Heul doch nicht, du lebst ja noch

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Erscheinungstermin 08.01.2022 | Archivierungsdatum 03.06.2023

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Zum Inhalt

Von einem Leben nach den Schrecken des Krieges.

Hamburg, Juni 1945: Die Stadt liegt in Trümmern. Mittendrin leben Traute, Hermann und Jakob. Der nennt sich allerdings Friedrich, denn niemand soll erfahren, dass er Jude ist. Als Hermann ihm dennoch auf die Spur kommt, will er nichts mehr mit Jakob zu tun haben. Schuld, Wahrheit, Angst und Wut sind die zentralen Themen dieses Buchs, dessen jugendliche Hauptfiguren durch die Schrecken des Krieges und der Naziherrschaft miteinander verbunden sind. Und für die es doch immer wieder Lichtblicke gibt.

Nach Dunkelnacht ein neuer Roman der Erfolgsautorin über Menschlichkeit und Hoffnung.

  • Jugendbuch ab 13 Jahren für Fans historischer Ereignisse.
  • Kirsten Boie schreibt mit viel Gefühl über die Kinder der Nachkriegszeit.
  • Der spannende und berührende Nachfolger von Dunkelnacht. Vielfach ausgezeichnet!
  • Ein großes Thema, zu dem Kirsten Boie anlässlich des 75. Jahrestags nach Kriegsende im Mai 2020 inspiriert wurde.
  • Kindheit und Jugend sind schwer genug, in Nachkriegszeiten müssen die Helden des Romans erst wieder lernen, was es heißt, zu vergeben und füreinander da zu sein.
  • Das Jugendbuch erzählt, was Frieden in den ersten Wochen nach dem Krieg bedeutete.

 

Von einem Leben nach den Schrecken des Krieges.

Hamburg, Juni 1945: Die Stadt liegt in Trümmern. Mittendrin leben Traute, Hermann und Jakob. Der nennt sich allerdings Friedrich, denn niemand soll...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783751201636
PREIS 14,00 € (EUR)
SEITEN 192

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Traute, Hermann und Jakob - Hamburg, sechs Wochen sind seit Kriegsende vergangen. Drei Schicksale, die beispielhaft für so viele andere stehen. Trautes Familie ist glimpflich davongekommen, muss aber in der kleinen Wohnung Ostflüchtlinge beherbergen. Hermann ist wütend, aber nicht über den Krieg, sondern auf die Bevölkerung und auf die Sieger. Die Jahre der Propaganda sind noch nicht vergessen. Und dass der Vater nun als Versehrter ohne Beine Pflege braucht, macht es noch schlimmer. Und Jakob? Der hat aus seinem Versteck heraus gar nichts mitbekommen, als Halbjude immer auf der Hut.

Der Stil war, wie ich finde, der Zeit angepasst - etwas stumpf, aufs Weitermachen konzentriert. Die Mehrheit der Bevölkerung empfand es ja nicht als die Befreiung, sondern als Niederlage. Es ging um die existentiellen Dinge: Leben, Überleben, Nahrung, Wohnraum.

Ein wirklich eindrücklicher Roman für alle Geschichtsinteressierten ab 13.

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Rezension

Buchname: Heul doch nicht, du lebst ja noch
Autor: Kirsten Boie
Seiten: 192 (Print)
Fromat: als Print, Hörbuch und Ebook erhältlich
Verlag: ‎ ‎ Oetinger; 4. Edition (8. Januar 2022)
Sterne: 5

Cover:
Das Cover ist richtig schön gestaltet worden. Der Buchtitel steht in hellen bzw rot- und orangefarbenen Buchstaben im oberen Bereich. Man sieht einen Jungen, der sitzt und seine Knie an den Körper gezogen hat und im Hintergrund eine zerstörte Stadt.. .. Auf dem ersten Blick ist das schon mal sehr ansprechend.

