Drei Tage im Juni

Sie müssen sich anmelden, um zu sehen, ob dieser Titel für Anfragen zur Verfügung steht. Jetzt anmelden oder registrieren
NetGalley-Bücher direkt an an Kindle oder die Kindle-App senden.

1
Um auf Ihrem Kindle oder in der Kindle-App zu lesen fügen Sie kindle@netgalley.com als bestätigte E-Mail-Adresse in Ihrem Amazon-Account hinzu. Klicken Sie hier für eine ausführliche Erklärung.
2
Geben Sie außerdem hier Ihre Kindle-E-Mail-Adresse ein. Sie finden diese in Ihrem Amazon-Account.
Erscheinungstermin 12.11.2024 | Archivierungsdatum 23.02.2025

Sprechen Sie über dieses Buch? Dann nutzen Sie dabei #DreiTageimJuni #NetGalleyDE! Weitere Hashtag-Tipps


Zum Inhalt

Drei Tage stehen an, in denen sich Gail und Max, beide Ende fünfzig und seit Längerem getrennt, anlässlich der Hochzeit ihrer Tochter Debbie zusammenfinden. Max reist, nichts ahnend von der Allergie des Bräutigams, überraschenderweise mit einer Katze an, weshalb er statt bei seiner Tochter bei Gail wohnen muss. Obwohl diese Vorstellung für Gail zunächst kaum auszuhalten ist, willigt sie ihrer Tochter zuliebe zähneknirschend ein. Doch schnell zeigt sich: Die alte Verbindung ist immer noch da. Gemeinsam müssen sie sich mit der Frage nach der Treue des Bräutigams auseinandersetzen, und damit, ob Vertrauen auch nach Jahren wiederhergestellt werden kann. Sie blicken aus belustigter Distanz auf die etwas zu traditionellen Feierlichkeiten, erinnern sich an Vergangenes und stellen sich Fragen nach der Zukunft – was hält das Leben noch für sie bereit?

Drei Tage stehen an, in denen sich Gail und Max, beide Ende fünfzig und seit Längerem getrennt, anlässlich der Hochzeit ihrer Tochter Debbie zusammenfinden. Max reist, nichts ahnend von der Allergie...


Vorab-Besprechungen

»Ich weiß nicht, ihr wievielter Roman es ist, aber es ist sicher einer der besten.« - Elke Heidenreich, Spiegel Online, 17.11.2024

»Eine meisterhafte Erzählerin der Nuancen.« - Frankfurter Rundschau

»Niemand bereitet einen so gut auf das Leben vor wie Anne Tyler.« - Olga Grjasnowa

»Ich weiß nicht, ihr wievielter Roman es ist, aber es ist sicher einer der besten.« - Elke Heidenreich, Spiegel Online, 17.11.2024

»Eine meisterhafte Erzählerin der Nuancen.« - Frankfurter Rundschau

...


Marketing-Plan

  • Medien-Schwerpunkt
  • LG Buch Besondere Empfehlung
  • Anzeigen in Branchen Magazinen 
  • Anzeigen in Weihnachtsbeilagen


  • Medien-Schwerpunkt
  • LG Buch Besondere Empfehlung
  • Anzeigen in Branchen Magazinen 
  • Anzeigen in Weihnachtsbeilagen



Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783036950402
PREIS 23,00 € (EUR)
SEITEN 208

Auf NetGalley verfügbar

NetGalley-Reader (EPUB)
NetGalley Bücherregal App (EPUB)
An Kindle senden (EPUB)
Download (EPUB)

Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Gail und Max

Anne Tyler schreibt schon lange und ihr Stil hat etwas zeitloses. Auch dieser kurze Roman hätte theoretisch schon vor Jahrzehnten entstanden sein können.

Die 61jährige Gail trifft auf ihren geschiedenen Mann, den charismatischen Max. Anlaß ist die Hochzeit ihrer gemeinsamen Tochter.
3 gemeinsame Tage werden in 3 Teilen gezeigt.
Das Buch ist realistisch, hat aber auch Screwball-Elemente, die sich vor allen auch in den Dialogen ergeben.

Man erfährt auch von der Vergangenheit und wie es zur Trennung kam.
Gail durchdenkt und reflektiert ihre Beziehung und wie sie scheiterte.

Anne Tyler hat mit Max und Gail zwei Figuren geschafft, die original und humorvoll wie auch sensibel sind.

Man kann bei diesem Buch von einem literarischen Juwel sprechen!

War diese Rezension hilfreich?

Verschlungene Lebenswege

Gail ist einundsechzig Jahre alt und erhofft sich nachdem die unmittelbare Vorgesetzte ihr einen Tag vor der Hochzeit ihrer einzigen Tochter eröffnet, dass sie sich zur Ruhe setzen wird, zukünftig als Schuldirektorin ihren Dienst ableisten zu dürfen. Doch die Entscheidung der Nachbesetzung ist nicht zu ihren Gunsten ausgefallen mit der Begründung von mangelhafter Sozialkompetenz. Niedergeschlagen verlässt Gail fluchtartig das Schulgebäude, um sich zu Hause ihre Wunden zu lecken. Doch unverhofft kommt oft und so steht ihr Ex-Ehemann vor ihrer Tür samt Katzenkäfig, bittet um Beherbergung während der folgenden drei Tage. Die Scheidung der Beiden liegt mehr als zwanzig Jahre zurück und damit sind die wichtigsten Kämpfe ausgefochten, die Wogen haben sich geglättet. Ohne große emotionale Beteiligung gewährt sie Max Einlass. Kurze Zeit später sitzt auch noch die Tochter tränenüberströmt im Wohnzimmer.
Anne Tayler erzählt mit ihrem Roman 'Drei Tage im Juni' vom Wechselbad der Gefühle, in denen sich Gail befindet. Sie berichtet vom übergriffigen Charakterzug ihres Ehemanns und davon wie vertraut man doch noch miteinander ist, sich wiedererkennt, erduldet, hilfreich zur Seite steht. Witzige Dialoge werden begleitet von Schilderungen aus vergangenen Zeiten und der Gegenwart. Kleine charakterliche Schwächen wandeln sich in liebenswerte Eigenarten. Die Autorin beschreibt drei gemeinsam Tage aus dem Leben des Ex-Ehepaares, den Tag vor und nach der Hochzeit und den Hochzeitstag der Tochter selbst, mit psychologischem Scharfsinn lässt sie ein lebendiges Bild ganz normaler Menschen entstehen, die charmante Schwächen versuchen zu tolerieren.
Für mich ist Anne Tayler eine wertvolle Entdeckung, der ich in ihrem schriftstellerischen Wirken unbedingt folgen werde.

War diese Rezension hilfreich?

Dies ist kein Katzenroman, aber eine kleine Fellnase hat hier eine nicht unwichtige Nebenrolle, zumindest ist sie der ausschlaggebende Faktor, dass Gail ihren Ex-Mann Max, rund um die Hochzeit ihrer gemeinsamen Tochter, einquartiert bekommt.
Taylor zeichnet sich wieder mit sehr feinem Witz für die kleinen alltäglichen Dinge aus. Sie skizziert ein Familienleben, wie es eigentlich im normalen Leben vorkommen kann. Ihre Protagonisten sind ausgesprochen liebevoll und authentisch beschrieben. Besonders in die Figur von Gail konnte ich mich persönlich sehr gut hineinversetzen.

War diese Rezension hilfreich?

Für mich war es Anne Tyler-vom-Feinsten!
Sie hat eine Art zu schreiben, die zupackt - und der/die Übersetzer/in hat genau das rübergebracht.

Unbedingt lesenswert!!!

Herzlichen Dank an den Verlag und an Netgalley für das Leseexemplar!

War diese Rezension hilfreich?

