Dunkelnacht

Ausgezeichnet mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2022

Dieser Titel war ehemals bei NetGalley verfügbar und ist jetzt archiviert.

Bestellen oder kaufen Sie dieses Buch in der Verkaufsstelle Ihrer Wahl. Buchhandlung finden.

NetGalley-Bücher direkt an an Kindle oder die Kindle-App senden.

1
Um auf Ihrem Kindle oder in der Kindle-App zu lesen fügen Sie kindle@netgalley.com als bestätigte E-Mail-Adresse in Ihrem Amazon-Account hinzu. Klicken Sie hier für eine ausführliche Erklärung.
2
Geben Sie außerdem hier Ihre Kindle-E-Mail-Adresse ein. Sie finden diese in Ihrem Amazon-Account.
Erscheinungstermin 06.02.2021 | Archivierungsdatum 03.06.2023

Sprechen Sie über dieses Buch? Dann nutzen Sie dabei #Dunkelnacht #NetGalleyDE! Weitere Hashtag-Tipps


Zum Inhalt

„Weil auch in diesen Zeiten irgendwer das Richtige tun muss, einfach, weil es richtig ist.“

April, 1945. Alle spüren, dass der Krieg und die fürchterliche Ideologie der Nationalsozialisten kurz vor dem Ende stehen. Doch in der Nacht vom 28. auf den 29. April 1945, zwei Tage vor Hitlers Selbstmord, ereignet sich das dunkelste Kapitel der damals noch jungen Stadt Penzberg in Bayern. Denn während der einst von den Nazis abgesetzte Bürgermeister zurück ins Rathaus zieht, erlässt die Wehrmacht den Befehl, alle Widerständler sofort hinzurichten. Und zwischen allen Fronten stehen die Jugendlichen Marie, Schorsch und Gustl.

Kirsten Boies literarisches Plädoyer für den Frieden. Ausgezeichnet mit dem Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis und dem Deutschen Jugendliteraturpreis.

„Weil auch in diesen Zeiten irgendwer das Richtige tun muss, einfach, weil es richtig ist.“

April, 1945. Alle spüren, dass der Krieg und die fürchterliche Ideologie der Nationalsozialisten kurz...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783751200530
PREIS 13,00 € (EUR)
SEITEN 128

Auf NetGalley verfügbar

NetGalley Bücherregal App (EPUB)
An Kindle senden (EPUB)
Download (EPUB)

Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Ende April im Jahr 1945 in der Stadt Penzberg in Bayern. Die Amerikaner stehen quasi vor der Tür, ein Ende des Krieges ist absehbar. Als der 1933 abgesetzte Bürgermeister das Rathaus zurückerhält, währt der Frieden nur kurz - denn es kommt der Befehl, alle Widerständler sofort hinzurichten. Und diesem Befehl wird tatsächlich nachgegeben ....
Mir war diese furchtbare Episode aus den letzten Kriegstagen nicht bekannt, umso wichtiger, dass diese kleine Erzählung von Kirsten Boie sie uns nicht vergessen lässt. Aus der Sicht dreier fiktiver Jugendlicher werden die Ereignisse kurz und prägnant erzählt und lassen einen das Grauen spüren. Ein wichtiges Buch!

War diese Rezension hilfreich?

In dieser Geschichte wird das reale Ereignis vom 28. auf den 29. April 1945, in der Kleinstadt Penzberg geschildert. Das Buch schildert ein dunkles Kapitel dieser Stadt. Der von den Nazis abgesetzte Bürgermeister kehrt ins Rathaus zurück. Die Wehrmacht erlässt den Befehl, alle Widerständler hinzurichten. Marie, Schorsch und Gustl geraten zwischen die Fronten. Zu diesem Zeitpunkt standen die Amerikaner bereits vor der Stadt. Der Krieg war nicht mehr zu gewinnen für Deutschland. Gemäss dem Befehl und vor der Angst der Rache werden einige Leute hingerichtet. Für mich als Aussenstehenden dieses Krieges ist das Lesen der Ereignisse nicht leicht. Die Tagebuchartige Schilderung im Wechsel was passiert ist, fand ich sehr schlimm, oder noch gelinde ausgedrückt furchtbar. Man muss sich schon fragen, wie konnte es so weit kommen? Auch bei Befehlen sollte man diese manchmal hinterfragen. Dieses Buch sollten viel Leute lesen und sich nach Ende des Buches werden viele sicher Nachdenklich sein. Davon bin ich überzeugt. Sehr empfehlenswertes Buch.