Klappentext: (aus Amazon übernommen)

Von einem Leben nach den Schrecken des Krieges.
Hamburg, Juni 1945: Die Stadt liegt in Trümmern. Mittendrin leben Traute, Hermann und Jakob. Der nennt sich allerdings Friedrich, denn niemand soll erfahren, dass er Jude ist. Als Hermann ihm dennoch auf die Spur kommt, will er nichts mehr mit Jakob zu tun haben. Schuld, Wahrheit, Angst und Wut sind die zentralen Themen dieses Buchs, dessen jugendliche Hauptfiguren durch die Schrecken des Krieges und der Naziherrschaft miteinander verbunden sind. Und für die es doch immer wieder Lichtblicke gibt.
Nach Dunkelnacht ein neuer Roman der Erfolgsautorin über Menschlichkeit und Hoffnung.
Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin ist total flüssig, liest sich super und ist sehr leicht verständlich.

Charaktere:
Die Hauptprotagonistin ist Traute
Der Hauptprotagonist ist Hermann Jakob alias Friedrich

Ich fande alle Charaktere von Anfang an total sympathisch und liebenswert. Des weiteren gibt es noch ein paar andere Charaktere. . Meiner Meinung nach sind alle Charakter sehr gelungen und haben einen sehr guten Platz im Buch bekommen.
Meinung:

!!!! Achtung !!! Könnte Spoiler erhalten!!!

Mir hat „Heul doch nicht, du lebst ja noch“ von Kirsten Boie richtig gut gefallen. Fast noch ein bisschen besser wie „Dunkelnacht“.
In diesem Buch lernen wir Traute, Hermann und Jakob (der sich Friedrich nennt, weil er ein Jude ist) kennen. Der zweite Weltkrieg ist vorbei und Hamburg liegt in Trümmern. Mich hat die Geschichte total mitgenommen und bewegt, wie es den Jugendlichen eigentlich nach dem Krieg ergangen ist und mit welchen Problemen Jakob leben musste. Einfach nur schrecklich. Aber dennoch ist das Buch meiner Meinung nach total wichtig zu lesen, damit man es nicht vergisst. Trotz des schweren und ernsten Themas, ist der Autorin gelungen einen locker und leichten Schreibstil zu entwickeln, sodass man das Buch mehr oder weniger in einem Rutsch lesen konnte. Das ganze Buch war ziemlich spannend und fesselnd geschrieben. Ich wollte immer wissen wie es mit Traute, Hermann und Jakob weitergeht. Wirklich ein großartiges Buch, dass man unbedingt gelesen habe sollte. Nicht nur als Jugendlicher sondern es ist auch sehr empfehlenswert als Erwachsener. Klare Leseempfehlung und sehr verdiente 5 Sterne für „„Heul doch nicht, du lebst ja noch“


Fazit:

Toller Jugendroman mit einem sehr ernsten und wichtigem Thema, dass man auf jeden Fall gelesen habe sollte, damit man die Schrecken des Krieges (mit allem Drum und Dran) nicht vergisst.

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Preisgekrönter Jugendroman über die Zeit unmittelbar nach Kriegsende

Kirsten Boje hat hier ein außergewöhnlich starkes Jugendbuch geschrieben, dass einen Blick auf die Zeit 1945 unmittelbar nach Kriegsende in das besiegte Deutschland wirft. Es ist gut recherchiert und glaubhaft geschildert, anhand dreier sehr unterschiedlicher Jugendlicher.
Jakob, der sich als Halbjude monatelang in Hamburg verstecken musste, nachdem seine Mutter nach Theresienstadt deportiert wurde. Traude, eine Bäckerstochter, deren Familie Polen in ihrem Haus aufgenommen hatte und schließlich Hermann, der HJ-Führer war und der Ideologie glaubte. Boje zeigt, wie die Kinder zu dem wurden.
Hier wird nichts beschönigt. Für die Jugendlichen ist die Kindheit zu Ende. Kirsten Boje schafft es aber, einen an den Emotionen aller teilhaben zu lassen und diese zeit plastisch werden zu lassen.
Das Buch ist sehr empathisch geschrieben. Als Leser kann man sich kaum davon lösen.