Ein Wiedersehen mit dem Ex-Mann


Die Amerikanerin Anne Tyler ist eine Autorin, die gerne in einem Atemzug mit der Autorin Elizabeth Strout genannt wird. 1989 bekam sie für ihren Roman „Atemübungen“ den Pulitzer-Prize. Und dies ist tatsächlich auch der erste Roman von ihr, den ich 1993 gelesen habe. Das ist inzwischen tatsächlich 31 Jahre her. Und dementsprechend wundert es mich nicht, dass ich damals nicht mit dem Roman zurechtgekommen bin. Ich war einfach zu jung!

Im November 2024 ist ein neuer Roman – „Drei Tage im Juni“ – von ihr erschienen. Da dieser Roman in der Presse sehr gut besprochen war, bin ich neugierig geworden und habe es noch einmal versucht. Und dieses Mal war ich begeistert! Wahrscheinlich sollte man für die Romane Anne Tylers einfach etwas reifer sein.

Auf knappen 208 Seiten erzählt die Autorin die Geschichte von Gail und Max. Beide waren einmal verheiratet. Nun kommen sie anlässlich der Hochzeit ihrer gemeinsamen Tochter Debbie wieder zusammen und teilen sich für drei Tage Gails Haus. Ursprünglich sollte Max in dieser Zeit bei seiner bei seiner Tochter wohnen. Doch dies klappt nicht, da der Bräutigam eine Katzenhaarallergie hat und Max völlig überraschend eine Katze mitbringt. Also gibt es spontan eine Planänderung und Max quartiert sich bei Gail ein. In diesen drei Tagen erleben wir, wie Gail und Max miteinander umgehen. Erzählt wird die Geschichte aus der Ich-Perspektive von Gail. Sie spricht uns Leser:innen teilweise direkt an.

Mir hat dieser Roman ausgesprochen gut gefallen. Ich mag diesen ruhigen Erzählstil mit seinem feinsinnigen Humor. Ich mag es, dass die Protagonisten ganz normale Menschen sind. Überhaupt nicht glamourös, sondern mit Ecken und Kanten. Und ich mag es, wie Gail, die Ich-Erzählerin, ihr Leben teilweise reflektiert. Und dann ist da ja noch die Katze, die zwar keine Hauptrolle spiel, aber für die Handlung nicht unwichtig ist.

Herausgekommen ist ein leiser Roman, altersweise (die Hauptpersonen) und mit einer Prise Humor, der aber niemandem wehtut. Die Autorin scheint ihre Mitmenschen sehr genau zu beobachten, so dass sie ihren Charakteren trotz ihres alltäglichen Lebens eine Tiefe geben kann.

War diese Rezension hilfreich?

Die Autorin glänzt wieder mit liebenswerten Charakteren und Dialogen, die auf den Punkt formuliert sind. Die Geschichte von Gail und Max und der Katze, die überraschend mehr Zeit miteinander verbringen als geplant, ist beste Unterhaltung und viel zu schnell vorbei.

War diese Rezension hilfreich?

Inhalt

Die 61-jährige Gail, die in Dauersorge lebt, ist nicht begeistert, als ihr Ex-Mann Max, der das Leben leicht nimmt, anlässlich der Hochzeit ihrer gemeinsamen Tochter Debby anreist und um Obdach bittet. Da er eine trauernde Katze dabei hat, kann er nicht wie geplant beim Brautpaar nächtigen, denn der zukünftige Schwiegersohn Kenneth hat eine Allergie. Wie sich herausstellt, ist das nicht das einzige Problem: Gail wurde beruflich übergangen, weil ihr die Sozialkompetenz abgeht. Und die Hochzeit steht auf der Kippe, weil Kenneth einen Fehler begangen haben soll.


Die Baines

Ich mochte die Charaktere:

Gail zerbricht sich über alles den Kopf, Max über fast gar nichts. Während sie damit kämpft, an ihrer Schule ausgetauscht worden zu sein, hat er schon neue Pläne. Ich war gespannt, was vorgefallen ist zwischen ihnen, denn hey: Sie ergänzen sich perfekt, oder? Sie könnte ihm dazu verhelfen, sich ein paar mehr Gedanken zu machen, er, der als Lehrer für Risikojugendliche tätig ist (was sonst?), würde sie daran erinnern, dass man auch sorglos(er) durchkommt. Dennoch sind sie geschieden – und im Verlauf erfahren wir die Gründe dafür.

Ich mochte, wie wir die Baines kennenlernen. Jeder dahingesagte Satz scheint etwas für die Story zu tun, etwa verraten uns die Worte, die Gail über die Katze sagt, auch etwas über sie selbst:

ZITAT
"Katzen haben kein kaltes Herz! Sie schützen nur ihre Würde, für den Fall, dass man sie zurückweist. Sie sagen quasi: 'Ich weise dich als Erster zurück.'"
(eBook, Pos. 2237/2284, 98 %)

Und dann ist da noch die gemeinsame Tochter Deborah Jean, 33, die kurz vor ihrer Hochzeit mit einem Mann steht, der einen Fehler gemacht hat. Die Meinungen, ob dieser unverzeihlich ist, gehen auseinander. Dieser Punkt liefert genug Stoff, um die Geschichte am Laufen zu halten – und bringt auch die Wahrheit über die Trennung der Eltern ans Licht.


Eine gelungene Mischung

Genau so eine Geschichte wollte ich mal wieder haben: Eine, die ein wenig lustig, aber nicht albern ist. Eine, die amüsiert – und die man gleichzeitig ernst nehmen kann. Es hat so viel Spaß gemacht, „Drei Tage im Juni“ zu lesen, denn es ist ein unterhaltsames und berührendes Buch. Ich hätte gerne noch weitergelesen. Andererseits: Das Ende ist wunderbar. Auch wenn es mich vielleicht eine Träne gekostet hat, wer weiß das schon.

Weitere Bücher der Autorin wanderten direkt auf meinen Wunschzettel – ich bin gespannt!


Aufbau

Wir lesen die Geschichte, die in Baltimore spielt, aus Gails Sicht in der Ich-Form. Ab und an wird die Leserschaft mit „Sie“ angesprochen und einbezogen.

„Drei Tage im Juni“ besteht aus den titelgebenden drei Teilen: I Schönheitstag, II Tag X und III Der Tag danach.
Trotz der wenigen Seiten passiert so einiges. Man sollte allerdings nichts Außergewöhnliches erwarten – es ist eine bodenständige Story, was nicht negativ gemeint ist, im Gegenteil: Wir sehen etwas, das genau so hätte passieren können. Es ist vorstellbar. So wie die Charaktere mit all ihren Empfindungen und Eigenheiten, die diese Geschichte ausmachen.
Anne Tyler schreibt fesselnd, humorvoll und mit Feingefühl.


Fazit
„Drei Tage im Juni“ ist alles: ernst, witzig, melancholisch und hoffnungsvoll. Ein Roman, der sich echt anfühlt, unterhält – und berührt.


Zusammenfassung

Dieses Buch ist für dich, wenn du

- Charaktere suchst, mit denen du fühlen kannst, auch wenn sie ein wenig eigen sind
- gerne bodenständige, nicht abgehobene, echt wirkende Geschichten liest
- Lust auf eine humorvolle (aber nicht alberne) und berührende (aber nicht kitschige) Story hast


Rezension für Goodreads und Amazon:

Humorvoll, aber nicht albern, berührend, aber nicht kitschig - der kurze Roman „Drei Tage im Juni“ hat mir mit seiner bodenständigen Geschichte und den eigenen Charakteren richtig viel Spaß gemacht.

War diese Rezension hilfreich?

Ein wenig "Sex in The City" und ein wenig "Und täglich grüßt das Murmeltier" - eine wirklich schöne Sommergeschichte.
Mir haben die Charaktere sehr gut gefallen. Nach meinen Erfahrungen ist Familie genau so - alle geben sich igendwie Mühe und irgendwie ist es doch schwierig.
Ein Buch, dass ich allen Altersstufen empfehlen kann.

War diese Rezension hilfreich?