War diese Rezension hilfreich?

Diese Novelle sollte Pflichtlektüre in unseren Schulen werden!
Der Text hat mich tief beeindruckt. Vielleicht kann er in dieser Zeit, in der rechtsextreme Parolen immer mehr Anklang finden, manchen dazu bringen, darüber nachzudenken, was hinter den Parolen steht!

War diese Rezension hilfreich?

Es verwundert nicht, dass "Dunkelnacht" mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2022 ausgezeichnet wurde. Die Autorin Kirsten Boie thematisiert in ihrem Werk die Endphasenverbrechen des zweiten Weltkrieges. Für mich waren das neue Einblicke, denn schulisch oder auch anderweitig wurden die letzten Tage bis zum Einmarsch der alliierten Truppen nicht wirklich besprochen.
Der Schreibstil passt zu den Geschehnissen der damaligen Zeit. Es sind düstere Einblicke, welche einem durch unterschiedliche Perspektiven präsentiert werden. Dabei werden viele Fragen bei den Lesenden aufgeworfen. In dem ausführlichen und informativen Nachwort geht die Autorin auf das dunkelste Kapitel der Stadt Penzberg ein und stellt dabei die entscheidenden Fragen, die einem beim Lesen kommen und nicht immer leicht zu beantworten sind.
"Wie um Himmels willen haben sie weiter zusammengelebt in dieser Stadt nach dem Ende des Krieges: die Witwen und Waisen der Opfer – und die Frauen und Kinder der Täter? Wie kann eine Stadt so weitermachen?" [66]
"Dunkelnacht" ist ein wichtiges Stück Literatur. Auch wider das Vergessen.

War diese Rezension hilfreich?

Rezension

Buchname: Dunkelnacht: Ausgezeichnet mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2022
Autor: Kirsten Boie
Seiten: 128 (Print)
Fromat: als Print, Hörbuch und Ebook erhältlich
Verlag: ‎ Verlagsgruppe Oetinger Service GmbH - First Order; 5. Edition (6. Februar 2021)
Sterne: 5

Cover:
Das Cover ist richtig schön gestaltet worden. Der Buchtitel steht in dunklen bzw blaufarbenen Buchstaben im oberen Bereich. Es wurde zweigeteilt gestaltet. Auf der einen Seite sieht man zwei Kinder und auf der anderen eine Straße. .. Auf dem ersten Blick ist das schon mal sehr ansprechend.

Klappentext: (aus Amazon übernommen)

„Weil auch in diesen Zeiten irgendwer das Richtige tun muss, einfach, weil es richtig ist.“
April, 1945. Alle spüren, dass der Krieg und die fürchterliche Ideologie der Nationalsozialisten kurz vor dem Ende stehen. Doch in der Nacht vom 28. auf den 29. April 1945, zwei Tage vor Hitlers Selbstmord, ereignet sich das dunkelste Kapitel der damals noch jungen Stadt Penzberg in Bayern. Denn während der einst von den Nazis abgesetzte Bürgermeister zurück ins Rathaus zieht, erlässt die Wehrmacht den Befehl, alle Widerständler sofort hinzurichten. Und zwischen allen Fronten stehen die Jugendlichen Marie, Schorsch und Gustl.
Kirsten Boies literarisches Plädoyer für den Frieden. Ausgezeichnet mit dem Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis und dem Deutschen Jugendliteraturpreis.

Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin ist total flüssig, liest sich super und ist sehr leicht verständlich.

Charaktere:
Die Hauptprotagonistin ist Marie
Der Hauptprotagonist ist Schorsch und Gustl

Ich fande alle Charaktere von Anfang an total sympathisch und liebenswert. Des weiteren gibt es noch ein paar andere Charaktere. . Meiner Meinung nach sind alle Charakter sehr gelungen und haben einen sehr guten Platz im Buch bekommen.
Meinung:

!!!! Achtung !!! Könnte Spoiler erhalten!!!

Mir hat „Dunkelnacht“ von Kirsten Boie richtig gut gefallen. In diesem Buch lernen wir Marie, Schorsch und Gustl kennen. Der zweite Weltkrieg ist so gut wie vorbei. Alles ist kaputt.
Ich fande das Buch bzw die Geschichte wahnsinnig ergreifend aber auch wahnsinnig wichtig. Denn wir sollten nie vergessen, was damals passiert ist. Die Autorin entführt uns in das damalige Setting, was sehr beklemmend und unschön war. Die Novelle war sehr spannend, aber auch beängstigend und die mich sehr mitfühlend gemacht hat. Ich bin froh, dass ich jetzt leben und nicht damals. Ich kenne die Geschichten von meinen Großeltern. Die haben damals auch den Krieg miterlebt. Mir hat der Schreibstil der Autorin sehr gut gefallen. Trotz dem ersten Thema hat die Autorin eine locker leichte Art zu schreiben und ich bin förmlich nur so durch die Seiten geflogen, weil mich das Buch so gefesselt hat. Für mich bekommt „Dunkelnacht“ eine klare Leseempfehlung und sehr verdiente 5 Sterne.

Fazit:

Toller Jugendroman, den man auch unbedingt als Erwachsener lesen sollte. Sehr ergreifend und mitfühlend geschrieben.

War diese Rezension hilfreich?

Die letzten Kriegstage im oberbayerischen Penzberg sind der Schauplatz dieses Tatsachenromans.
Kirsten Boie schafft es durch den knappen Erzählstil, dieser hat mich an einzelne Bühnenbilder eines Theaterstückes erinnert, eine düstere und beklemmende Stimmung zu erzeugen.
Ein sehr beeindruckendes und berührendes Buch, dass auch durch das Nachwort der Autorin zu einem intensiven Leseerlebnis wird. Eine klare Leseempfehlung für Jugendliche und Erwachsene!!

War diese Rezension hilfreich?

„Weil auch in diesen Zeiten irgendwer das Richtige tun muss, einfach, weil es richtig ist.“

Kirsten Boie ist eine der renommiertesten deutschen Kinder- und Jugendbuchautorinnen. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises für ihr Gesamtwerk, das Bundesverdienstkreuz und die Hamburger Ehrenbürgerwürde. Diese Novelle rund um das Massaker in dem kleinen Ort Penzberg in den letzten Kriegstagen wurde mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2022 sowie mit dem Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis
ausgezeichnet.

Worum geht’s?

Noch in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges werden von fanatischen Anhängern des NS-Regimes Gräueltaten verübt. So geschehen in Penzberg am 28. April 1945.

Die meisten Bewohner haben innerlich kapituliert, man macht sich Sorgen um die Zukunft, denn die amerikanischen Truppen sind nur noch wenige Tagesmärsche entfernt. Eine Gruppe unerschrockener Bürger rund um den ehemaligen Bürgermeister Hans Rummer versucht, die Vorkriegsordnung wiederherzustellen, und setzt den NS-Bürgermeister Josef Vonwerden ohne Blutvergießen ab.

Mitten in diesen dramatischen Ereignissen befinden sich drei Jugendliche: Marie, Schorsch und Gustl, deren Angst, Zweifel und das Erleben des ersten Kusses in das Drama eingewoben ist.

Doch diese Vorgänge bleiben nicht unbeobachtet und eine der zahlreichen paramilitärischen, fanatischen „Werwolf-Gruppen“ erhält den Befehl, Hitlers „Nero-Befehl“ durchzusetzen und alle Männer, die dem nicht Folge leisten, zu exekutieren. Doch der Terror dieser Nacht macht auch vor zwei Frauen nicht Halt. Sie werden gemeinsam mit ihren Männern gehängt.