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Endlich habe ich mir die Zeit genommen, dieses ganz außerordentliche Jugendbuch von Kirsten Boie zu lesen. Mit unglaublicher Sensibilität beschreibt Boie in ihrem Roman die Situation dreier Kinder im Hamburg der unmittelbaren Nachkriegszeit.
Hermann, Mitglied der HJ, der sämtlicher Propaganda der Nazis komplett aufgesessen ist und nun damit klarkommen muss, dass alles, woran er geglaubt hat, in Trümmern liegt. Und dessen Vater schwerstens kriegsverletzt aus dem Krieg nach Hause gekommen ist.
Traute, die nach und nach begreift, welch unglaubliches Unrecht im Krieg geschehen ist und schließlich Jakob, Sohn einer jüdischen Mutter, der sich in den letzten Wochen des Kriegs völlig alleine durchschlagen muss.
Wieder mal ist Kirsten Boie ein Stück Literatur gelungen, das Zeiten überdauern wird und bei weitem nicht nur für Jugendliche absolut lesenswert ist.

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Eine weitere Geschichte über den Krieg und die Zeit danach , über Kinder die sich alleine durchschlagen müssen, über Hunger und Hilfsbereitschaft und die Hoffnung auf ein normales Leben mit Schule und Freundschaften. Liest sich total gut, einfühlsam geschrieben und informativ. Könnte ich mir durchaus als Schullektüre vorstellen, auch weil es nicht so umfangreich ist und somit auch schwächere Leser damit klarkommen.

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Hamburg, kurz nach Kriegsende. Das Leben normalisiert sich, soweit das nach diesem verheerenden Krieg möglich ist. Hamburg liegt in Schutt und Asche, es mangelt eigentlich an allem. Und auch für Traute, Herrmann und Jakob ist das Leben noch nicht wieder normal.

Traute vermisst die Schule, will nicht immer allein sein und in der elterlichen Bäckerei helfen. Herrmann hadert mit seinem Schicksal, keine HJ mehr, wo alle zu ihm aufschauten, dafür den verbitterten Vater ohne Beine zu Hause. Und Jakob weiß nicht, wem er vertrauen kann, musste er sich doch die letzten Monate verstecken und hat niemanden gesprochen.

Wir begleiten die drei abwechselnd durch ihren Alltag, wie sie aufeinandertreffen und erfahren wie sie denken. Man merkt gerade an ihnen wie viele Spuren die Erziehung der Nazis hinterlassen haben. Es dauert etwas, bis sie merken, dass nicht alles, was sie als Gewissheit gesehen haben, auch tatsächlich wahr war. Dass sie belogen wurden und die Briten nicht nur Falschinformationen verbreiten.

Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen. Die Entwicklung der drei Kinder ist toll gezeichnet, gerade bei Herrmann spürt man wie aus dem leichtgläubigen Kind ein denkender und hinterfragender Mensch wird. Aber auch Jakob und Traute verändern sich und werden spürbar erwachsener.

Ich habe das Buch an einem Stück gelesen, bin eingetaucht in das kriegszerstörte Hamburg der unmittelbaren Nachkriegszeit. Zugeklappt habe ich es mit dem Wunsch, dass diese jungen Menschen es schaffen mögen sich ein gutes und selbst bestimmtes Leben aufzubauen.

Von mir daher eine Leseempfehlung nicht nur für Jugendliche.

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Einmal mehr bringt Kirsten Boie den Lesern den zweiten Weltkrieg und seine Folgen nahe. Mit den drei jungen Hauptprotagonisten und deren Alltagsleben kurz nach Ende des Krieges im zerbombten Hamburg schafft sie es, ganz unterschiedliche Seiten der Kriegsfolgen zu beleuchten. Sie packt den (jugendlichen) Leser dabei nicht in Watte, dramatisiert nicht unnötig, beschönigt aber auch nicht. Manches wird nur angerissen und lädt zum Hinterfragen ein.
Eines der Bücher, die ich als "Kein schönes Buch (aufgrund der Thematik), aber ein tolles!" empfehle.

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Ein Jugendbuch auch für Erwachsene

Kirsten Boie beschreibt das Ende des 2. Weltkriegs in Hamburg aus der Sich von drei Kindern/Jugendlichen.
Und das auf eindringliche Art und Weise.
Der Zeitraum in der Geschichte betrifft nur wenige Tage - aber diese verändern das Leben der Drei nachhaltig.
Jede, jeder hat sein eigenes Schicksal mit dem er leben und fertig werden muss.
Deutlich wird auch, dass sich das Leben von einem Tag zum anderen, von einer Stunde zur nächsten, komplett ändern kann.
Die Beschreibungen sind eindrücklich und einprägsam.
So wird z.B. aufgezeigt, welchen Wert, welche Rolle damals 1 Brot gespielt hat.
Es stand für Leben und Tod - und heute wird ein Brot in den Müll geworfen, ohne groß einen Gedanken daran zu verschwenden.
Dem Buch gelingt es auf wenigen Seiten ein Leben zu beschreiben, welches wir uns nicht mehr vorstellen können.
Und von dem wir doch vielleicht gar nicht so weit entfernt sind.

Mir wurde vielleicht ein paarmal zu viel böse geguckt oder geredet, aber das ist nur eine kleine Anmerkung.
Insgesamt ein wichtiges Buch.

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Die Autorin beschreibt aus der Sicht mehrerer Jugendlicher, wie sie Deutschland nach dem Krieg erleben, wie sie der Krieg beeinflusst hat und welche Perspektiven sie haben. Jakob denkt, dass der Krieg noch nicht zu Ende ist und er sich weiterhin verstecken muss. Heinrich hat die Parolen der Nazis nach wie vor verinnerlicht und ist noch nicht in der Lage, sie zu hinterfragen. Traute hadert mit den Flüchtlingen, die bei ihnen untergebracht wurden. Max Familie hat auf der Flucht seine Schwester verloren. Alle haben viel erlebt und sehnen sich nach Normalität. In kurzen Kapiteln wird aus Sicht einzelner Jugendlicher geschildert, was sie erlebt haben und wie ihr aktuelles Leben aussieht. Als sie alle aufeinander treffen, findet Jakob heraus, dass der Krieg vorbei ist. Er weiß aber nicht, was genau das für ihn bedeutet, wo er Hilfe bekommen kann und wie seine Zukunft aussehen könnte. Hermann stellt durch die Begegnung fest, dass vielleicht doch nicht alles richtig war, was die Nazis erzählt haben. Max weiß dieses bereits und teilt sein Wissen mit ihnen, so dass auch Traute mehr über die Vergangenheit nachdenkt.

Ich finde, die Autorin hat wichtige Aspekte aufgegriffen Und deutlich gemacht, welche Probleme nach dem Krieg existierten. Durch ihre Beschreibungen kann man ein Gefühl dafür bekommen, wie Jugendliche die Zeit erlebt haben.

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Herausfordernder Schreibstil

Inhalt:

„Hamburg, Juni 1945: Die Stadt liegt in Trümmern. Mittendrin leben Traute, Hermann und Jakob. Der nennt sich allerdings Friedrich, denn niemand soll erfahren, dass er Jude ist. Als Hermann ihm dennoch auf die Spur kommt, will er nichts mehr mit Jakob zu tun haben. Schuld, Wahrheit, Angst und Wut sind die zentralen Themen dieses Buchs, dessen jugendliche Hauptfiguren durch die Schrecken des Krieges und der Naziherrschaft miteinander verbunden sind. Und für die es doch immer wieder Lichtblicke gibt.“





Schreibstil/Art:

Ich wollte dieses Buch wirklich gern haben aber der Schreibstil machte es mir nicht einfach. Eigentlich habe ich überhaupt keine Probleme damit wenn aus Sicht eines Kindes geschrieben wird aber hier … ich weiß nicht. Lag es an der Art wie die Kinder gedacht und gesprochen haben? Oder lag es an der Ausdrucksweise? Keine Ahnung, zwischen uns wurde es einfach nicht warm obwohl die Thematik wahnsinnig bedeutend und wichtig ist. Leider fühlte ich mich aufgrund dessen stets auf Abstand gehalten.





Fazit:

Für junge Leser:innen die sich für bewegende Jugendbücher unmittelbar nach der Kriegszeit interessieren, ist dieses Buch eine gute Wahl. Zudem kann ich es mir auch gut als Schullektüre vorstellen. Ich persönlich konnte leider keine engere Verbindung zu den Kids aufbauen obwohl ihr Schicksal unheimlich ergreifend ist.

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Mit "Heul doch nicht, du lebst ja noch" setzt sich Kirsten Boie mit der Zeit unmittelbar nach dem Ende des 2. Weltkrieges auseinander. Auch wenn dieser Roman inhaltlich nichts mit dem Vorgänger "Dunkelnacht" zu tun hat, so ähneln sich die Bücher nicht nur im Coverdesign, sondern auch hinsichtlich ihres Erzählstils. Beide behandeln einen kurzen Zeitraum von wenigen Tagen und sind aus der wechselnden Perspektive von 13 - 15jährigen Teenagern im zerbombten Hamburg geschrieben.

Kirsten Boie erzählt durch die Hintergründe der einzelnen Kinder von den verschiedenen Verletzungen und Traumata, die die Jugend nach 1945 mit sich trug. Kinder von Opfern des Regimes  und Geflüchtete treffen auf Kinder von Mitläufern und Tätern, die in der nationalsozialistischen Ideologie erzogen wurden und in dieser noch teilweise gefangen sind. Gemeinsam müssen sie einen Weg finden, miteinander zu leben und aufeinander zuzugehen.

Da ist Traute, die Glück im Unglück hatte, ihre Familie wurde von den Bomben verschont, die Eltern leben noch und sind gesund. In ihre kleine Zweizimmerwohnung wurde jedoch eine vierköpfige Flüchtlingsfamilie aus Ostpreußen einquartiert, alles ist beengt, Essen und Hygieneartikel sind knapp. Hermann war früher HJ-Führer, er hat die Ideologie der Nazis verinnerlicht. Sein Vater hat im Krieg beide Beine verloren, ist ständig auf Hermanns Hilfe angewiesen und lässt seine Wut und Verzweiflung an Herrmann und seiner Mutter aus. Und da ist Jakob, ein jüdischer Junge, der seine gesamte Familie verloren hat, in den Trümmern Hamburgs versteckt haust und noch gar nicht weiß, dass der Krieg zu Ende ist. Auch Max und Adolf haben ihre Familiengeschichte, die von Flucht, Verlust und Todesangst erzählt.

Kirsten Boie greift in dieser Geschichte viele verschiedene Probleme im Nachkriegsdeutschland unmittelbar nach der Kapitulation auf und macht diese durch die jugendlichen Protagonist*innen greifbar und erlebbar. Insbesondere durch Jakob lernen die Leser*innen einiges über das Schicksal jüdisch-deutscher Mischfamilien und den Repressionen, denen diese ausgesetzt waren. Die Figur des Hermann macht deutlich, wie tief verankert die Nazi-Ideologie in den Köpfen der Kinder war, die durch die Hitlerjugend von klein auf indoktriniert wurde. Auch die Ressentiments gegenüber den Flüchtlingsfamilien aus den Ostgebieten werden erwähnt und der Opportunismus vieler Deutscher im Blick auf die Entnazifizierung.

In der Fülle an Themen, die die Jugendlichen repräsentieren, liegt auch eine kleine Schwäche des Buches, da es mitunter etwas konstruiert wirkt und die Figuren dadurch an Authentizität verlieren.

Insgesamt jedoch ein sehr lehrreiches, interessantes und zum Nachdenken anregenden Jugendbuch, das die vielfältigen gesellschaftlichen und sozialen Probleme aufzeigt, vor denen  Deutschland nach dem Ende des 2. Weltkrieges stand.

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