Wir begleiten Gail und Max drei Tage lang. Sie sind schon lange geschieden, aber für die Hochzeit der Tochter wohnt Max wieder bei Gail. Wir erleben den Tag vor der Hochzeit, den Hochzeitstag und den Tag danach. Das klingt nach einer kurzen Zeit, aber es passieren doch einige Dinge. Die Geschichte wird aus Gails Perspektive erzählt. Zunächst scheint sie nicht begeistert zu sein, dass ihr Exmann spontan bei ihr übernachten soll. Sie verstehen sich aber gut und sie ist schließlich froh, nicht allein zu sein. Durch Rückblenden erfahren wir, warum die beiden geschieden sind.

Es gibt viele liebenswürdige Momente und immer wieder humorvolle Szenen. Das mochte ich sehr. Der Schreibstil ist sehr angenehm und die Charaktere sehr gut beschrieben. Man hat oft das Gefühl, mittendrin zu sein. Eine sehr unterhaltsame Geschichte ohne unglaubwürdige Wendungen.

War diese Rezension hilfreich?

Ich mag die Romane von Ann Tyler sehr, und auch dieses Mal habe ich die Lektüre sehr genossen !!! Lebensklug und gut zu lesen, und Ann Tyler schafft es immer, ihre Figuren lebendig und sympathisch auszuarbeiten.

War diese Rezension hilfreich?

Eine einfühlsame Familiengeschichte, wie man sie von Anne Tyler gewohnt ist. Leicht und humorvoll, aber trotzdem mitten aus dem Leben gegriffen!

War diese Rezension hilfreich?

Mit angenehmer Leichtigkeit und feiner Beobachtungsgabe fürs Äußere und Innere verfasste Familien-/Beziehungsgeschichte - Lesegenuss!

War diese Rezension hilfreich?

Ich würde dieses Buch in unserer Buchhandlung empfehlen.
Wenn man etwas sucht das einen unterhaltet und auch hin und wieder zum schmunzeln bringt ist man hier richtig.
Für mich persönlich knappe vier Sterne.
Sprachlich ist dieses Buch gut geschrieben jedoch hat es mich inhaltlich nicht bis zum Ende gefesselt.
Somit ist dieses Buch gut und solide geschrieben, hier wird man unterhalten aber ein Herzensbuch mit nachklang ist es nicht.

War diese Rezension hilfreich?

Ungewisse Liebe
Mein erstes Buch der amerikanischen Autorin Anne Taylor, die mit über Achtzig einen wunderbar frischen, lebenshungrigen und liebenswerten Roman geschrieben hat. Sie lebt in Baltimore, und sie hält das Brennglas, in dem der Leser die Geschichte und die Protagonisten sieht, genau darüber. Obwohl diese Geschichte so in jeder anderen Stadt passieren könnte, freundete ich mich mit Baltimore und Gail, der geschiedenen Lehrerin und noch stellvertretenden Direktorin einer Schule schnell an. Dass ihr ihre Vorgesetzte Sozialkompetenz abspricht und außerdem die Neubesetzung ihrer Stelle mit einer jüngeren, natürlich kompetenteren Frau ankündigt, rüttelt an Gails Grundfesten. Und das zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt: Am nächsten Tag soll die Hochzeit ihrer Tochter Debbie stattfinden. Die drei Tage im Juni sind der sogenannte Schönheitstag für die Braut vor der Trauung, der Hochzeitstag und dann der Tag danach. In diesem schmalen Zeitfenster lernt der Leser aber alles über Gail, ihr Leben, ihre Ehe mit Max und das Aufwachsen von Debbie. Dass am Schönheitstag dann vor Gails Tür ihr Exgatte Max mit einem Katzenbehälter steht und um „Asyl“ bittet, weil der Bräutigam gegen Katzenhaare allergisch sein soll, bringt Gail an diesem Tag ein zweites Mal aus dem Gleichgewicht. Das ist sehr amüsant, ironisch und selbstironisch zu lesen, Anne Taylor macht es dem Leser leicht, ihrer Gail zuzuhören und zu folgen. Max wirkt manchmal ein bisschen vertrottelt und verlottert, aber Gail und Debbie haben ihn gut im Griff, sodass er dann doch halbwegs passabel auch zu Hochzeit erscheint. Das Drumherum liest sich vergnüglich bis besinnlich, dem Ende der Geschichte will ich auf keinen Fall vorgreifen, es ist aus meiner Sicht sehr gut gelungen.
Fazit: eine Ehe- und Familiengeschichte, die so ungewöhnlich nicht ist, aber in diesem Buch wirklich sehr lesenswert dargeboten wird. Mir hat es so gut gefallen, dass ich gern fünf Sterne vergebe.

War diese Rezension hilfreich?

Anne Tyler ist einfach die Meisterin des Zwischenmenschlichen. Feinsinnig, humorvoll und mit dem Blick für die Widrigkeiten des Alltags schildert sie die Beziehung zwischen Max und Gail. Ihre Tochter heiratet und Max muß gezwungenermaßen bei seiner Ex-Frau Gail unterkommen, was beide nicht gerade begeistert. Während dieser drei Tage um die Hochzeit herum, lassen sie ihre Beziehung Revue passieren, nähern sich wieder an, aber ziehen auch Parallelen zu ihrer Tochter, analysieren deren Beziehung, schauen zurück, ohne Wertung, manchmal erstaunt, einfach großartig. Natürlich werden auch die sämtlichen Familienmitglieder der Schwiegerfamilie nicht verschont, ist man doch vielleicht ein klein wenig eifersüchtig.....
Hat mir super gefallen, ein richtiges kleines Juwel. Anne Tyler halt.

War diese Rezension hilfreich?

Das habe ich fast in einem Rutsch ausgelesen. Lustig aber tiefgründig und emotional, hat mir viel Lesevergnügen bereitet.

War diese Rezension hilfreich?

Anne Tyler ist und bleibt eine meiner Lieblingsautorinnen. Sie erzählt wieder schlicht und schön und besonders. Diese Geschichte einer alten und neuen Liebe ist so gut erzählt und funkelt noch ein bisschen in meinem Kopf herum.

War diese Rezension hilfreich?

Ein wunderbarer Roman über (alte) Liebe, Neuanfänge und die Dinge die passieren, wenn man beginnt das Leben zu leben und zu akzeptieren. Ich mochte den wunderbaren Humor, die Dialoge und die Beschreibungen des getrennten ehemaligen Paares, denen man wünscht, dass sie endlich verstehen (dass SIE endlich versteht) dass sie zueinander gehören! Danke für dieses wunderbare Buch!

War diese Rezension hilfreich?

Gail und Max sind seit 20 Jahren geschieden. Nun steht die Hochzeit ihrer gemeinsamen Tochter an. Da Max mit seiner Katze anreist, kann er wegen einer Katzenhaarallergie des Bräutigams nicht wie geplant bei dem jungen Paar unterkommen. Und so gewährt ihm seine Exfrau eher widerwillig Asyl.

Sofort fällt auf, dass zwischen den beiden immer noch eine Verbindung besteht. Mann kennt sich und erinnert sich an alte Gewohnheiten. Und während die gemeinsame Tochter in den Ehehafen einläuft, liefern sich die beiden Geschiedenen ein herzerweiternden Schlagabtausch. Das macht Spaß zu lesen.

Am besten hat mir Gail mit ihrer schroffen Art gefallen, die gerade ihren Job als Lehrerin wegen fehlender Sozialkompetenz verloren hat, und nun mit 62 Jahren sehen muss, wie es für sie weitergeht. Sie kann nicht aus ihrer Haut, obwohl es doch in ihr brodelt.
Vielleicht wirkt sie gerade deshalb so sympathisch.
Max ist ähnlich gestrickt, weshalb das Unausgesprochene zwischen den beiden so faszinierend wirkt.

„Drei Tage im Juni“ ist ein kurzweiliger, dialogfreudiger und amüsanter Familien- und Liebesroman, der zeigt, dass das Leben oft dann neue Perspektiven aufzeigt, wenn man überhaupt nicht damit rechnet.

War diese Rezension hilfreich?

Anne Tyler erzählt auf kleinem Raum eine große Geschichte von Familie, Ehe, Verbundenheit und der immerwährenden Suche nach sich selbst.
Als sich Gail und ihr Ex-Mann Max anlässlich der Hochzeit ihrer Tochter Debbie für "Drei Tage im Juni", wiedersehen, sind sie nicht nur mit der prekären Frage nach der Treue des zukünftigen Ehemannes konfrontiert, auch ihre eigene gemeinsame Geschichte wird Thema ihrer Gespräche und Gails innerer Dialoge. Dabei müssen beide feststellen, dass es da doch noch mehr Verbindendes gibt, als angenommen. Was zunächst nach einer banalen Sitcom klingt, mit dem abgedroschenen Thema der wiederentdeckten alten Liebe, liest sich bei Anne Tyler wie ein wunderbar inszeniertes Kammerstück mit charismatischen Hauptdarstellern. In den Themen und Auseinandersetzungen mit sich und dem anderen, verwebt die Autorin so viel kleine und große Anspielungen, die wir alle irgendwie kennen und verstehen und damit automatisch eine Sympathie für dieses Paar entwickeln, dass Teile unseres eigenen Lebens zu durchleben scheint. Ein feines kleines Buch, mit einer wunderbar sanften Erzählweise, die tief geht und glänzend unterhält.

War diese Rezension hilfreich?

Eine unglaublich wohltuende Zeit habe ich mit diesem wundervollen Roman verbracht. Anne Tyler konnte mich mit dieser Geschichte wirklich begeistern, und ich bin glücklich und dankbar, dass dies mein erstes Buch von ihr war, und ich ihre älteren Werke noch entdecken darf. "Drei Tage im Juni" ist das perfekte Buch für die trüben Tage der dunklen Jahreszeit und für mich persönlich ein echtes Lesehighlight!

War diese Rezension hilfreich?

Gail und Max sind beide Ende fünfzig und längere Zeit schon getrennt. Es stehen drei Tage an, für die Hochzeit ihrer Tochter Debbie. Max nimmt seine Katze mit und muss bei Gail wohnen statt bei seiner Tochter. Da ihr Bräutigam allergisch auf Katzenhaare reagiert. Sie willigt dem Frieden zu lieb ein. Die Verbindung von damals ist immer noch da. Die beiden müssen sich mit der Treue des Bräutigams auseinandersetzen. Gibt es nach Jahren noch die Möglichkeit das Vertrauen wieder herzustellen? Sie stellen sich die Frage, was hält das Leben für sie noch bereit. Beim Lesen dieses sehr guten Romans taucht man ein in die komplexen und oft widersprüchlichen Gefühle und Beziehungen. Anne Tyler erzählt eine wunderbare Geschichte, die vieles aufzeigt, was in einer Ehe passieren kann und wie die Verbindungen auch nach Jahren noch vorhanden ist. Die Geschichte ist für mich als Leser sehr realistisch geschildert. Die Situationen sind meiner Meinung nach sehr gekonnt geschildert und die Dialoge gekonnt wiedergegeben. Beim Lesen kann man sich so seine Gedanken über Beziehungen und der Möglichkeit von Versöhnung machen. Es ist ein Buch, das ich sehr empfehlen kann.

War diese Rezension hilfreich?

Gail, knapp über sechzig, Lehrerin, wird von ihrer Vorgesetzten als eine Lehrerin mit mangelnder Sozialkompetenz die Hoffnung auf eine
Beförderung genommen. Das ausgerechnet direkt vor der Hochzeit ihrer einzigen Tochter. Zudem quartiert sich noch ihr geschiedener Mann für die Zeit der Hochzeit bei ihr ein . Als dann auch noch am Vortag der Hochzeit, Ihre Tochter Debbie von einem Seitensprungs ihres zukünftigen Mannes berichtet, kann es für Gail eigentlich nicht schlimmer kommen.
Ein nur kleiner Roman, aber so fesselnd, berührend und humorvoll geschrieben, dass man mit Freude weiter empfiehlt. Anne Tyler ist einfach eine gute Beobachterin und schafft es, diese Eindrücke bildhaft und anschaulich an die Lesenden weiterzugeben.

War diese Rezension hilfreich?

Wunderschöne, fein beobachtete Geschichte
„Drei Tage im Juni“ erzählt die Geschichte von Gail während des Hochzeitwochenendes ihre Tochter Debbie. Wie so häufig reihen sich die unvorhergesehenen Ereignisse aneinander:
Erst verliert bzw. kündigt sie ihren langjährigen Job, dann steht auch noch der Ex-Mann samt Katze vor der Tür und bietet um Herberge während der Hochzeit. Und plötzlich steht auch die Hochzeit auf der Kippe…

Dies ist ein eher kurzes Buch, das dennoch voller Wärme und liebenswürdigen, schrulligen Charakteren steckt. Es geht um Familien und Beziehungen und unseren Platz und Erwartungen in diesen.
Anne Tyler hat die große Gabe auf einzigartige und erfrischende Art und Weise das normale Leben, mit all seinen Irrungen und Wirrungen scharf zu beobachten und kunstvoll einzufangen.
Und das ganz ohne in Klischees zu verfallen.

Fazit: Was für ein wunderschöner, wohltuender und dennoch tiefgründiger Roman voller Herz und Humor – absolute Empfehlung für ein paar wunderpaare Lesestunden. Und eine tolle Gelegenheit diese großartige Autorin zu entdecken!

War diese Rezension hilfreich?

Großartig, wie nahezu alle Bücher von Anne Tyler.
Eigentlich…. beschreibt sie kleine Alltagsituationen und recht durchschnittliche Menschen, aber ihr Stil machen ihre Geschichten und Romane zu etwas ganz Besonderem.
Tyler beschreibt so bildlich, wie die Personen versuchen, mit dem Leben zurechtzukommen.
Und das ist wirklich komisch, obwohl (oder: weil?) es eher hintergründiger Humor ist.
Ich liebe ihren Stil und ihre Sprache sehr.
Klare Empfehlung von mir!

War diese Rezension hilfreich?

Drei Tage, rund um die Hochzeit ihrer Tochter Debbie, müssen Gail und Max Mitte Fünfzig und schon lange getrennt, miteinander verbringen.
Da Max eine Katze mitgebracht hat und wegen einer Allergie des Bräutigams nicht bei seiner Tochter wohnen kann, muss Gail ihn notgedrungen beherbergen.
Das gefällt vor allem Gail nicht. Doch die alte Verbindung ist immer noch da und während sie das Geschehen um die Hochzeit teilweise aus der Distanz amüsiert betrachten, erinnern sie sich an gemeinsame Zeiten.
Sie machen sich Gedanken um die Treue des künftigen Schwiegersohns, Gails berufliche Entwicklung, das Verhalten der überambitionierten Schwiegerfamilie im Gegensatz zu ihrem eigenen entspannten Lebensstil, ihre eigene Beziehung und was eigentlich schiefgelaufen ist in ihrer Ehe.
Leise und warmherzig erzählt Anne Tyler eine Episode aus der amerikanischen Mittelschicht. mit viel Menschenkenntnis genau beobachtet und mit Sympathie für ihre Figuren und einem Gespür für das Besondere im Alltäglichen. Unterhaltsam und lebensklug.

War diese Rezension hilfreich?

Eine Mutter sieht so etwas
»Drei Tage im Juni« von Anne Tyler über (noch eine!) lebenslange Verbundenheit, die wir gar nicht brauchen können –

»Hätte ich doch nur eine magische Vergessenstablette« seufzt Gail innerlich, als sie Tochter Debbie kurz vor der Hochzeit leiden sieht. Der Bräutigam hat sich einen Torschluss-Fehltritt erlaubt und seine Schwester hat ihn genüsslich bei Debbie verpfiffen. Jetzt steht das Fest auf der Kippe und Gail ist nicht überrascht. »Es war mir schleierhaft, wie auch nur ein einziger Mensch je den Mut aufgebracht hatte zu heiraten.«

Debbies Eltern sind seit langem geschieden, aber die geplante Hochzeit bringt es mit sich, dass Ex-Ehemann Max mitsamt einer Rettungskatze bei Gail übernachten muss. Wie beiläufig erfahren wir die ganze Vergangenheit der beiden inklusive Gails rationaler Herleitungen, warum sie kein Paar mehr sind.

Vor allem aber ist »Drei Tage im Juni« eine unterhaltsame Studie über alte Verbundenheit und neue Überlegungen zu einer Partnerschaft, die eigentlich nie aufhört: die von Eltern. Weil ihre Tochter heiratet kommt sich das Paar wieder näher, auch, wenn nichts von dem, was einen am anderen früher nervte verschwunden ist.

»Warum bin ich nur so verschlossen?« fragt sich Gail. Ja – warum wohl? Aus Erfahrung natürlich.

War diese Rezension hilfreich?

Nette schöne literarische Unterhaltung, Feel Good lesen mit gutem Hauptfiguren-Duo. Verschenkt im Konflikt der Tochter mit dem Bräutigam sowie in dessen Konflikt mit der eigenen Schwester leider viel Potenzial, daher „nur“ nett und schön zu lesen und nicht mehr. Aber manchmal reicht das ja auch

War diese Rezension hilfreich?

"Grenzen - sein großes Problem. Er kannte keine Grenzen. Für mich waren Grenzen wahnsinnig wichtig."

Er, Max, der Ex-Eheman, die Erzählerin, Gail, seine Ex-Frau. Als ihre Tochter Debbie heiratet, treffen sie zwangsweise aufeinander. Und nicht nur das: Weil Max spontan eine Pflegekatze mitbringt, Debbies Zukünftiger jedoch eine schlimme Katzenhaarallergie hat, muss der Ex-Mann spontan in der Wohnung seiner ehemaligen Frau unterkommen. Zu allem Überfluss hat die gerade erfahren, dass sie nicht wie erhofft zur Schuldirektorin befördert wird. Stattdessen wurde ihr mehr oder weniger deutlich gekündigt - aufgrund mangelnder Sozialkompetenz.

Wie das ehemalige Ehepaar die drei Tag rund um die Hochzeit verbringt und sich im Angesicht der überkorrekten Verwandtschaft "der anderen Seite" an vertraute gemeinsame Zeiten erinnert, davon erzählt Anne Tyler in ihrem unterhaltsamen Roman "Drei Tage im Juni". Schon als das Buch im vergangenen November erschienen ist, habe ich viele positive Besprechungen gesehen und denen kann ich mich nur anschließen. Bereits von der ersten Seite an liest sich der Schreibstil so angenehm locker, dass die Zeilen nur so dahinfliegen. Trivial wirkt dabei nichts, stattdessen wird der Leser angenehm unterhaltsam in Gails Leben katapultiert. Die alte Dame ist - auch wenn sie die eine oder andere verschrobene Ansicht hat - direkt sympathisch. Besonders bemerkenswert finde ich aber, dass es Tyler gelingt in einem Roman, der einem Kammerspiel gleicht, eine dermaßen nachvollziehbare Figurenentwicklung zu beschreiben. Absolut plausibel und nachvollziehbar verändert sich die Protagonistin in nur drei Tagen - und nichts daran wirkt dem Leser gegenüber aufgesetzt.

War diese Rezension hilfreich?

Bücher von Anne Tyler sind einfach wunderbar. Da ist dieses keine Ausnahme. Anne Tyler schafft es in diesem dünnen Bändchen die unterschiedlichen Fassetten einer Familie darzustellen. Die geschiedenen Eltern, die Tochter, die heiraten will usw. Es passiert gar nichts großes, nicht schlimmes. Aber man liest es einfach so gerne.

War diese Rezension hilfreich?

Ich liebe Anne Tyler und auch diese eher dünne Büchlein hat mich nicht enttäuscht. Die sich über drei Tage erstreckende Erzählung schildert die Hochzeit der Tochter von Gail und Max ... Obwohl die beiden schon länger getrennt sind, quartiert Max sich für diese Tage wieder bei Gail ein und die alte Verbundenheit ist schnell wieder spürbar. Sehr liebevoll erzählt und typisch Anne Tyler. Unbedingt lesen!

War diese Rezension hilfreich?

Anne Tyler zählt zu den Autorinnen, die es meisterhaft verstehen, das Alltägliche in Geschichten zu verwandeln, die sowohl unterhaltsam als auch tiefgründig sind. Mit “Drei Tage im Juni” legt sie erneut ein Werk vor, das durch seine feinsinnige Erzählweise und die präzise Beobachtungsgabe beeindruckt.
Der Titel verrät es schon: Die Geschichte spielt an drei aufeinanderfolgenden Tagen im Juni – dem Tag vor der Hochzeit von Debbie, dem Hochzeitstag selbst und dem Tag danach. Im Mittelpunkt steht aber gar nicht Debbie oder ihre Hochzeit, sondern Gail und Max – Debbies geschiedene Eltern. Obwohl die beiden schon lange getrennt sind, verstehen sie sich inzwischen gut. Aus Gails Sicht erfährt die Leserschaft nicht nur etwas über die Vorbereitungen und die eigentliche Feier, sondern auch viele Rückblicke in ihre Vergangenheit mit Max und die Phasen ihres Lebens. Es ist die Geschichte einer Frau, die über die Mitte ihres Lebens hinaus ist und zurückschaut – auf ihre Ehe, die Trennung und auf all die Erfahrungen und Gefühle, die sie über die Jahre begleitet haben.
Es ist gar nicht so leicht, genau zu sagen, warum ich dieses Buch so sehr mochte – vielleicht, weil es auf den ersten Blick so unscheinbar wirkt und dann doch so viel Tiefe hat. Anne Tyler hat diese besondere Gabe, Alltägliches so zu beschreiben, dass man sich darin wiederfindet. Die Gespräche, die kleinen Spannungen und die lustigen oder auch traurigen Momente – alles fühlt sich echt an. Die Dialoge sind kurzweilig, oft witzig und manchmal ein bisschen bissig, aber nie überzogen.
Gail als Hauptfigur fand ich besonders bemerkenswert. Ihre Gedanken und Erinnerungen wirken so ehrlich und nah, dass ich manchmal das Gefühl hatte, sie spricht direkt zu mir. Man merkt, wie sehr sie über ihr Leben nachdenkt – und wie sie sich selbst dabei immer wieder hinterfragt. Es geht um verpasste Chancen, um Entscheidungen, die das Leben geprägt haben, und um die Frage, was am Ende wirklich zählt.
Für mich war Drei Tage im Juni ein kleines, feines Buch, das mich mit seiner Mischung aus Leichtigkeit und Nachdenklichkeit berührt hat. Anne Tyler schreibt mit einem Humor, der nie platt ist, und einer Weisheit, die einfach wohltuend ist. Es ist kein Buch, das mit großen Dramen oder spektakulären Wendungen daherkommt. Stattdessen liegt der Zauber in den kleinen Dingen: den Erinnerungen, den unausgesprochenen Worten und der Erkenntnis, dass man auch im Alltäglichen das Besondere liegen kann.
Mein Fazit:
“Drei Tage im Juni” ist ein leises, aber kraftvolles Buch über Liebe, Verlust und die Erkenntnisse, die das Leben mit sich bringt. Anne Tyler erzählt mit einer warmen Klugheit, die angenehm das Herz wärmt und zu keinem Zeitpunkt belehrend wirkt. Wer Geschichten mag, die still und trotzdem unheimlich wirkungsvoll sind, sollte dieses Buch lesen. Es ist wie ein Blick in ein fremdes Leben, das am Ende vielleicht gar nicht so fremd ist.

War diese Rezension hilfreich?

Anne Tyler hat mit „Drei Tage im Juni“ wieder ein Meisterstück abgeliefert, ich liebe ihre Geschichten und diese ganz besonders. Mit einer wunderbaren Leichtigkeit und feiner Ironie beschreibt sie das Zusammentreffen des geschiedenen Paares, anläßlich der Hochzeit ihrer Tochter. Sie spröde und schräg, er locker, unbeschwert und gut gelaunt, verbringen sie unerwartet viel Zeit miteinander. Gail ist an einem Wendepunkt ihres Berufslebens und nimmt sich die Zeit, sich neu zu sortieren. Unbedingt lesen.

War diese Rezension hilfreich?

Die Geschichte ist leicht und angenehm zu lesen. Die Dialoge sind witzig und authentisch und laden zum Schmunzeln ein.

War diese Rezension hilfreich?

Anne Tyler: Drei Tage im Juni
Belletristik

Anne Tyler kann man als bewährte Autorin für gute Unterhaltungsliteratur bezeichnen. Sie war für viele Preise nominiert und ist unter anderem Trägerin des Pulitzerpreises und des Sunday Times Award für ihr Lebenswerk. In unserem Schreiblustportal ist außerdem die Rezension zu ihrem 2016 erschienenen Roman „Kleine Abschiede“ zu lesen.

Lebensnah, mit treffenden Dialogen

Mit den Figuren dieses Romans fühlt man sich schnell angenehm vertraut. Anne Tyler versteht es, sie in all ihrem Tun so echt und lebensnah agieren zu lassen, dass man das Gefühl hat, es handle sich um alte Bekannte. Federleicht beschreibt sie Tagesabläufe, Konflikte und Emotionen. Vor allem die überaus treffende Dialogführung, mit der Anne Tyler weite Bereiche der Handlung ausfüllt, liest sich frappierend stimmig. Kein einziges Wort wird hier als überflüssig oder Lücken füllend wahrgenommen.

Kein Glück ohne Enttäuschungen

Die Trennung von Gail und Max liegt schon einige Zeit zurück. Alles, was sie noch verbindet, ist ihre gemeinsame Tochter Debbie. Natürlich werden die beiden bei der anstehenden Hochzeit von Debbie aufeinandertreffen und ihr Bestes geben, um zu einem gelungenen Fest beizutragen. Als Max jedoch zu den Festvorbereitungen mit einer Katze anreist, bringt er die Planung durcheinander. Weil Debbies künftiger Mann eine Katzenallergie hat, muss er kurzerhand in Gails Haus ein Zimmer beziehen.
Vor und während der Hochzeitsfeier kommen kleinere und größere Schwierigkeiten ans Licht, die jedoch meist diskret von den Agierenden vertuscht werden. Die Autorin beschreibt diese teils witzigen oder skurrilen Situationen leise, ohne viel Aufhebens. Verletzendes bleibt zwischen den Zeilen.

Nichts muss bleiben, wie es ist

Auch Gail und Max müssen sich arrangieren. Gail hat zudem berufliche Probleme, die ihr fast mehr zu schaffen machen, als das Aufeinandertreffen mit Max. Beide bemühen sich um Harmonie und bemerken mit der Zeit, wie vertraut sie einander noch sind.
Bei so viel plötzlicher Nähe bleibt es nicht aus, dass Gail und Max sich außer mit der Katze, natürlich auch mit ihrer gemeinsamen Vergangenheit auseinandersetzen. Gail hinterfragt ihr eigenes Verhalten während ihrer langjährigen Beziehung und erkennt eigene Fehler. Zudem stellt sie durchaus positive Veränderungen an Max fest.
Letztlich zeigt sich, nichts muss bleiben, wie es ist.

Ein schön zu lesender kleiner Roman, den man ungern zur Seite legt. Konstant stimmig unterhält er auf gutem Niveau.

Anne Tyler: Drei Tage im Juni.
Übersetzung aus dem Amerikanischen: Michaela Grabinger.
Kein & Aber, November 2024.
248 Seiten, gebundene Ausgabe, 23,00 Euro.

War diese Rezension hilfreich?

Anne Tyler ist eine der Autorinnen, die mich seit geraumer Zeit, genauer gesagt seit Ende der 1980er begleiten. Jedes Mal, wenn ich in ein neues Buch von ihr einsteige, fremdle ich ganz kurz, weil mindestens eine der Figuren irgendwie ungewöhnlich handelt und ich nicht so recht an sie rankomme. Doch schon nach kurzer Zeit war ich jedes mal wieder eingefangen durch den Anne Tyler Sound: flüssig, aufgeräumt und dennoch nicht konfliktfrei, authentisch alltäglich ohne beliebig zu sein. Und was soll ich sagen auch Drei Tage im Juni hat mich einfangen, warm eingehüllt und sehr zufrieden zurückgelassen.

Einen Tag vor der Hochzeit ihrer Tochter erfährt Gail, von der Direktorin der Schule, in der sie arbeitet, dass große Veränderungen anstehen, die auch ihren Arbeitsplatz betreffen. Entgegen der Annahme, dass sie die Direktorin ersetzen wird, immerhin ist sie deren Stellvertreterin, wenn diese aus dem Schuldienst scheidet, ist sie ihre Stelle plötzlich los. Besser gesagt, ihr wird geraten, zu überlegen, ob sie nicht wieder unterrichten möge, anstelle langweiligen administrativen Kram zu erledigen. Prinzipiell keine schlechte Idee, denn das hat Gail immer Spaß gemacht. Doch als die langjährige Chefin ihr vorwirft, sie besäße keine Sozialkompetenz, ist Gail vollends geladen und verlässt die Schule. Zuhause erwartet sie die nächste Katastrophe: Ihr Exmann Max steht vor ihrer Tür und das auch noch mit einer Katze aus dem Tierheim um bittet darum bei ihr übernachten zu können, da der zukünftige Mann ihrer Tochter eine Katzenhaarallergie habe und die geplante Übernachtung dort, nicht möglich ist.

Tyler hat das ehemalige Ehepaar Gail und Max mit feinen Strichen gezeichnet und doch merkt man recht schnell, diese beiden sind zwar sehr unterschiedlich in ihrer Art, aber prinzipiell könnten sie es gut miteinander haben. Die Frage, weshalb sie kein Paar mehr sind, erhält nach und nach eine Antwort. Was ich als Leserin aufgrund der zunächst als eher kühlen, pragmatisch angelegten Figur der Gail, die fast schon ganz leichte autistische Züge trägt und deren Entwicklung wieder einmal erkannt habe, ist die Vielschichtigkeit jedes Menschen, die man eigentlich nie in voller Gänze fassen kann.

Während sich Gail über alles Sorgen und Gedanken macht, lässt sich Max durch nichts aus der Ruhe bringen und reagiert flexibel auf alles, was so passiert. Beide versuchen jedoch die Zeit, die sie nun ungeplant und gezwungermaßen miteinander verbringen, so reibungslos wie möglich zu gestalten. Und siehe da, es gelingt. Gail fängt sogar an, Max in etwas anderem Licht zu sehen.

Wie häufig in ihren Büchern schafft es Tyler auch dieses Mal wieder vorzüglich, die Komplexität menschlicher Beziehungen zu zeigen, ohne die unterschiedlichen Verhaltensweisen zu werten. Dazu erzählt sie die Geschichte dieses ungleichen Paares, das im Grunde gerade deshalb so gut funktioniert hat und auch wieder funktionieren könnte, in ihrem unaufgeregten, verschmitzten Ton, der mich hin und wieder auch auflachen ließ. Ein Wohlfühlbuch der besonderen Sorte.

Seit dem ersten Roman, den ich von Anne Tyler gelesen habe, sind viele Jahre vergangen und dennoch ist die Lektüre eines neuen Romans von ihr immer wie ein Nachhausekommen. Wohltuend und einfach tröstlich.

War diese Rezension hilfreich?

Gedankenkarrussel

Der Roman beschreibt Alltagssituationen aus der Sicht von Gail und Max, einem geschiedenen Ehepaar, dass sich anlässlich der Hochzeitsfeier ihrer Tochter für drei Tage wieder sieht und notgedrungen zusammenwohnen muss. Ich finde die Gedanken von Gail humorvoll und nachdenklich zugleich. Sie entwickelt in jeder Situation Szenarien, was sein könne, wer sich was denken könnte, und macht sich viele Gedanken zu allen Themenbereichen. Dies betrifft auch ihre Vergangenheit und ihre Zukunft. Wenn Gail mal mit dem Gedankenkarussell beginnt, kommt sie so schnell nicht mehr heraus. Für mich waren diese Gedankenspiralen amüsant zu lesen, aber ich konnte sie zum Großteil auch aus ihrer Sichtweise nachvollziehen. Max ist eher ruhig und pragmatisch und nimmt Situationen wie sie kommen.
Am Ende haben sich einige Situationen noch aufgelöst, aber viele angesprochenen Themen blieben weiterhin unbehandelt, was mir nicht so gut gefällt. So hätte ich gerne gewusst, ob der Bräutigam kurz vor der Hochzeit untreu war oder nicht, denn diese Vermutungen haben einen nicht unbeachtlichen Teil der Überlegungen ausgemacht. Die Antwort bleibt allerdings offen.

War diese Rezension hilfreich?

Ein Buch über ein geschiedenes Ehepaar, das aufgrund der Hochzeit ihrer Tochter drei Tage miteinander verbringt.

Gail ist Anfang sechzig, von ihrem Mann Max seit Jahren geschieden und lebt allein. Der Tag vor der Hochzeit beginnt mit der Bekanntmachung Ihrer Chefin, dass sie im nächsten Schuljahr aufgrund mangelnder Sozialkompetenz nicht Direktorin werden wird. Kurz darauf erscheint Max mit einer Katze im Schlepptau bei ihr auf und fragt, ob er bei ihr übernachten kann. Er benimmt sich wie immer, mit all seinen Schwächen und Stärken. Als dann auch noch ihre Tochter anruft und ein eventuelles Fremdgehen ihres zukünftigen Ehemanns verkündet, beginnt Gail sich zu erinnern und eigene Taten zu hinterfragen…

Anne Tyler ist eine Meisterin des Beschreibens ganz normaler Menschen, mit all ihren Ecken und Kanten, die zu liebenswerten Eigenschaften mutieren. Gail ist alles andere als perfekt, anfangs eher verschroben und pessimistisch, das weiß sie, die Frage ist nur, ob sie es schafft, wieder jemand in ihr Leben zu lassen? Die Schilderung der Hochzeit ist distanziert und beschreibt das Aufeinandertreffen sich nicht nahe stehender Menschen, die es sich zum Ziel gesetzt haben, den Tag gut werden zu lassen. Der Tag danach rundet das Buch ab und schließt den Kreis.

Alles in allem ist das Buch ein hervorragendes amerikanisches Gesellschaftsporträt.
Große Leseempfehlung

War diese Rezension hilfreich?

Gail und Max waren verheiratet und haben sich scheiden lassen. Jetzt zur Hochzeit ihrer gemeinsamen Tochter quartiert sich Max bei Gail ein. Sehr humorvoll und warmherzig beschreibt Anne Tyler die Ehe bzw. das Zusammenleben der beiden und die Fehler, die beide gemacht haben. Haben sie evtl. auch nach so langer Zeit noch eine Chance?

War diese Rezension hilfreich?

Liebe findet ihren Weg
Drei Tage über die Hochzeit ihrer Tochter Debbie bringen die seit langem getrennten Eheleute Gail und Max wieder zusammen – zumindest für kurze Zeit. Notgedrungen muss Max, der völlig überraschend vor Gails Tür mit einer Katze unterm Arm auftaucht, bei ihr übernachten. Darüber ist Gail nicht gerade begeistert, kommen doch die alten Bruchstellen und Kränkungen der Ehezeit wieder hoch. Doch die beiden raufen sich soweit zusammen, dass sie die Hochzeit ihrer geliebten Tochter gemeinsam verbringen, was auch manches Mal eher den Anschein von Überstehen hat. Beide erinnern sich an gemeinsame Erlebnisse und längst überdeckte Gefühle kommen wieder hervor.
Oftmals mit einem Augenzwinkern nimmt die Pulitzer-Preisträgerin und mit ihrem Schreibstil voll feiner Ironie mit in die Welt der kleinen Familie. Ein gelungener Roman voller Fülle, der mir mit seiner Leichtigkeit, Wortwitz und klugen Betrachtung der feinen Nuancen im Zwischenmenschlichen ein kurzweiliges Lesevergnügen bereitete.

War diese Rezension hilfreich?

Eine außergewöhnliche Geschichte der leisen Töne. Ich liebe die Hauptfiguren, die so herrlich neurodivergent sind, ohne es selbst zu merken. Danke für diese witzige und auch traurige Geschichte, ich habe mich von der ersten bis zur letzten Seite fantastisch unterhalten gefühlt!

War diese Rezension hilfreich?

Als ich "Drei Tage im Juni" las, war ich sofort von der Geschichte von Gail und Max gefesselt. Beide sind Ende 50 und seit langem getrennt, doch die Hochzeit ihrer Tochter Debbie bringt sie wieder zusammen. Gail sieht sich gezwungen, Max und seine Katze bei sich aufzunehmen, da der Bräutigam allergisch ist.

Besonders beeindruckt hat mich, wie die alte Verbindung zwischen Gail und Max wieder auflebte. Trotz anfänglicher Unannehmlichkeiten und Gails Widerwillen wird schnell klar, dass die Gefühle und Erinnerungen aus der Vergangenheit noch da sind. Die gemeinsame Auseinandersetzung mit der Frage nach der Treue des Bräutigams und dem Wiederaufbau von Vertrauen nach Jahren der Trennung verleiht der Geschichte eine tiefere Bedeutung.

Die humorvolle Distanz, mit der Gail und Max die traditionellen Feierlichkeiten betrachten, und ihre Reflexionen über Vergangenheit und Zukunft machen das Buch zu einer unterhaltsamen und nachdenklich stimmenden Lektüre. Sie stellt die Frage, was das Leben noch für sie bereithält und lässt die LeserInnen über die Möglichkeiten und Chancen im eigenen Leben nachdenken.

Insgesamt ist "Drei Tage im Juni" eine herzerwärmende und fesselnde Geschichte über Liebe, Vertrauen und die zweite Chance im Leben, der ich ganz viele LeserInnen wünsche.

War diese Rezension hilfreich?

Ich mag die Bücher von Anne Tyler. Und auch dieses hat mich nicht enttäuscht.
Gail und Max sind schon lange kein Paar mehr. Jeder hat sich sein Leben eingerichtet. Nun heiratet ihre Tochter Debbie, und Gail und Max werden dort aufeinander treffen. Doch plötzlich steht Max vor Gails Tür, mit einer Katze. Auf Grund einer Katzenhaarallergie des Bräutigams kann Max nicht bei seiner Tochter übernachten. Also soll Gail ihn beherbergen. Sie ist nicht begeistert, zumal die Katze dabei ist. Aber es soll ja nur für kurze Zeit sein. Doch die gemeinsame Zeit verläuft anders als erwartet. Die beiden nähern sich wieder an. Und so lässt sich das Ende der Geschichte bereits früh erahnen.
Die Geschichte ist leicht und humorvoll, dabei nicht oberflächlich. Ein Lesevergnügen à la Anne Tyler.

War diese Rezension hilfreich?

Anne Tyler erzählt in „Drei Tage im Juni“ von einer Hochzeitsfeier, die alte Wunden, neue Chancen und die Frage nach Vertrauen und Vertrautheit aufwirft. Die amerikanische Bestsellerautorin, geboren 1941 in Minneapolis, gehört zu den bedeutendsten Schriftsteller:innen der Gegenwartsliteratur. Mit ihrem präzisen Blick für zwischenmenschliche Beziehungen und ihrer meisterhaften Erzählkunst wurde sie mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Pulitzer-Preis.

Worum geht’s genau?

Gail und Max, ein seit Langem getrenntes Paar, finden sich anlässlich der Hochzeit ihrer Tochter Debbie für drei Tage wieder unter einem Dach. Max bringt überraschend eine Katze mit, die den Bräutigam – wegen seiner Allergie – zum Umdenken zwingt und Max bei Gail einquartiert. Obwohl diese Vorstellung für Gail zunächst kaum erträglich scheint, merken die beiden schnell, dass die alte Vertrautheit zwischen ihnen nie ganz verschwunden ist. Während sie gemeinsam mit einigen Hochzeitspannen jonglieren und die vermeintliche Untreue des Bräutigams diskutieren, stellen sie sich auch den eigenen Fragen nach Liebe, Ehe und Vertrauen.

Meine Meinung

„Drei Tage im Juni“ ist das erste Buch von Anne Tyler, das ich gelesen habe, und es hat mich mit seiner leisen, aber eindringlichen Art beeindruckt. Besonders hervorzuheben ist Tylers Fähigkeit, Figuren lebendig und authentisch zu zeichnen. Die Chemie und Nähe zwischen Max und Gail sind so greifbar, dass man als Leser:in zwar unmittelbar ins Geschehen hineingeworfen wird, aber auch sofort die tiefe Vertrautheit spürt, die sie einst miteinander geteilt haben und die trotz ihrer Trennung noch vorhanden ist.

Das Buch ist ein klassisches „Feel-Good“-Werk, das sich wunderbar leicht liest, auch wenn es durchaus nachdenkliche Momente bietet. Humor und Lebensnähe ziehen sich durch die gesamte Geschichte, ohne dass die ernsteren Themen – wie Vertrauen, Liebe und die Herausforderungen langer Beziehungen – zu kurz kommen. Tyler schafft es, alltägliche Szenen in etwas Besonderes zu verwandeln, selbst wenn „nichts Herausragendes“ passiert. Genau das macht den Charme dieses Romans aus: Er ist wie ein Blick mitten ins Leben. Meine Lieblingsfigur im Buch ist zweifellos die Großmutter Joyce. Mit ihrer warmherzigen, aber auch herrlich ehrlichen Art bringt sie nicht nur Humor in die Geschichte, sondern auch einen zusätzlichen emotionalen Anker.

Ein kleines Manko war für mich die ungewöhnliche Struktur des Buches. Die Geschichte ist in nur drei Kapitel unterteilt, die jeweils einen Tag symbolisieren. Diese Aufteilung war zwar inhaltlich passend, hat meinen Lesefluss aber etwas gestört, da die Kapitel recht lang wirkten. Ein weiterer Punkt, der ich im Buch vermisst habe, ist, dass nicht gegendert wird. Trotzdem tut das der Qualität der Geschichte keinen großen Abbruch.

Fazit

„Drei Tage im Juni“ ist ein wunderschönes, lebensnahes Buch, das sich mit den alltäglichen Höhen und Tiefen des Lebens beschäftigt. Anne Tyler schafft es, aus einer vermeintlich simplen Geschichte über Liebe und Vertrauen eine berührende Erzählung zu machen, die gleichzeitig nachdenklich stimmt und unterhält. 4 von 5 Sternen.

War diese Rezension hilfreich?

Drei Tage im Juni, gelesen an drei Tagen im Dezember. Sehr gute Geschichte, ich bin bei Gail quasi zu Hause gewesen,so wunderbar sind die Charaktere dargestellt. Ein wunderschönes Buch, sehr angenehme Lektüre. Diesen Roman empfehle ich sehr gerne.

War diese Rezension hilfreich?

Da ich Anne Tylers Romane sehr mag, war ich gespannt auf ihr neuestes Werk, „Drei Tage im Juni“.

Max und Gail sind seit vielen Jahren getrennt. Nun heiratet ihre gemeinsame Tochter Debbie, und Max reist zur Feier an. Eigentlich sollte er bei Debbie unterkommen, doch da er eine Katze im Gepäck hat und Debbies zukünftiger Mann Kenneth gegen Katzen allergisch ist, quartiert sich Max kurzerhand samt Katze bei Gail ein. Gail arrangiert sich notgedrungen damit. Das ungewollte Zusammenleben bringt für Gail, aus deren Sicht das Buch geschrieben ist, Herausforderungen mit sich. Sie erinnert sich an früher, an Eigenschaften, die sie schon damals an Max gestört haben, aber auch an Liebenswertes. Auch die eine oder andere Veränderung stellt sie an Max fest.
Das Buch ist eingeteilt in drei Kapitel und erzählt die Ereignisse am Tag vor der Hochzeit, dem Hochzeitstag und dem Tag danach. Hierbei werden immer wieder Rückblenden zu früher eingebunden.

Von Beginn an konnte ich mich sehr gut in Gail hineinversetzen. In ihrer direkten, manchmal etwas unbeholfenen Art erkannte ich mich ein bisschen selbst wieder. Auch Max wirkt auf mich grundsätzlich sympathisch, auch wenn ich in der Realität mit einem Mann wie ihm wahnsinnig werden würde, da mir seine Inkonsequenz auf die Nerven ginge. Das erste Drittel begann sehr vielversprechend, und ich war gespannt, wie sich die Situation bei Max und Gail entwickelt. Auch bei Debbie und Kenneth zeichnet sich eine Herausforderung ab. Im zweiten Drittel flachte die Handlung für mich allerdings zunehmend ab, und das letzte Drittel ließ mich mit einem „Und das war jetzt alles?“-Gefühl enttäuscht zurück. Eine echte Entwicklung konnte ich bei den Figuren nicht feststellen, alles wirkt recht lauwarm und ohne Biss. Ich konnte die Entscheidungen der handelnden Personen nicht nachvollziehen, und ich habe mich lange gefragt, was mir die Autorin mit dieser Geschichte sagen möchte. Die Kernbotschaft, die ich in diesem Buch erkenne, kann ich nicht unterstützen. Mag sein, dass die inzwischen über achtzigjährige Autorin einen altersmilderen Blick auf das Leben und Beziehungen hat als ich.

Mich konnte dieser Roman leider nicht überzeugen.

War diese Rezension hilfreich?

Am Tag vor der Hochzeit ihrer Tochter Debby erfährt Gail, eine Lehrerin Anfang 60, dass sie ihren Job voraussichtlich bald wegen mangelnder Sozialkompetenz verlieren wird, Sie flüchtet nach Hause, wo ihr Ex-Mann Max samt einer alten Katze vor der Tür steht und sich für die nächsten Tage bei ihr einquartieren möchte. Zunächst passt ihr das gar nicht, aber dann stellt sich immer wieder die alte Vertrautheit ein und gemeinsam erleben sie die Tage der Hochzeitsvorbereitungen und der Hochzeit ihrer Tochter.
Eigentlich erzählt Anne Tyler eine Geschichte aus einem normalen Leben. Doch durch ihre intensive Betrachtung der Ereignisse und Figuren, durch ihren Humor und ihre kleinen Seitenhiebe, werden diese Geschichten so lebendig und spannend. Ihre liebevolle und lebenskluge Sicht auf die Personen und Geschehnisse machen das Buch zu einer kleinen Perle.

War diese Rezension hilfreich?

"Drei Tage im Juni" ist ein typisches Anne Tyler-Buch, humorvoll, bodenständig, unterhaltsam, berührend. Es ist ein Roman, wie man ihn von Anne Tyler kennt und auch erwartet. Das Buch ist auf jeden Fall empfehlenswert. Vielen Dank für das Leseexemplar!

War diese Rezension hilfreich?

LeserInnen dieses Buches mochten auch: