Der Einfluss der Fasane

Roman

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Erscheinungstermin 12.03.2025 | Archivierungsdatum 11.05.2025

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Zum Inhalt

Der neue Roman der Buchpreisträgerin Antje Rávik Strubel: Federleicht und messerscharf

An einem frühen Morgen steht Hella Karl am Briefkasten und liest die Meldung, die sie aus der Bahn werfen wird: Der Star der Berliner Theaterszene und Gravitationszentrum der Kulturwelt hat sich das Leben genommen. Hella Karl, Feuilletonchefin einer großen Zeitung, ist nicht so leicht aus der Ruhe zu bringen und glaubt, alles im Griff zu haben. Doch sie hat einen folgenreichen Artikel über den gefeierten Mann verfasst – und jetzt wird sie für seinen Tod verantwortlich gemacht. Ist er an sich selbst gescheitert, oder hat Hella Karl ihn in den Tod geschrieben?

»Der Einfluss der Fasane« erzählt heiter und packend von einer, die die Kontrolle verliert. Von den Erregungsdynamiken, die sich, einmal in Gang gesetzt, nicht mehr steuern lassen. Ein leichtfüßiger Roman über schwere Vorwürfe, das Ringen um Worte und über das Unheil von medialen Diskursen.

Der neue Roman der Buchpreisträgerin Antje Rávik Strubel: Federleicht und messerscharf

An einem frühen Morgen steht Hella Karl am Briefkasten und liest die Meldung, die sie aus der Bahn werfen wird:...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Hardcover
ISBN 9783103971712
PREIS 24,00 € (EUR)
SEITEN 240

Auf NetGalley verfügbar

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

„Der Mob-Mentalität der sozialen Netzwerke müssen wir uns mit deutlicher Entschiedenheit entgegenstellen.“ Das ist ein Satz aus dem Roman #DerEinflussderFasane. Er stammt aus der Feder von Antje Rávik Strubel. Recht hat sie, diese Hella Karl. Sie arbeitet als Journalistin und nicht nur sie selbst ist davon überzeugt, dass sie gut ist. Bis, ja bis ein Skandal ihr Selbstbild erschüttert. Einer ihrer letzten Interviewpartner begeht Suizid. Sie wird beschuldigt, einen großen Teile dazu beigetragen zu haben und wird von ihrer Arbeit suspendiert. Der Roman beschreibt sehr gut, wie es bei den Gazetten zugeht. Wer nicht einwandfrei funktioniert, wird des Feldes verwiesen.

Es ist nicht das geschriebene Wort von Journalisten, das die Meinung von Menschen beeinflusst. Es sind diese „sozialen Medien“, die immer häufiger im Vordergrund stehen. Es gibt wohl kaum einen Haushalt, der nicht mit FB vernetzt ist. Falschmeldungen und/oder sogenannte „alternative Fakten“ sind an der Tagesordnung. Wie oft werden Menschen aufgrund dessen durchs Netz gejagt. Hella Karl soll mundtot gemacht werden. Angeblich hat sie einen Menschen verunglimpft, der sich niemals etwas zuschulden kommen ließ. Doch stimmt das wirklich?

Das Buch ist eine Mischung aus Krimi und Roman. Mitunter schwierig nachzuvollziehen und am Ende nicht einleuchtend. #NetGalleyDE

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"Der Einfluss der Fasane" wurde von der Buchpreisträgerin Antje Rávik Strubel geschrieben.

Hella Karl steht im Morgenmantel am Briefkasten und liest in der Zeitung, dass der Star der Berliner Theaterszene sich das Leben genommen hat, kurz nachdem sie einen Enthüllungsartikel über ihn geschrieben hat. Nun wird sie verantwortlich für seinen Suizid gemacht, obwohl die Hintergründe seiner Tat noch gar nicht klar sind.

In diesem Chaos versucht Hella Karl die Nerven nicht zu verlieren, doch zunehmend verliert sie die Kontrolle über ihr eigenes Leben. Dabei im Mittelpunkt die Medien, die teils kopflos agieren und stark polarisieren, um schnellst möglich Nachrichten zu verfassen und an den Leser zu bringen. Die Medien die Hella selbst gut zu steuern weiß, richten sich plötzlich gegen sie und ein Kampf entflammt. Doch wird ihr immer mehr der Einfluss genommen und sie muss sich letztendlich ihrer Machtlosigkeit stellen, auch wenn sie immer noch versucht den Schein zu wahren. Doch schon bald passiert in ihrem Privatleben auch schnell sehr viel und ihr Berufschaos färbt auf ihr Privatleben ab. Auf dem Höhepunkt ihres Scheiterns hinterfragt sie sich selbst, ihre Entscheidungen und ihre Vergangenheit. Viele Entscheidungen die sie zu dem gemacht haben wer sie heute ist, doch auch eben zu dieser Person die nun gescheitert ist.

Schritt für Schritt enthüllt die Autorin das Verhältnis zwischen dem Toten und Hella. Dabei stellt sich immer wieder die Frage, wie gut die beiden sich gekannt haben und was für eine Person der Tote tatsächlich war? Das Mitleid für ihn und für seine Witwe löst sich nach und nach immer weiter auf und es kommen allerhand prekäre Informationen ans Tageslicht. Auch der Suizid wirft immer mehr Fragen auf, als dass diese beantwortet werden.

Antje Rávik Strubel hat einen leichten und doch einnehmenden Schreibstil. Gekonnt eröffnet sie nach und nach Informationen, die nicht zu viel verraten und so die Aufmerksamkeit erhöhen. Immer wieder stehen auch die Medien im Fokus und wie man diese auch kritisch Hinterfragen muss.

„Der Einfluss der Fasane“ ist ein toller Roman mit einer modernen und kritischen Sicht auf die Medien. Mir hat dieser Roman sehr gefallen, daher gibt es von mir eine klare Leseempfehlung.

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Hella Karl

Der Einfluss der Fasane ist auf dem ersten Blick nicht so komplex wie Angje Ravic Stubels Erfolgsbuch Die blaue Frau. Aber auch dieses Buch hat ein relevantes Thema.
Mit der Journalistin Hella Karl hat die Autorin eine gute Figur geschaffen, stark und sensibel zugleich.
Trotzdem muss sie sich mit einer schwierigen Situation auseinandersetzen. Die Verantwortung für den Selbstmord eines Mannes wird ihr vorgeworfen, da sie einen kritischen Artikel gegen ihn geschrieben hat.
Der Roman ist relativ ruhig gehalten, sprachlich weniger fordernd als erwartet.
Es ist ein interessantes Buch, aber vielleicht zu unspektakulär für meinen Geschmack. Doch für die Sorgfalt, mit der der Roman geschrieben ist, kann man als Leser dankbar sein.

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Kai Hochwerth, gefeierter Berliner Theater-Intendant, nimmt sich in der Oper von Sydney das Leben, während seine Frau, eine berühmte Opernsängerin, auf der Bühne steht.
Die Nachricht schlägt in der Berliner Kultur- und Medienszene ein wie eine Bombe. Und Hella Karl, Feuilletonchefin einer der größten Zeitungen, steht plötzlich unter Beschuss. War sie es doch, die Hochwerth in einer Reihe von Artikeln vorgeworfen hatte, eine junge Schauspielerin zu einer Abtreibung genötigt zu haben und an seinem Theater ein Klima der Demütigung und sexuellen Belästigung geschaffen zu haben.
Die beiden verbindet eine ambivalente Beziehung über etliche Jahre. Man respektierte die Macht des anderen bis zu einem gewissen Grad, vielleicht gab es da auch ein unterschwelliges Knistern?
Hat Hella Karl Hochwerth den Tod gewünscht? Mit Sicherheit. Aber hat sie ihn auch "in den Tod geschrieben"?
Schnell entwickelt sich über Social Media, Zeitungen und das Fernsehen ein Sturm, der alles hinwegfegen könnte. Eine Debatte, die wie so oft jenseits von Rationalität und Sachlichkeit geführt wird.
Hella Karl muss sich vielen Fragen stellen - der Zeitung, der Öffentlichkeit, vor allem aber sich selbst...
Antje Rávik Strubel berührt mit ihrem Buch viele aktuelle Themen wie Frauenrechte, Abtreibung, Mobbing, Hass und Hetze in den Medien und Vorverurteilungen. Dabei zeichnet sie ein authentisches, aber auch sehr abschreckendes Bild von Politik, Kultur und Medien in der Hauptstadt. Selten haben mich die Charaktere eines Buches so abgestoßen!
"Der Einfluss der Fasane" ist sicher kein "Wohlfühl-Buch", aber eines, um darüber zu sprechen und nachzudenken.

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Hella Karl greift einen gefeierten Star in der Berliner Kulturwelt in ihrem Zeitungsbericht an und stellt ihn damit bloß. Ist damit seine Karriere am Ende? Nur begeht dieser kurze Zeit später Selbstmord. Eine Reaktion auf ihren Artikel? Der Artikel setzt, wie man es schon ahnt, eine Welle der Abneigung, Ausgrenzung in Gang …
Frau Strubel greift ein bisschen tiefer in ihrem Roman. Sie beschreibt nicht nur eine Zeit nach dem Artikel, sondern auch eine davor. Sie entwirft das Psychogramm einer Täterin, die gleichzeitig Opfer ist.

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Hella, eine Journalistin, wird für den Tod eines Theaterregisseurs verantwortlich gemacht. Sie wird von ihrer Arbeit freigestellt, viele Personen beginnen sie zu meiden. Selbst T, ihr Mann, verlässt Hella eines Tages, allerdings, um seinem Leben einen neuen Sinn zu geben. Hella lässt sich nicht unterkriegen und kommt dem wahren Freitod des Regisseurs auf den Grund. Als sie endlich wieder nach vorn blicken kann, quert ein Fasan ihre Fahrbahn. Das Leben ist nicht immer fair.

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Die Journalistin, Hella Karl liest die Meldung, die sie aus der Bahn werfen. Ein ehemaliger Berliner Erfolgsregisseur hat sich das Leben genommen. Sie hat einen Artikel über ihn verfasst und jetzt wird sie für seinen Tod verantwortlich gemacht. In dieser packenden Geschichte wird von einer Frau erzählt, die die Kontrolle verliert. Es ist ein leichtfüssiger Roman über schwere Vorwürfe. Beim Lesen der Geschichte wird man hin und her gerissen, wie die Journalistin angegangen wird. Der damalige Artikel kam einem Skandal gleich und plötzlich fragt sie sich war es richtig dies so zu tun? Für mich ist diese Geschichte sehr eindringlich und gut geschrieben. Das Lesen ist bildhaft und die Protagonisten authentisch. Diese Geschichte reicht sehr schnell an Rufmord für meinen Geschmack. Dieser Roman kann ich sehr empfehlen zu lesen.

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Die Herausforderungen der medialen Verantwortung

Antje Rávik Strubel stellt in ihrem Roman 'Der Einfluss der Fasane' die geradlinige, gestandene Journalistin Hella Karl in den Mittelpunkt des Geschehens. Sie leitet bei einer Berliner Zeitung das Ressort Feuilleton. Als der Tod von Kai Hochwerth publik gemacht wird, ein bekannter Name in der Kulturwelt, gerät sie in den Verdacht durch ihren einst kritischen Artikel über ihn, schuldhaft beteiligt an diesem Selbstmord zu sein. Sie gerät in den Fokus einer öffentlichen und beruflichen Empörungswelle, die ihre Nerven arg strapaziert. Doch Hella ist es gewohnt zu kämpfen und gibt nicht so leicht auf.
Die Autorin vermag es, die dunklen Seiten der kommerziellen Verurteilung einer Person treffend zu thematisieren, den schnelllebigen Wandel allgemein gefasster Meinungen durch gezielte Einflussnahme darzustellen. Sie trifft den Nerv des medialen Zeitgeschehens und zeigt die Schwachstellen des Umgangs von verletzenden Wortschlachten und natürlich resultierend daraus die toxischen Auswirkungen auf die menschliche Psyche.
Eine Leseempfehlung, die ich sehr gern weitergebe

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Hella Karl ist Leiterin des Feuilltonteils einer großen Berliner Zeitung. Als sie vom Tod des Theaterintendanten Kai Hochwerth erfährt ist sie überrascht - aber ein Verlust für die Welt ist es trotzdem nicht. Zu Beginn versucht sie diese Angelegenheit rein professionell anzugehen, doch sehr schnell wird es persönlich: Die anderen Medien beschuldigen Hella, Hochwerth mit einem vernichtenden Artikel in den Tod getrieben zu haben. Es beginnt eine Hetzjagd, bei der die Grenzen von Schuld so sehr verschwimmen, dass die Wahrheit nebensächlich erscheint.
Der Schreibstil von Strubel ist auf den Punkt und unglaublich nuanciert. Die Geschichte ist manchmal absurd, aber genau so muss sie sein. Die Macht der Medien wird hier deutlich herausgearbeitet.
Die sexualisierten Stellen müssen wohl drin sein, da das heutzutage zu "Literatur" dazugehört, auch wenn es wirklich unnötig ist. Die Charaktere sind allesamt anstrengend, aber auch hier muss es für das Gesagte einfach sein.

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Hella, Chefredakteurin des Feuilletons einer renommierten Berliner Zeitung, lebt ein Leben, das auf den ersten Blick perfekt erscheint. Ihr Zuhause in West Glienicke ist idyllisch, die Beziehung zu ihrem Partner T. stabil und erfüllend. Freunde oder Haustiere braucht sie nicht; ihre Arbeit und ihre Partnerschaft scheinen ihr zu genügen. Doch diese scheinbare Kontrolle zerbricht, als eine kritische Reportage über den Theaterregisseur Hochwarth, der sich daraufhin das Leben nimmt, eine Lawine des öffentlichen Hasses über sie hereinbrechen lässt.
Die Stärke des Romans liegt in der schonungslosen Innenperspektive Hellas. Strubel zeichnet das Psychogramm einer Frau, die durch ihre distanzierte, oft überhebliche Haltung gegenüber anderen schwer zugänglich wirkt. Hella beobachtet scharf und urteilt unnachgiebig – Eigenschaften, die ihr beruflichen Erfolg gebracht haben, sie jedoch in der persönlichen Krise isolieren. Ihre Suspendierung, der gesellschaftliche Ausschluss und die Risse in ihrer Beziehung zu T. treiben sie an die Grenzen ihrer Belastbarkeit.
Strubels Sprache ist präzise und vielschichtig. Sie schafft es, Hellas inneren Kampf greifbar zu machen, während sie gleichzeitig ein lebendiges Bild der Berliner Kulturszene entwirft. Die schillernden, aber auch dunklen Seiten dieser Welt werden mit großer Authentizität eingefangen, was den Roman zu einem besonderen Erlebnis für kulturinteressierte Leser:innen macht.
Der Einfluss der Fasane ist keine leichte Kost – aber ein literarisch anspruchsvolles Werk, das sich mit Themen wie öffentlicher Moral, Medienmacht und der Fragilität persönlicher Beziehungen auseinandersetzt. Wer bereit ist, sich auf die komplexe Hauptfigur einzulassen, wird mit einem tiefgründigen, bewegenden Leseerlebnis belohnt. 5 Sterne für diesen eindrucksvollen Roman!

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Zum Inhalt:
Hella Karl ist die leitende Journalistin für das Feuilleton einer Berliner Zeitung und hat sich nie verbogen. Als sie jetzt die Nachricht liest, dass sich ein ehemalig bekannter Regisseur das Leben genommen hat, ist sie schockiert, denn sie hat seinerzeit einen Skandal um ihn aufgedeckt. Jetzt sieht sie eine Hetzjagd auf sich zukommen, selbst die eigene Zeit wendet sich gegen sie.
Meine Meinung:
Im Grunde erlebt man im diesen Buch, wie schnell man vom vermeintlichen Täter zum Opfer wird und ein Kabinettstück wie die Medien in der Lage sind auch Meinungen zu bilden oder zu beeinflussen. Man fragt sich schon, wie es sein kann, dass jemand, der eigentlich einen Skandal aufdeckt, plötzlich als der Schuldige dasteht. Plötzlich sind alle gegen Hella und man fragt sich mehr als einmal, ob Hella wirklich im Recht war oder auch nicht. Am Ende bleibt die Frage, ob Hella verantwortlich ist. Das Buch hat mir gut gefallen.
Fazit:
Wer ist hier das Opfer?

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Andere Einflüsse

Die Buchpreisträgerin Antje Rávik Strubel macht es ihren Lesern nicht ganz leicht, Sympathie oder zumindest etwas Anteilnahme zu entwickeln mit ihrer Hauptperson Hella Karl. Vielleicht liegt es auch am allgemeinen Misstrauen gegenüber Medien, sozialen Medien und auch Journalisten, dass da so ein Unwohlsein mitschwingt. Bei mir jedenfalls war es so, und Hella Karl tat eigentlich lange nichts, um dieses Gefühl bei mir zu stoppen.
Zudem ist der Schreibstil für mich zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig, die Gedanken von Hella Karl kamen mir recht abgehackt und verwirrt vor. Im Laufe der Geschichte änderte sich das. So eine kluge Journalistin und Analystin lässt sich doch nicht so leicht ins Bockshorn jagen. Sie soll Schuld sein am Tod von Kai Hochwerth, einem Star der Berliner Kunst- und Kulturszene? An seinem Selbstmord im fernen Sydney? Das Buch bewegt sich langsam, aber geradlinig auf die Beerdigung des teuren Toten zu: „Lacrimosa!“ Das ist einfach perfekt auf den Punkt gebracht. Der Leser liest und denkt mit Hella Karl, am Ende ist sie doch den Zufällen des Lebens ausgesetzt, manchen Einflüssen kann man sich eben nicht entziehen. Auch wenn das letzte Kapitel nur ein einziger Satz ist, hat es mir sehr gutgetan.
Das Cover muss ich unbedingt in einer Buchhandlung im Original anschauen, es sieht wunderbar aus, die Schrift ist so passend gewählt und der Fasan sieht eigentlich nicht sehr einflussnehmend aus. Ich kenne aber nur das E-Book.
Fazit: Wenn man den roten Faden gefunden hat, liest sich dieser Roman gegen Ende immer schneller und besser. Ich kann das Buch empfehlen. Und gebe gute vier Sterne.

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Dieser neue Roman von Antje Ravik Strubel um die Journalistin Hella Karl passt haargenau in die heutige Zeit. Der Umgang mit den Medien heutzutage und was das alles bewirken kann. Ein gut geschriebenes Buch, dass den Leser sehr schnell mitnimmt, aber welches mich doch ein wenig ratlos zurücklässt.
Hella Karl, eine Journalistin, verheiratet, hat vor geraumer Zeit einen Artikel verfasst, der einen stadtbekannten Theaterintendanten zu Fall gebracht hat. Dieser befindet sich mit seiner Frau, einer berühmten Opernsängerin, in Australien, wo sie auf Tour ist, und er bringt sich in Sydney um. Was wie eine traurige Meldung klingt, wird zu einem Bumerang für Hella. Die sozialen Medien werfen ihr vor, für den Suizid verantwortlich zu sein. Das ist alles starker Tobak und baut eine Szenerie auf, die gewaltig auf den Menschen wirkt. Die Sprache verstärkt das alles sehr gut in dem Buch. Ein großer Pluspunkt dieses Buches und doch fehlt mir etwas. Es wird sehr gut gezeigt, wie das bisherige Leben von Hella sich schlagartig ändert. Gut, die Geschichte mit ihrem Mann hätte meines Erachtens nun nicht sein müssen. Das trägt nicht viel zur Geschichte bei, außer einen weiteren Tiefschlag für Hella. Zudem klingt für mich der Part des Mannes wenig glaubwürdig. An der Figurenzeichnung hätte die Autorin meines Erachtens mehr wirken können.
Aber all das Nichtgeschriebene, das Zwischen Den Zeilen, entfacht in diesem Buch eine enorme Wirkung. Mit wenig Worten wird viel ausgedrückt und man muss nicht seitenweise darüberschreiben, wie jemand geschnitten wird und sich dabei auch noch fühlt. Hella nimmt den Kampf über ihr Leben auf, geht teilweise auf direkte Konfrontation und irgendwann kommt ihr ein Gedanke, durchsucht sie ihre Unterlagen und findet einen bestimmten Punkt. Sie beginnt, den Spieß umzudrehen. Sie überdenkt das Verhältnis zum „Opfer“, begibt sich an die Orte seines Wirkens und so langsam kristallisiert sich ein Verdacht heraus. Nur leider hat sich die Autorin dazu entschlossen, am Ende schweigsamer zu werden.
Der Fokus liegt eindeutig auf Hella und die Medien. Alle anderen Personen, selbst der Intendant, bleiben im Hintergrund, sie bekommen nicht viel Raum. Wobei es der Autorin so aber auch oft gelingt, die Beziehungen der Figuren untereinander kurz und prägnant zu beschreiben.
Ein hochwichtiges Buch, meiner Meinung nach, welches ich gerne gelesen habe und welches auch noch lange nachwirkt. Aber das letzte Drittel lässt mich doch ein wenig enttäuscht zurück, im Vergleich zum Anfang des Buches. Eine sehr schöne Sprache und die Figuren, nun ja, es ist Meckern auf hohem Niveau. Aber wie schon erwähnt, der Ehemann wirkt etwas nachlässig entworfen.
Alles in allem ein sehr lesenswerter Roman.

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Antje Rávik Strubel war mir bislang kein Begriff, obgleich sie bereits den Deutschen Buchpreis gewann. Meine Unkenntnis sollte „Der Einfluss der Fasane“ ändern.

In der Geschichte geht es um Hella Karl: Sie erfährt, dass sich der Theaterintendant Kai Hochwerth das Leben nahm, nachdem sie einige Artikel über ihn und seine „Neigungen“ veröffentlicht hatte. Als Feuilletonchefin schriebe sie zwar in der Regel über Hochwerths Schaffen, doch in den Artikeln ging es um MeToo-artige Vorwürfe. Dass Hochwerth verheiratet war, spielt dabei vordergründig nur eine untergeordnete Rolle. Für Hella geht es schnell darum, sich mit Anfeindungen auseinanderzusetzen – vor allem auch um Anfeindungen ihrer selbst sich gegenüber – und nicht im Strudel der ausgelösten Ereignisse unterzugehen.

Zur Handlung sei gar nicht mehr gesagt, die ist beinah nebensächlich. Was die Autorin hier vollbringt, ist Kunst auf einer anderen Ebene: Sie inszeniert ihre Figuren wie in einem Theaterstück, da ist etwa der Beginn, wie Hella im Bademantel am Briefkasten stehend die Nachricht von Hochwerths Tod erhält. Das hat etwas Tragikomisches. Auch die Beziehungen der Figuren zueinander (allen voran Hella und Hochwerth, Hochwerth und seine Frau „Die Mingo“, Hochwerth und die Schauspielerin bzw. andere Figuren seines Theaterkosmos). Auch der Selbstmord in der Oper: inszeniert. Ist auch die „Hetzjagd“ auf Hella inszeniert? Wie ruhig und beherrscht ist die sonst kühle, alles kontrollierende Hella wirklich angesichts des Vorwurfs, Hochwerth in den Tod getrieben zu haben? Da sind die Vorwürfe von außen nur ein Bestandteil, viel größer die Kämpfe, die sie mit sich aussteht. Und da sind „die Medien“, die sich auf sie, die Medienvertreterin stürzen, frei nach dem Motto: Erst die (Pseudo-)Moral, dann die Fakten. Das ist m. E. das zentrale Thema, daneben geht es um Druck und dessen Folgen, die (Ausnutzung von) Macht durch Personen, denen das möglich ist, quasi die Macht der Macht – vor der Kulisse des Theaters und seiner teils musealen Anmutung. Wie liest sich das denn nun? Kühl … ob die Autorin wollte, dass man für keine Figur Sympathie ergreift, um zu einer objektiveren Bewertung zu kommen, sei dahingestellt. Fakt ist: So gar keine Figur ist wirklich sympathisch, auch der Schreibstil ist oft kühl-distanziert, dann aber scheinen am Rande unterhaltsame Sticheleien auf, sprachlich interessant gemacht. Dem Thema mag man genau so gerecht werden, weil man es unemotional betrachten sollte. Zugleich verstreicht aber die Chance, Lesern, die „Social Media“ nutzen und damit zur Anfeuerung der Dynamik beitragen, den Spiegel vorzuhalten, indem man an deren emotionale Seite apelliert (ob das hätte gelingen können, sei dahingestellt). Ein Lesevergnügen im eigentlichen Sinne ist der Roman nicht, aber er legt Finger in Wunden und das ist gut gemacht.

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In ihrem neuen Roman “Der Einfluss der Fasane” erzählt die Buchpreisträgerin Antje Rávik Strubel aus dem gutbürgerlichen Kulturmilieu Berlins. Im Mittelpunkt steht die gestandene Journalistin und Kulturressortleiterin Hella Karl, die in ihrem Auftreten und ihren Attitüden noch ganz den 1980er Jahren verhaftet ist. Mit #Me-too-Debatten, Thesen zu “gläsernen Decken” und angeblichem Machtgefälle zwischen Männern und Frauen kann sie nicht viel anfangen; jede/r kämpft halt mit seinen Mitteln. Dass ihr nun ausgerechnet einer ihrer wenigen geschlechterkritischen Artikel zum Verhängnis werden soll, ist starker Tobak für sie – und dennoch kein Zufall.

So zeigt Antje Rávik Strubel noch einmal auf, wie übel sich manche Männer in leitenden Positionen des ach so freien Kulturbereiches Frauen gegenüber gebaren. Und sie zeigt das Hauen und Stechen unter den Journalist:innen, die um die immer rarer werdenden Jobs in den etablierten Medien konkurrieren. So ist “Der Einfluss der Fasane” ein leicht erzählter, aber scharfsinnig beobachteter Abgesang auf einen Kulturbetrieb voller Chauvinismen und die Auswirkungen des allgegenwärtigen Streichkonzerts im Qualitätsjournalismus. Übrigens: Der Fasan gilt als Krafttier und steht für Selbstdarstellung, Kreativität, Fülle und Erneuerung.

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