Künstliche Intelligenz und echtes Leben

Philosophische Orientierung für eine gute Zukunft

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Erscheinungstermin 09.10.2024 | Archivierungsdatum 08.12.2024

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Zum Inhalt

Kann KI uns helfen, ein besseres Leben zu führen?
Schon in naher Zukunft werden wir von einer persönlichen KI durch unseren Alltag begleitet. Auch virtuelle Partner und die Vernetzung unserer Umwelten im Internet der Dinge sind nicht länger Nischenphänomene. Der Philosoph Christian Uhle bietet uns eine Orientierungshilfe durch diese Neuerungen. Denn die Möglichkeiten von Künstlicher Intelligenz faszinieren mit großer Strahlkraft und entwickeln sich rasend schnell. Mit Sicherheit werden sie die Gesellschaft und die Welt, in der wir leben, nachhaltig verändern. Aber in welche Richtung? Meist sind neue Technologien mit den glitzernden Versprechen einer besseren Zukunft verbunden: Mehr Zeit für das Wesentliche dank smarter Apps! Mehr Verbindung zu deinen Mitmenschen durch Online Dating! Entlastung und Begleitung durch KI - rund um die Uhr!
Christian Uhle schaut, wo sich tatsächlich Potentiale für ein erfüllteres Leben, eine gute Zukunft eröffnen – und wo wir in die Irre geleitet werden.

»Fachkundig und philosophisch auf der Höhe der Zeit, gleichzeitig immer verständlich und unterhaltsam, zeigt Christian Uhle: Die KI kann und wird, wenn wir sie ordentlich nutzen, zu einem guten – analogen! – Leben beitragen.« Armin Grunwald

Kann KI uns helfen, ein besseres Leben zu führen?
Schon in naher Zukunft werden wir von einer persönlichen KI durch unseren Alltag begleitet. Auch virtuelle Partner und die Vernetzung unserer Umwelten...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783103976045
PREIS 24,00 € (EUR)
SEITEN 304

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Rezension: "Künstliche Intelligenz und echtes Leben: Philosophische Orientierung für eine gute Zukunft" von Christian Uhle

In seinem Buch "Künstliche Intelligenz und echtes Leben" bietet der Philosoph Christian Uhle eine umfassende und tiefgehende Analyse über die rasanten Entwicklungen und potenziellen Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz (KI) auf unser Leben. Uhle stellt sich der Frage, ob KI tatsächlich dazu beitragen kann, ein besseres und erfüllteres Leben zu führen – und wenn ja, unter welchen Bedingungen dies möglich ist.

Eine Philosophie der Zukunftstechnologie
Uhle nimmt in diesem Buch eine philosophische Perspektive auf die technologischen Veränderungen ein und geht weit über die rein technischen oder ökonomischen Diskussionen hinaus, die häufig die Debatte um Künstliche Intelligenz prägen. Seine Fragestellungen zielen nicht nur auf die praktischen Anwendungen der Technologie ab, sondern auch auf tiefere philosophische und ethische Überlegungen: Wie verändert KI unser Verständnis vom Menschen? Wie beeinflusst sie unsere Beziehungen? Wie wirkt sie auf das gute Leben, das die Philosophie seit Jahrhunderten definiert?

Uhle ist sich der Faszination bewusst, die KI auf viele Menschen ausübt. Die Vorstellung, dass eine persönliche KI uns durch den Alltag begleitet, scheint verlockend: Von smarten Assistenten über die Vernetzung von Haushaltsgeräten bis hin zu virtuellen Partnern – all diese technologischen Fortschritte bieten immense Möglichkeiten. Doch Uhle stellt gleich zu Beginn klar, dass es nicht allein um die Machbarkeit geht, sondern um eine kluge und reflektierte Nutzung dieser Technologien.

Technologische Verheißungen und ihre Grenzen
Ein zentrales Thema in Uhles Argumentation ist die Verheißung der Technologie. Viele der neuen Entwicklungen werden mit dem Versprechen einer besseren Zukunft beworben: KI, so heißt es, könne uns von lästigen Pflichten befreien, mehr Zeit für Wesentliches schaffen und uns in unserem Alltag unterstützen. Christian Uhle zeigt jedoch auf, dass diese Versprechen mit Vorsicht zu genießen sind. In vielen Bereichen führen die Technologien nicht unbedingt zu einer Verbesserung der Lebensqualität, sondern eher zu neuen Herausforderungen und Fragen.

Zum Beispiel zeigt Uhle auf, dass die Idee der permanenten Verbindung durch das Internet der Dinge oder die Verfügbarkeit von Online-Dating nicht zwangsläufig zu tieferen zwischenmenschlichen Beziehungen führt. Stattdessen sieht er hier das Risiko einer Oberflächlichkeit und Isolation. Wenn wir unsere sozialen Kontakte nur noch über digitale Kanäle pflegen und uns auf KI-basierte Algorithmen verlassen, die unsere Partnerauswahl bestimmen, drohen wir, wesentliche Aspekte der menschlichen Begegnung und Intimität zu verlieren.

Der Mensch im Mittelpunkt – nicht die Technologie
Ein zentraler Punkt, den Uhle immer wieder betont, ist, dass die Technologie dem Menschen dienen muss – nicht umgekehrt. Er fordert, dass wir uns nicht blindlings von den Möglichkeiten der KI beeindrucken lassen, sondern diese kritisch hinterfragen. Technologie allein, so argumentiert Uhle, führt nicht zu einem besseren Leben. Vielmehr kommt es darauf an, wie wir sie einsetzen und in unser Leben integrieren. Hier knüpft er an die philosophische Tradition des Humanismus an, die den Menschen und seine Würde ins Zentrum stellt.

Uhle hebt hervor, dass KI nur dann zu einem guten Leben beitragen kann, wenn sie im Dienste eines analogen und authentischen Lebens steht. Damit wendet er sich gegen die Vorstellung einer rein digitalen oder technokratischen Zukunft, in der der Mensch von Maschinen dominiert wird. Vielmehr plädiert er für eine kluge Symbiose: KI kann, richtig eingesetzt, den Menschen unterstützen, ihm mehr Freiraum für Kreativität und echte Begegnung bieten – aber nur, wenn der Mensch die Kontrolle über diese Technologien behält.

Ethische Herausforderungen und gesellschaftliche Verantwortung
Ein weiterer Schwerpunkt des Buches liegt auf den ethischen und sozialen Herausforderungen, die mit der KI-Entwicklung einhergehen. Uhle geht hier detailliert auf Fragen ein wie: Wer trägt die Verantwortung für die Entscheidungen, die KI-Systeme treffen? Wie können wir sicherstellen, dass KI-Systeme gerecht und fair handeln? Wie gehen wir mit den Machtasymmetrien um, die durch KI und die riesigen Datenmengen entstehen?

Besonders spannend ist, wie Uhle auf die Rolle der gesellschaftlichen Verantwortung eingeht. Er argumentiert, dass nicht nur Unternehmen und Entwickler in der Pflicht stehen, ethische KI-Systeme zu entwickeln, sondern dass auch die Politik und jeder Einzelne Verantwortung übernehmen müssen. Es geht darum, eine Gesellschaft zu gestalten, in der Technologie das Wohl des Menschen fördert und nicht zur Bedrohung wird.

Verständlich und zugänglich – ein Buch für jedermann
Ein herausragendes Merkmal von "Künstliche Intelligenz und echtes Leben" ist die Zugänglichkeit der philosophischen Inhalte. Uhle gelingt es, komplexe Themen wie Ethik, Technik und Philosophie so zu erklären, dass sie auch für Leser ohne philosophische Vorbildung verständlich sind. Er vermeidet akademische Fachsprache und bringt seine Argumente klar und präzise auf den Punkt, ohne dabei oberflächlich zu werden. Auch der Stil des Buches trägt dazu bei: Uhle schreibt in einer lebendigen und unterhaltsamen Weise, die den Leser mitreißt und gleichzeitig zum Nachdenken anregt.

Fazit: Eine unverzichtbare Orientierung in der digitalen Zukunft
Mit "Künstliche Intelligenz und echtes Leben" hat Christian Uhle ein wegweisendes Werk vorgelegt, das nicht nur die technologische Entwicklung der KI behandelt, sondern tiefere Fragen nach dem Sinn des Lebens und der Rolle des Menschen in einer von Technik durchdrungenen Welt stellt. Das Buch bietet eine wertvolle Orientierung in einer Zeit, in der wir uns oft zwischen den Verheißungen der Technik und den realen Risiken und Herausforderungen hin- und hergerissen fühlen.

Uhle fordert uns auf, die Entwicklung von KI nicht einfach geschehen zu lassen, sondern aktiv zu gestalten. Nur durch eine reflektierte und ethisch fundierte Nutzung der Technologie können wir sicherstellen, dass KI tatsächlich zu einem besseren und erfüllteren Leben beiträgt – und nicht zu einer Welt, in der der Mensch seine Autonomie verliert. Dieses Buch ist ein dringender Weckruf an alle, die sich für die Zukunft unserer Gesellschaft interessieren, und ein Leitfaden für den sinnvollen Umgang mit den Technologien von morgen.

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Digitalisierung betrifft uns alle und sie wird unser aller Zukunft prägen, ob wir nun digitale Dienstleistungen nutzen oder nicht. Christian Uhle findet deshalb, dass ein so weitreichender Prozess «wohlüberlegt, gemeinsam und demokratisch gestaltet werden» sollte. Uhle geht dabei von einer philosophischen Perspektive aus: Er forscht als Wissenschaftler zu gesellschaftlichen und technologischen Transformationen. In seinem Buch gibt er Anregungen, wie wir über Digitalisierung und Künstliche Intelligenz nachdenken können. Er geht dafür den fünf zentralen Versprechungen nach, die mit der Einführung von KI verbunden sind: mehr Zeit, mehr Gemeinschaft, weniger Stress, mehr Unterstützung – und mehr Sinn. Die Versprechen klingen alle gut. Bloss stehen hinter den KI-Werkzeugen handfeste Interessen amerikanischer Grossunternehmen. Diese Interessen sind eher selten deckungsgleich mit den Wünschen, die Menschen an ihr Leben stellen. Uhle fordert uns mit seinem Buch deshalb dazu auf, eigenständig über KI nachzudenken und das Feld der KI (und den Grossunternehmen) nicht gedankenlos zu überlassen.

Dabei beinhaltet schon die Frage «Wie verändert Künstliche Intelligenz unser Leben?» einDenkfehler: «Sie klingt, als wäre KI etwas, das ausserhalb unserer Gesellschaft steht und wie eine übergeordnete Macht auf uns einwirkt, schreibt Uhle. Doch das ist nicht so: KI ist keine Kraft von aussen, sondern ein Produkt unserer Gesellschaft. Technologie wird von Menschen gemacht. Uhle fragt deshalb: Welche gesellschaftlichen Werte und Vorstellungen kommen in den KI-Anwendungen zum Ausdruck? Welche Menschenbilder, welche Ansichten über das Leben, welche Wünsche und Sehnsüchte leiten die digitalen Technologien und ihren Einsatz? Welche sozialen Machtverhältnisse spiegeln sich in der Gestaltung und den Visionen neuer Technologien wider?

Neue Technologien sind immer auch ein Versprechen auf eine bessere Zukunft. Seinem Buch geht Uhle fünf solcher Technologieversprechen mit den Mitteln eines Philosophen auf den Grund. Da ist zunächst das Urversprechen aller neuen Technologien: Endlich mehr Zeit! Geht diese Rechnung auf? Haben wir wirklich mehr Zeit für die wichtigen Dinge des Lebens oder werden wir im Gegenteil noch gestresster?
Das zweite Versprechen: Du bist nicht allein! Social Media, aber auch Übersetzungsprogramme und Angebote wie Online-Dating versprechen, Menschen miteinander zu verbinden. Funktioniert das?
Das dritte Versprechen: Die neue Technik, Dein Freund und Helfer! Wie verändern sich soziale Strukturen und unser Sinnempfinden, wenn wir nicht nur mit Menschen, sondern zunehmend auch mit KIs sprechen?
Das vierte Versprechen: Die Welt ist dir zu Diensten! Vom Kühlschrank bis zum Auto werden Geräte und Dinge mit dem Internet vernetzt. Führt das zu einer dienstfertigeren Umwelt und einer neuen Beziehung des Menschen zu seiner Umwelt? Mehr sinnhafte Einbettung oder noch mehr Entfremdung?
Schliesslich das fünfte Versprechen: Sinn statt Hamsterrad! KI verändert die Arbeitswelt grundsätzlich. Das Stichwort heisst «New Work». Aber werden wir auf diese Weise wirklich mehr Sinn bei der Arbeit erfahren? Oder erzeugt diese Entwicklung vor allem mehr Verliererinnen und Verlierer?

Eins vorweg: Christian Uhle gibt keine einfachen Antworten, er gibt aber spannende Anregungen, um über die Fragen nachzudenken und sich damit der Auswirkungen von KI besser bewusst zu werden. In weiten Teilen haben wir es selbst in der Hand, ob etwa die KI durch Effizienzsteigerungen am Arbeitsplatz zu einem entspannteren oder zu einem stressigeren Leben führt. Auch die Frage, was passiert, wenn die KI mehr Aufgaben übernimmt, muss offen bleiben: Bleibt den Menschen mehr Zeit dafür, soziale Kompetenzen aufzubauen oder schwächt der Einsatz der KI am Arbeitsplatz gerade diese Kompetenzen? Werden wir dank KI entscheidungsstärker oder verlieren wir im Gegenteil Entscheidungskompetenz, weil wir zu viele Entscheidungen an die KI auslagern? Beides ist möglich – wir haben es in der Hand. Das Problem ist: Es ist wesentlich bequemer, einer KI zu folgen und selbst nicht denken zu müssen, als den Denkapparat einzuschalten und kritisch zu bleiben.
Die KI selbst hilft uns dabei wenig. Denn neue Technologien sind das Produkt von grossen Unternehmen, die in erster Linie ihre eigenen Interessen verfolgen. Was dem Aktienkurs von Microsoft und Meta zuträglich ist, muss nicht zwingend auch dem Wohlergehen der Nutzerinnen und Nutzer dienen. Das gilt für soziale Netzwerke, aber auch für digitale Assistenten.

Weil KI einen so tiefgreifenden Einfluss auf Gesellschaften hat, sollte die Gesellschaft mitreden, wenn es um die Regulierung und die Rahmenbedingungen des Einsatzes von KI geht. «Es ist bemerkenswert, dass eine Handvoll amerikanischer Konzerne über die Algorithmen entscheidet, die soziale und ökonomische Strukturen weltweit prägen», schreibt Uhle. Vom Stellenwert her seien KI-Modelle eher vergleichbar mit Strassen und Schulen als mit Sonnenbrillen: «KI ist nicht einfach nur irgendein Produkt, sondern entwickelt sich zu einer Infrastruktur des 21. Jahrhunderts.»

KI sei nicht einfach ein weiterer Hammer, sondern «eine Assistenz, die selbst den Hammer schwingt». Auf absehbare Zeit wird keine KI ein Bewusstsein entwickeln. Doch der Umgang mit ihnen fühlt sich heute schon an, als wären es «denkende Wesen». Es stellt sich deshalb die Frage, wie wir KI-Systeme in unser Leben integrieren, «damit KIs auch wirklich unsere Assistenzen werden – und nicht umgekehrt». Uhle unterstreicht deshalb, wie wichtig es ist, dass wir Menschen unsere Kompetenzen auch und gerade im Umgang mit KI stärken.
Derzeit sei, schreibt Uhle, die Situation verquer: KI könne «komplette künstlerische Projekte umsetzen, aber nicht die Steuererklärung automatisieren». «Wir könnten diese neue Schlüsseltechnologie besser nutzen, um tatsächlich mehr Platz für das Wesentliche zu schaffen. Und wir könnten sie nutzen, um mehr Gleichheit zu ermöglichen.» Das geht aber nur, wenn wir kompetent über den Einsatz von KI nachdenken. Mit seinem Buch leistet Uhle einen spannenden Beitrag dazu.

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