Die Amerikaner erreichen Penzberg am 30. April 1945 gegen Mittag.

Meine Meinung:

Mit dieser Novelle, die meiner Ansicht nach zur Pflichtlektüre an den Schulen sein sollte, deckt Autorin Kirsten Boie die beinahe vergessene Mordnacht in Penzberg und den laxen Umgang damit auf. In ihrem Nachwort schildert sie, dass die Angeklagten nach mehreren Rekursen gegen ihre Urteile alle freigesprochen worden sind, selbst die beiden eigentlich zum Tode verurteilten Wehrmachtsangehörigen. In den 1950er-Jahren sitzen die alten Nazis wieder an den Schaltstellen der Macht. Man hat ja nur Befehle befolgt, so die Rechtfertigung der Angeklagten und die Begründung der Richter für ihr beschämendes Urteil.

Insgesamt 16 Personen werden bei diesem Kriegsendphasenverbrechen ermordet. Im Nachwort listet Kirsten Boie ihre Namen auf, damit sie nicht der Vergessenheit anheimfallen, denn die Erinnerung an sie und die Mordnacht wird nicht allzu hoch gehalten.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem eindrücklichen Plädoyer für den Frieden 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

War diese Rezension hilfreich?

"Dunkelnacht" von Kirsten Boie befasst sich mit einem Kriegsverbrechen, das gegen Ende des 2. Weltkrieges wenige Tage vor dem Einmarsch der Amerikaner im bayerischen Penzberg verübt wurde. Der Untergang Hitlerdeutschlands ist absehbar, die Kapitulation steht bevor, der Befehl der verbrannten Erde ist ausgegeben, die Amerikaner sind auf dem Vormarsch. In diesen entscheidenden und unsicheren Stunden treffen der Mut, die Hoffnung und die Entschlossenheit einiger weniger Bürger auf fanatische Nazis, Opportunisten und Menschen, die sich als "reine Befehlsempfänger" von jeder Verantwortung freisprechen. So kommt es, dass grausame Morde verübt werden, ohne dass jemals ein Mörder hierfür belangt wird.

Die Novelle richtet den Blick auf die sog. Endphasenverbrechen des zweiten Weltkrieges, ein Thema, das insbesondere in der Jugendliteratur kaum behandelt wird. Boie erzählt die Ereignisse in kurzen Kapiteln aus wechselnder Perspektive der fiktiven Teenager Gustl, Marie und Schorsch. Abgesehen von den drei Jugendlichen sind alle anderen Personen real, auch die Namen der Täter und Opfer, und die Geschehnisse sind historisch verbürgt und sorgfältig recherchiert.

In einem ausführlichen Nachwort geht Kirsten Boie auf ihre Recherchen und die Gerichtsprozesse gegen die Verantwortlichen ein, die allesamt freigesprochen wurden.

Der knappe, beobachtende, straffe Schreibstil der die relative kurzen Novelle ist zunächst ungewohnt, aber letzlich seine große Stärke: Er lässt viel Raum für eigene Fragen und Reflexionen - wie konnten die Bewohner danach je wieder zusammen leben? Wie geht man mit der Schuld um, wenn juristisch nie eine echte Aufarbeitung stattgefunden hat? Und wie würden wir selbst handeln in einer vergleichbaren Situation?

Die Autorin empfiehlt dieses Buch ab 15 Jahren, und ich empfinde dies aufgrund der grausamen Thematik und des Schreibstils, der eine gewisse Reife des Lesers erfordert, als sehr passend. Ich könnte mir die Novelle sehr gut in einer 9. oder 10. Klasse als Schullektüre vorstellen und möchte es jedem empfehlen - ein wichtiges, erschütterndes und hervorragend geschriebenes Buch gegen das Vergessen und ein Denkmal für die Opfer in Penzberg.

War diese Rezension hilfreich?

Dunkelnacht ist ein konzentriertes Stück zeitgeschichtlicher Literatur.
28/29.April 1945 in einer bayrischen Stadt.
In rasch wechselnden, kurzen Kapiteln schildert Kirsten Boie vom nahenden Kriegsende und von einer Mordnacht.
In entscheidenden Momenten spielt sich hier der Wechsel, aber auch der Widerstand dagegen ab.

