nebenbei versucht er sich im Bauzeichnen und findet tatsächlich eine Anstellung bei der Stadt Bremen. Man wohnt in sehr beengten Verhältnissen bei Marlenes Mutter, bis eine eigene, kleine Wohnung gefunden wird. Der Wohlstand wächst, die Träume mindestens im gleichen Maße und als sich das 3. Kind ankündigt, kaufen Siegfried und Marlene ein Grundstück bei Bremen, um dort einen von Siegfried entworfenen Bungalow zu bauen. Das Haus ist noch fast ein Rohbau, als sie einziehen, aber nach und nach wird in Eigenarbeit alles erledigt, mehr oder weniger fachgerecht, wie sich später zeigen wird – aber immerhin mit Pool.
Eine Zeitlang läuft alles ganz gut, Siegfried macht sich selbständig mit einem Vertrieb für Massivhäuser, doch nach anfänglichem Erfolg läuft es nicht mehr. Kunden bezahlen nicht, klagen gravierende Mängel ein, neue Kunden sind nicht in Sicht – das Geld kommt einfach nicht rein. Interessanterweise hat das aber kaum Einfluss auf den Lebensstil der Familie, man blendet die Lage einfach aus. Es gibt nach wie vor Krabbensalat und nachmittags kleine Törtchen vom Konditor, ein neues Auto – Ford Granada mit steingrauen Ledersitzen und dunkelroten Mahagonileisten! – wird gekauft, noch gibt es Geld von der Bank. Und selbst als irgendwann der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht und seine Zettelchen unter den Klavierdeckel und hinter das Fernsehgerät klebt, bleibt man seltsam gelassen. Oder vielleicht eher gelähmt und handlungsunfähig? Marlene strickt Pullis für ein nahegelegenes Strickgeschäft, da gibt es das Geld bar auf die Hand. Aus dieser ganzen Misere muss man mal raus, Urlaub im Fichtelgebirge, alle Mann ins Auto und los. Und als es dort dauerregnet, steigt man nach ein paar Tagen wieder ein und fährt weiter nach Südfrankreich, eben „bis die Sonne scheint“, an die Côte d’Azur.
Eine ganz besondere Familiengeschichte, irgendwas zwischen Tragik und Komik, in deren zeitlichem Hintergrund, den 80ern, sicher viele so Einiges wiedererkennen.

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Christian Schünemann erzählt in „Bis die Sonne scheint“ die Geschichte seiner Familie, deren kleines Glück und auch das Unglückliche; er selbst nennt sich für den Roman Daniel, ist das jüngste von vier Kindern - und auch all den anderen gibt er für das Buch neue Namen, um die für das Schreiben der eigenen Geschichte notwendige Distanz zu bekommen. Herausgekommen ist dabei ein anrührender Roman mit liebevoll gezeichneten Protagonist:innen, das Porträt einer Familie, die stets um ihr wirtschaftliches Überleben kämpfen muss, die dabei aber nicht die Lust am Leben verloren hat. Im Mittelpunkt steht selbstverständlich Daniel (the author himself) und die Phase seines Erwachsenwerdens in den 80-ern: Wie soll die Konfirmationsfeier bezahlt werden, wie der Besuch des französischen Freundes im Rahmen eines Schüleraustausches? Bis dann eines Tages der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht und nicht nur Einrichtungsgegenstände drohen verloren zu gehen; wie sich Vater und Mutter mit improvisatorischem Talent über Wasser halten und bevor sämtliche Wellen über den Köpfen der Familie zusammenschlagen, das letzte Geld noch für einen gemeinsamen Trip an die französische Mittelmeerküste ausgegeben wird: „Bis die Sonne scheint“. In einem zweiten, eingewobenen Erzählstrang berichtet Schünemann die Geschichte seiner Vorfahren – bis in die 80-er hinein. Ein Buch, welches uns vor Augen hält, dass es im Leben um weit mehr geht, als nur um den beruflichen Erfolg.

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Eine insgesamt unterhaltsame Familiengeschichte die in der Bundesrepublik der frühen 80'er Jahre spielt. Familie Hormann versucht nach fehlgeschlagener Selbständigkeit wieder Fuß zu fassen, die Familie ist aber chronisch pleite. Natürlich muss nach außen der Wohlstands-Schein gewahrt bleiben. Authentisch geschrieben, wenn man im ähnlichen Alter ist, wie der Autor, kann man vieles sehr gut nachvollziehen. Es ist eine ruhige Familiengeschichte ohne große Sensationen, aber es macht Spaß in den Zeitgeist der 80'er Jahre einzutauchen.

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Daniel steht im Jahr 1983 kurz vor seiner Konfirmation und er freut sich auf die Frankreichreise, die von seiner Schule geplant wird. Doch immer mehr häufen sich die Anzeichen dafür, dass seine Eltern pleite sind. Fällt für ihn nun alles ins Wasser?

Christian Schünemann erzählt im Prinzip seine Familiengeschichte, aber mit anderen Namen. Der Autor erzählt seine Geschichte auf mehreren Zeitebenen, die sehr lange zurückreichen. So kann man sich ein gutes Bild davon machen, wie seine Eltern schon, bevor sie sich kennenlernten, stets versucht haben, den Schein zu wahren. Man kann ihnen nicht nachsagen, dass sie nicht alles versucht haben, um geschäftlich Fuß zu fassen. Es wird jedoch sehr deutlich, dass sie stets über ihre Verhältnisse gelebt haben und wie sich dies alles verkettet hat, wird in dieser Geschichte erzählt. Ich fand das Buch sehr aussagekräftig, da es zeigt, dass man nicht auf angeblichen Reichtum anderer neidisch sein muss. Man weiß nie, ob es alles nur Fassade ist. Eine unterhaltsame Familiengeschichte, wo man ab und zu auch mal den Kopf schütteln muss.

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Bis die Sonne scheint – Christian Schünemann
Daniel wächst in den 80ern auf, in einer Familie, der Schein und diverse Statussymbole alles bedeuten. Die prekäre finanzielle Lage wird erfolgreich ignoriert, bis der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht.
Über Geldprobleme spricht niemand gerne. Natürlich sollte man dann irgendwann damit aufhören, sinnlose Dinge zu kaufen. Aber Leute, die nicht mit Geld umgehen können, gibt es viele. Dass diese Geschichte in den 80ern spielt, merkt man immer wieder an der Nennung von Filmen, Musik und Produkten, die man der Zeit zuordnet. Das weckt manchmal nostalgische Gefühle, wirkt oft aber bemüht.
Hier geht es nicht nur um Daniel Hormanns etwas chaotische Familie, nein, in eigenen Kapiteln werden auch die Geschichten der Großeltern, in Zeiten von Krieg und Vertreibung erzählt. Leider bleiben die Emotionen auf der Strecke. Es werden vielmehr Fakten heruntererzählt. Teilweise wird das auch langweilig, wenn Einrichtungsgegenstände genauestens beschrieben werden.
Auch sprachlich ist dieser Roman somit nicht herausragend. Die Geschichten plätschern ein wenig vor sich hin und konnten mich nicht wirklich packen. Emotional blieb ich hier weitgehend außen vor.
Schade, da wäre mehr drin gewesen. 3 Sterne.

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Bis die Sonne scheint
von Christian Schünemann

Eine tolle 80er Jahre Story mit Blick in die großelterliche Vergangenheit.
Daniels Konfirmation steht an - er ist der jüngste der 4 Kinder von Marlene und Siegfried - und wünscht sich die Feier wie bei den Geschwistern und außerdem ein blaues Samtsakko und eine grauer Flanellhose.
Doch Übernacht ist nichts mehr wie es war.
Das Motto der Eltern: alles was nicht thematisiert wird ist nicht real funktioniert irgendwann halt nicht mehr und dann wird der Kuckuck geklebt.

Eine anrührende und streckenweise auch komische Geschichte, die bis auf die geänderte/erfundenen Nahmen, die Geschichte von Christian Schünemanns Familie ist.

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Zum Inhalt:
Daniel freut sich auf seine Konfirmation, doch dann bekommt er mit, dass die Eltern pleite sind und kaum wissen, wie sie die Familie über Wasser halten sollen. Dabei schien doch die Idee mit der eigenen Firma so gut, doch die Aufträge bleiben in der Wirtschaftskrise aus und es finanziell immer mehr bergab, so dass sogar der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht. Aber ein Talent hat die Familie, Ruhe bewahren und das Leben genießen.
Meine Meinung:
Was für mich tatsächlich das interessanteste am Buch ist, war die Zeit in der es spielte, denn ich war in den achtziger Jahren ähnlich alt wie Daniel und so hatte ich mehr als einen Aha-Moment. Die Geschichte der Familie war ein auf und ab mit auch durchaus interessanten Momenten. Für das wesentliche ist kein Geld da, aber wenn mal Geld da ist, wird das Geld eher für unnützes ausgegeben, damit man nach außen besser dasteht als es eigentlich ist. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven und zu unterschiedlichen Zeiten erzählt, das machte das Geflecht verständlicher. Insgesamt hat mir das Buch gefallen.
Fazit:
Hauptsache, der Schein wird gewahrt

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Christian Schünemann gelingt mit „Bis die Sonne scheint“ eine ebenso unterhaltsame wie schmerzhafte Zeitreise in die 1980er Jahre, in das Leben einer Familie, die den schönen Schein wahren will, während sie finanziell längst vor dem Abgrund steht.

Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht des 14-jährigen Daniel Hormann, der sich auf seine Konfirmation und einen Schüleraustausch in Frankreich freut – doch vieles läuft ganz anders als geplant. Der große Festakt zur Konfirmation wird zusammengestrichen, das ersehnte neue Outfit bleibt aus, und auch die anderen geplanten Highlights seiner Jugend, wie der Schüleraustausch, geraten ins Wanken. Während Daniel noch damit hadert, dass er nicht das bekommt, was seine älteren Geschwister einst hatten, wird deutlich, dass das eigentliche Problem viel tiefer liegt: Die Familie steckt in finanziellen Schwierigkeiten, doch statt sich einzuschränken, halten die Eltern an ihrem gewohnten Lebensstil fest. Teure Delikatessen werden angeschrieben, Restaurantbesuche gehören weiterhin zum Alltag, und wenn der Druck zu groß wird, flieht man kurzerhand an die Côte d’Azur.

Was Schünemanns Roman so besonders macht, ist seine Mischung aus Leichtigkeit und Tragik. Einerseits liest sich die Geschichte flüssig und mit feinem Humor – etwa wenn Daniel beobachtet, wie seine Eltern sich in absurde Ausreden flüchten oder unbezahlte Rechnungen einfach ignorieren. Andererseits schwingt in allem eine bedrückende Wahrheit mit: Die Unfähigkeit, sich mit der Realität auseinanderzusetzen, treibt die Familie immer weiter in die Krise.

Besonders eindrucksvoll sind die Rückblenden in die Vergangenheit der Eltern und Großeltern, die verdeutlichen, wie tief verankert die Illusion von Wohlstand und gesellschaftlichem Ansehen in dieser Familie ist. Der Krieg, die Nachkriegszeit, der soziale Aufstieg – all das hat ihre Denkweise geprägt und erklärt, warum sie so verzweifelt versuchen, ihren Lebensstandard zu halten.

Schünemann fängt das Lebensgefühl der 80er wunderbar ein. Ob Mode, Einrichtung oder gesellschaftliche Normen – viele Details lassen Erinnerungen an diese Zeit wach werden. Dabei bleibt er nah an der Lebenswirklichkeit seiner Figuren. Keine überdramatisierten Wendungen, keine überzeichneten Charaktere, sondern eine Geschichte, die sich genau so hätte zutragen können.

„Bis die Sonne scheint“ ist ein kluger, einfühlsamer und zugleich unterhaltsamer Roman über Selbsttäuschung, gesellschaftliche Erwartungen und den Versuch, eine bröckelnde Fassade aufrechtzuerhalten. Christian Schünemann erzählt Daniels Geschichte mit feinem Gespür für Tragik und Komik und schafft es, eine vermeintlich „normale“ Familiengeschichte zu einem eindrucksvollen Generationenporträt zu verdichten.

Ganz klare Leseempfehlung für alle, die gerne Familiengeschichten mit Tiefgang lesen und sich auf eine atmosphärische Zeitreise in die 80er begeben möchten.

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Wir sind in den 80ern, Helmut Kohl hat gerade zum ersten Mal die Bundestagswahl gewonnen und Daniel freut sich auf seine Konfirmation. Dabei denkt er vor allem an ein blaues Samtsakko und die "Einnahmen" aus den Konfirmationsgeschenken, weshalb er eine große Feier möchte. Aber das wird nichts, denn wie sich nach und nach herausstellt, ist die Familie pleite.
Christian Schünemann nimmt uns durch seine präzisen Beschreibungen mit auf eine Zeitreise in die 80er, deren Besonderheiten und Lebensgefühl sehr gut vermittelt werden. Er geht sogar noch weiter, weil er besondere Szenen aus den Leben der Eltern und Großeltern aufblättert und man bis zurück zum Anfang des 20. Jahrhunderts geführt wird.
Einerseits ist es ganz spannend, dass die Familiengeschichte breiter gefasst ist, andererseits haben mich v.a. am Anfang die häufigen Rückblicke etwas irritiert. Ich hatte das Gefühl, von dem eigentlichen Geschehen immer wieder abgelenkt zu werden.
Was mich ebenfalls am Anfang gestört hat, war der Erzählton des Ich-Erzählers Daniel. Überlange Schachtelsätze haben meinen Lesefluss gestört und ich fand diese für einen 14-Jährigen auch nicht glaubwürdig. Das hat sich allerdings im Laufe des Buches relativiert.
Der Roman streift viele Krisen in der Familiengeschichte, die Pleite ist nur die (aktuell) letzte in einer Reihe. Und aus allen Krisen sind die Familienmitglieder herausgekommen, deshalb habe ich diese Besprechung auch mit "Stehaufmännchen" überschrieben. Daniels Eltern ignorieren erst ganz lange ihre Schwierigkeiten, machen mit ihren letzten Kröten noch einmal eine Reise, anstatt wenigstens einen Teil ihrer Schulden zu bezahlen und als es dann doch zur Zwangsversteigerung ihres Hauses kommt, suchen sie sich Jobs und machen wieder große Pläne für die Zukunft.

Man lernt die Vorgenerationen gut kennen. Was mir fehlt, ist eine Entwicklung von Daniel, der ja der eigentliche Protagonist sein soll. Er beschreibt die Ereignisse von außen, wirkt distanziert, nicht wirklich involviert. Der Autor schreibt im Nachwort, dass er so weit in die Geschichte zurück gegangen ist, um zu zeigen, warum alles so passiert ist, wie es passiert ist. Für mich wäre interessant gewesen, wie Daniel das Ganze beeinflusst hat. Aber das wird offen gelassen.

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Daniel Hormann steht im Jahr 1983 kurz vor seiner Konfirmation. Er sieht sich schon in einem schicken Samtsakko und auch sonst soll die Konfirmation gebührend gefeiert werden. Doch schon bald schleicht sich ein ungutes Gefühl bei Daniel ein. Als der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht ist es raus. Aus dem Samtsakko wird nichts. Daniel macht sich Sorgen, seine Eltern dagegen gar nicht. Schließlich geht es ja immer irgendwie weiter. Und so fährt die Familie erstmal in Urlaub und wartet bis die Sonne scheint.
Daniel Schünemann lässt seinen Ich-Erzähler den jungen Daniel, die Geschichte so erzählen, als hätte er sie selbst so erlebt. Oder ist es ihm wirklich so passiert?
An keiner Stelle ist die Geschichte aufgesetzt oder übertrieben. Mir hat Daniel gefallen, stets konnte ich mitfühlen, was den Jungen bewegt. Und ich hätte ihm auf jeden Fall das Sakko gegönnt.
Diese Familiengeschichte erzählt das Leben von Daniels Eltern und seinen drei Geschwistern, aber auch in einem anderen Erzählstrang von Daniels Großeltern. Das lockert die Geschichte auf und macht das Buch zum Lesegenuss.

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ein sehr emotionales Buch, das keine einfache Thematik behandelt und einen Umstand anschneidet, mit dem man sich selbst sicherlich nicht auseinandersetzen möchte. Schünemanns sensible Sprache hat sehr zu der Handlung gepasst und hat so auch die reflektierte Haltung des Autors unterstützt. ich werde auf jeden Fall weitere Bücher von ihm lesen☺️

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Schünemann erzählt eine Familiengeschichte in den 80er Jahren. es ist eine Geschichte über den ganz normalen Familienalltag mit viel Situationskomik.. Ich bin begeistert von diesem Buch, von diesem Autor, denn ich habe schon seine Krimis sehr gerne gelesen.

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