Einige Menschen nehmen beherrscht Stellung, zum Beispiel der ehemalige Bürgermeister, der sich mit vermittelnden Worten an die Bevölkerung wendet sowie die Leute, die den Nerobefehl verhindert wollen und so die Infrastruktur der Stadt erhalten.
Es gibt aber auch welche, wie den Hauptmann, der sich nicht davon lösen kann, nur Befehle zu befolgen.

Auch drei Jugendliche der Stadt zeigt die Autorin: Schorsch, Marie und Gustl.
Gustl steht immer noch ganz und gar unter ideologischen Einfluß und schließt sich dem Werwolf Oberbayern an, die die Kapitulation nicht akzeptieren wollen und in Penzberg schließlich ein Massaker anrichten.
Auch die Beobachtungen von Schorsch und Marie tragen dazu bei, die Ereignisse zu dokumentieren.

Was für eine wirkungsvolle Novelle!

War diese Rezension hilfreich?

Kriegsende

Die Novelle Dunkelnacht von der Schriftstellerin Kirsten Boie hat mich total geschockt.
Es ist Ende April 1945 in Penzberg einem Ort in Bayern.
Das da noch zum Schluss ein furchtbares Massaker stattfindet hatte ich noch nicht gehört. Die Autorin hat das sehr intensiv und genau recherchiert. Die Opfer und die Täter werden von ihr mit ihren realen Namen genannt.

Die Autorin hat drei Jugendliche eingebunden, die sehr gut die Stimmung wiedergeben. Man erfährt von deren Ängsten und Nöten.

Das Buch ist beeindruckend, allerdings etwas hart.
Es ist ein wichtiges Stück Zeitgeschichtliche, die man nicht vergessen sollte.

War diese Rezension hilfreich?

Auch wenn das Thema in Dunkenacht wichtiger ist denn je, und ich persönlich die Geschichte ansich toll finde, muss ich leider sagen, dass dieses Buch so für Jungendlich nur als Plichtlektüre enden wird.

War diese Rezension hilfreich?

Ein erschütterndes, starkes und wichtiges Buch

„So stehen sie beide, erstarrt im Schrecken, sehen nicht hin, spüren in all der furchtbaren Unwirklichkeit nicht einmal mehr die Angst, dass man sie entdecken könnte.“

Penzberg, kurz vor Kriegsende im April 1945: Der ehemalige von den Nazis abgesetzte Bürgermeister Hans Rummer sieht seine Chance gekommen und übernimmt im Rathaus des Städtchens erneut sein früheres Amt. Doch er hat nicht mit der unbelehrbaren Wehrmacht gerechnet. Außerdem erreicht eine Gruppe der nationalsozialistischen Untergrundbewegung der Werwölfe den Ort. Die Ereignisse überschlagen sich und Penzberg erlebt seine dunkelste Stunde. Die Jugendlichen Marie, Schorsch und Gustl erleben das Geschehen hautnah mit.

Kirsten Boie erzählt im Präsens aus verschiedenen Perspektiven, so aus der der Metzgertochter Marie, deren Vater den früheren Bürgermeister unterstützt, der ihres Freundes Schorsch, Sohn des regimetreuen Polizeimeisters Lahner oder aus Gustls, der mit den Werwölfen immer noch an die Überlegenheit des Führers glaubt. Die 44 einzelnen kurzen Kapitel sind nach den Personen benannt, die darin vorkommen. Die Geschichte wird eindringlich erzählt, ist sehr klar, prägnant und direkt, aber dennoch in ihrer Knappheit auch ausdrucksstark und bildgewaltig formuliert. Das Buch richtet sich an Leserinnen und Leser ab 15 Jahren.

Das Ende des Kriegs steht kurz bevor. Das wird von den verschiedenen Personen allerdings ganz unterschiedlich erlebt und interpretiert: Marie bangt um ihren Vater, Schorsch möchte das Richtige tun und auch Gustl träumt davon, endlich ein wahrer Held zu sein. Für Gustl bedeutet Heldentum etwas anderes als für Schorsch: „Aber sie hier, sie sind der Werwolf, sie sind die Gruppe Hans, die auch dann noch kämpfen, wenn die anderen alles verloren glauben. Er gehört dazu. Sein Leben für den Führer. Sein Leben für den Sieg.“
Anhand der verschiedenen Charaktere wird deutlich gezeigt, dass es eben nicht „die Deutschen“ gab, die man alle in einen Topf werfen kann. Alle Personen haben ihre individuellen Gründe, warum sie handeln, wie sie handeln. Alle werden auf ihre Art erklärt und nachvollziehbar dargestellt, ohne dass das gewertet wird. Das ist die große Stärke der Geschichte. Sie schafft Verständnis.

Kirsten Boie erzählt in „Dunkelnacht“ von den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs. Es wird dabei beeindruckend klar, wie herausfordernd diese Zeit für die Menschen in Deutschland damals war. Das System der Schreckensherrschaft beginnt zu bröckeln. Über die Jahre des Kriegs unter Hitlers Regime hat die Bevölkerung komplett die Orientierung, ihre Werte, ihre Hoffnung verloren. Nun scheint endlich alles anders werden zu können. Doch die Menschen reagieren ganz unterschiedlich auf die Entwicklungen, es kommt zu schockierenden Ereignissen. Das schier Unbegreifliche macht Kirsten Boie mit ihrer Erzählung für die Leser ein wenig begreiflicher. So erschütternd, tragisch, grausam, unfassbar die Vorgänge auch sind, es ist immer noch Platz für ein bisschen Menschlichkeit. Einmal mehr zeigt die Autorin, dass Geschichte nicht schwarz oder weiß ist, dass es unmöglich ist, zu urteilen, wenn man nicht dabei gewesen ist, dass Geschichte ganz verschiedene Gesichter hat und man sie stets aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten muss. Für mich ein ganz starkes Buch, das unbedingt in den Geschichtsunterricht der höheren Klassen gehört, liefert es doch ein differenziertes Bild einer Zeit, die niemals vergessen werden sollte, damit sie sich nicht wiederholt.

War diese Rezension hilfreich?

Was für ein tolles Jugendbuch.
Das Thema ist schwierig. Umso mehr bewundere ich, wie Kirsten Boie sich da heranwagt. Warum immer irgendwelche Science fiction lesen. Irgendwelche Dystophien. Man sollte sich auch an die Zeit des Dritten Reiches wagen und unseren Kindern und jungen Leuten versuchen unsere Geschichte - und auch die garstige - näher zu bringen. Und das schafft die Autorin wahnsinnig einfühlsam und klug. Für die Zielgruppe wirklich ein Gewinn. Und ich habe es aufmerksam gelesen und kann es nur wämstens empfehlen. Gebt den Jugendlichen eine Chance, außerhalb des trockenen Schulunterichts an das Thema heranzugehen.

War diese Rezension hilfreich?

Ein kurzer Ausflug (128 Seiten lang) in ein dunkles Kapitel der deutschen Geschichte. Ich bin sehr froh, dass ich es gelesen habe, denn es erzählt von so genannten Endphasenverbrechen des 2. Weltkrieges, die im Geschichtsunterricht eher wenig bis keine Aufmerksamkeit bekommen haben. Ich musste mich etwas in den Schreibstil einfinden, da es viel wörtliche Rede ist - so wie eben damals in Oberbayern gesprochen wurde. Deswegen gibt's aufgrund des holperigen Einstiegs meinerseits einen halben Punkt Abzug. Der schnelle Perspektivenwechsel der verschiedenen Protagonisten gefällt mir sehr gut. Auch hier würde ich mir wünschen, dass es in jeder Schullaufbahn gelesen wird! Leider ist dies nur in kleinen Teilen eine erdachte Geschichte. Das meiste ist ziemlich genau so passiert.

War diese Rezension hilfreich?

Ich habe dieses Buch in einem Rutsch gelesen. Es war wirkluch harter Tobak, zumal es nach einer wahren Geschichte geschrieben wurde. Dafür, dass es ein Jugendbuch ist, würde ich es eher älteren Jugendlichen empfehlen, bzw, jüngeren evtl. ab 14 als begleitetes Lesen.

In der Nacht vom 27. auf den 28. April 1945 werden in einer bayerischen Kleinstadt mehrere Personen ermodet aus dubiosen Gründen. Und diese Haltung, dass die Täter handeln lässt, ohne dass es ein gerechtes Urteil (wobei, was wäre in der Nazizeit schon gerecht gewesen) gegeben hätte und niemand darüber nachdenkt, ob das Töten unabdingbar ist in den letzten Tagen vorm Ende des zweiten Weltkriegs, hat mich wirklich schlucken lassen.

Teilweise wird es fast schon kalt geschildert, ohne Gefühl, wenn wieder jemand aufgeknüpft wird. Doch das Nachwort, das vieles erläutert, hat es noch einmal abgerundet, Kirsten Boie hat der Mordnacht ein wirklich eindrucksvolles Denkmal gesetzt.

Ich fand berührend, schockierend, aber auf jeden Fall lesenswert. Meiner Meinung nach könnte das sogar Schullektüre sein.

War diese Rezension hilfreich?

Danke an Netgalley und Oetinger für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

In „Dunkelnacht“ wird eines der vielen sogenannten „Endzeitverbrechen“ kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges beschrieben.
In der oberbayerischen Kleinstadt Penzberg spielen sich in nur eineinhalb Tagen bevor die Amerikaner kommen grausame Taten ab.
Die Figuren um Gustl, ein Anhänger der sog. „Werwölfe“, Schorsch, der Sohn eines Polizisten sowie Marie, Tochter eines Demokraten, sind frei erfunden - die anderen - Täter sowie Opfer - waren jedoch echte Personen und werden bei ihrem echten Namen genannt.
Als die Bürger/-innen der Kleinstadt glaubten, in München seien bereits die Amerikaner angekommen, organisiert sich ein Teil von ihnen und wollen sich für eine friedliche Kapitulation vorbereiten. Kurze Zeit später erfahren sie aber, dass es eine voreilige Nachricht war und die Wehrmacht tritt auf den Plan, um die „Vaterlandsverräter“ zu Rechenschaft zu ziehen, was in der Mordnacht vom 28. April 1945 endet.

Die Vermischung von fiktiven Figuren zur Identifizierung, vor allem für junge Leser/-innen, mit historischer Tatsachenschilderung resultierte in einem gelungenen Jugendbuch, das erschüttert und einen nicht vergessen lässt.

Ich habe das Buch freiwillig rezensiert. Alle Gedanken und Meinungen sind meine eigenen.

War diese Rezension hilfreich?

Kirsten Boie beschreibt die realen Ereignisse in der bayerischen Kleinstadt Penzberg in der Nacht vom 28. auf den 19.4.1945. Obwohl die Amerikaner schon kurz vor der Stadt stehen und es ziemich klar ist, dass Deutschland den Krieg nicht mehr gewinnen kann, halten einige weitherin daran fest. Aus Angst vor der Rache einiger Einwohner und weil es klare Befehle gibt, die weiterhin verfolgt werden sollen, werden mehrere Menschen hingerichtet.

Die Autorin verknüpft die realen Ereignisse mit dem Erleben dreier Jugendlicher. Tagebuchartig und im Perspektivwechsel wird erzählt, was passiert. Dies ist sehr eindrücklich und man schüttelt als Leser immer wieder den Kopf darüber, dass es so weit kommen konnte. Leider ist dies kein Einzelfall. Es kommt immer wieder vor, dass Menschen sich gegenseitig hochschaukeln oder Befehle ausführen, ohne sie zu hinterfragen, weil sie daran so sehr gewöhnt sind. Es ist deshalb wichtig, dass solche Themen immer wieder von Autor*innen aufgegriffen werden. Man muss immer wieder dazu anregen, nachzudenken.

War diese Rezension hilfreich?

LeserInnen dieses Buches mochten auch: