Steinigung

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Erscheinungstermin 15.03.2023 | Archivierungsdatum 23.04.2023

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Zum Inhalt

Die örtliche Schullehrerin Molly Abbott wird in Cobb, einer kleinen Stadt im australischen Outback, zu Tode gesteinigt aufgefunden. Am nördlichen Stadtrand wird das große neue Einwanderungslager von den Einheimischen misstrauisch beäugt. Die Spannungen zwischen den Weißen und den Aborigines, zwischen Einwanderen im Flüchtlingslager und den Dorfbewohnern sind groß.

Detective Sergeant Giorgios "George" Manolis, der immer noch um den kürzlich verstorbenen Vater trauert, kehrt in das Heimatdorf seiner Kindheit zurück, um Nachforschungen über den Tod der Lehrerin anzustellen. Bald merkt er, dass sich das Dorf, in dem er aufgewachsen ist, verändert hat. Cobb gedieh einst, ist aber jetzt arm und heruntergekommen. Während Manolis mit der brodelnden Wut einer von Alkohol und Drogen zerstörtn Gemeinschaft versucht fertig zu werden, erwachen die Geister seiner Vergangenheit zum Leben.

Die örtliche Schullehrerin Molly Abbott wird in Cobb, einer kleinen Stadt im australischen Outback, zu Tode gesteinigt aufgefunden. Am nördlichen Stadtrand wird das große neue Einwanderungslager von...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Taschenbuch
ISBN 9783948392703
PREIS 17,00 € (EUR)
SEITEN 368

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Die Geschichte beginnt grausam. Der Leser erlebt die letzten Minuten von Molly, wie sie zu ihrem Hinrichtungsplatz geschleift und dort brutal gesteinigt wird.

Die örtliche Polizei handelt schnell, sammelt die Beweise ein, macht schnell Fotos und bringt die Leiche weg… bevor die ersten Schaulustigen aus dem Ort eintreffen und die Situation eskaliert. Denn seit ein Flüchtlingslager in dem kleinen Örtchen errichtet wurde, ist die Stimmung mehr als angespannt. Niemand will hier die Ausländer haben, denn sie sorgen ja eh nur für Ärger. Und so beginnt für die Ermittler ein schwieriger Akt zwischen Rassismus, Verleumdung, Aggression gegenüber der Polizei und der Suche nach dem wahren Schuldigen.

Eine Geschichte, die nicht mit brillanter Polizeiarbeit glänzt, in der nicht die neueste Technik der Beweisführung zum Einsatz kommt und in der die Ermittler auch nur Menschen mit Schwächen und Vorurteilen sind.

Der aus der Stadt hinzugezogene Detective Manolis kämpft sich durch den Sumpf aus rassistischen Anfeindungen von 3 Seiten. Da gibt es die Whitefellas, die Weißen, die alle Schuld auf die Ausländer im neuen Flüchtlingsheim schieben. Dann die Blackfellas, die Aborigines, die die Weißen beschimpfen und offenen Hass zur Schau stellen. Und dann die Flüchtlinge, die mit der Ermordeten zu tun hatten, aber durch den Schutz der Regierung kaum zu befragen sind und eher wie Gefangene behandelt werden.

Und zwischen allen Parteien scheint es ein ungeschriebenes Gesetz zu geben, sich nicht gegenseitig zu stören, sich aus dem Weg zu gehen und möglichst vor Allem die Augen zu verschließen. Hier wird auf Verdacht Selbstjustiz geübt und nicht nach Vorschrift ermittelt.

Keine leichte Aufgabe für einen „aus der Stadt“, der ganz andere Ermittlungsmethoden gewohnt ist. Doch Manolis ist gewillt, den Fall so abzuschließen, dass der oder die Täter rechtskräftig verurteilt werden könnte.

Sicher ist es eine eher deprimierende Geschichte, die von der Hitze des Outbacks, dem Dreck, dem Alkohol und geplatzten Erwartungen überquillt. Doch irgendwie macht genau das die Story so authentisch. Allerdings hätte ich nach Lesen der Geschichte jetzt sehr wenig Lust, diese Gegend zu bereisen. 😉 Die Bewohner des Ortes sind mürrisch, aggressiv, ständig betrunken und Fremden gegenüber eher misstrauisch.

Die Geschichte entwickelt sich langsam, stetig und überraschend. Die bedrückende Stimmung lastet bis zur letzten Seite auf dem Buch und auch die brutale Auflösung des Falles ist eher deprimierend als erlösend. Und doch hat dieser Krimi einen ganz eigenen, wenn auch schmutzigen, menschenverachtenden Charme.

Das Buch war anders, als erwartet, keine leichte Kost, weil politisch brisant, ohne politische Stellung zu beziehen. Der Autor bleibt erstaunlich neutral, sodass der Leser sich eine ganz eigene Meinung zu den Zuständen bilden kann. Und das ist ihm auch hervorragend gelungen!

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Cobb ist eine vergessene, heruntergekommene Kleinstadt im heißen Outback Australiens. Landflucht, Alkohol, Drogen, Armut nagen am Gemeinwohl, die Installierung eines Internierungslagers für Asylsuchende hat zudem auch nicht wirklich neue Jobs gebracht, stattdessen zusätzliche Probleme. Da wird Cobb von einer brutalen Gewalttat erschüttert. Molly Abbott, beliebte Grundschullehrerin, wird brutal gesteinigt aufgefunden. Aus der Großstadt kommt der Detective George Manolis, um die Dorfpolizisten zu unterstützen. Manolis ist selbst in Cobb aufgewachsen, ehe seine Familie überstürzt den Ort verlassen hat. Manolis sieht sich einer widerwilligen, feindseligen Atmosphäre ausgesetzt. Für viele Bewohner steht fest: Der Mörder kommt aus dem Internierungslager, dem „Braunenhaus“, in dem die Tote Englischunterricht gegeben hat – was vielen allerdings nicht gefallen hat.

Der Debütroman des australischen Autors Peter Papathanasiou führt den Leser tief in die gesellschaftlichen Probleme Australiens. Sehr spannend konstruiert er ein Setting, in dem Nachfolger der Ureinwohner (Constable Sparrow), der ersten Siedler (man erinnert sich: Das waren vor allem Strafgefangene), der Einwanderer im 20.Jahrhundert (Detective Manolis) und die Flüchtlinge von heute aufeinander treffen. Dabei kreiert der Autor eine Reihe interessanter Figuren.

Manolis muss gegen eine Reihe von Widerständen ankämpfen, ihm begegnet Hass, Aggression, verhüllter und offener Rassismus. Am Erschütterndsten erscheint aber der bürokratisch-unterdrückende Umgang des Staates mit den Asylsuchenden, denen keine echte Perspektive geboten wird und die im Lager von Wachpersonal umgeben sind, die allzu gerne ihre Macht missbrauchen. Insgesamt ein lohnendes Debüt mit stark gesellschaftskritischem Unterton aus Australien.

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Kriminalromane sind ja schon immer die spannenderen Reiseführer – da sind auch die im Stuttgarter Polar Verlag erscheinenden Bücher keine Ausnahme. In dessem überschaubaren, aber verlässlich anspruchsvollen Katalog findet sich mit Dark Places sogar eine eigene Reihe, die sich auf die Fahnen geschrieben hat, den Leser dorthin zu führen, wo er im Traume nicht freiwillig aufwachen möchte: an die dunkelsten Flecken weltweit, wobei die äußere Verlassenheit und Bedrohlichkeit naturgemäß mit der inneren, mentalen Verfasstheit der Menschen an diesen Orten korrespondiert.

So auch im ersten Kriminalroman des australischen Autors Peter Papathanasiou. In das kleine Kaff Cobb im australischen Outback verirrt sich wahrlich kein Tourist. Dafür aber erweist sich der an eine von den Zeiten geschliffene Western-Stadt erinnernde Ort zwischen leergefegten Straßen und zwei miefigen Pubs als Brennspiegel einer sozialen Spannung, die erschreckend vertraut vorkommt: Am Rand der Stadt befindet sich ein großes Internierungslager, das „Braunenhaus“, in dem die Einwanderer nicht nur verwahrt sondern im Zweifel auch gefoltert werden, bevor über ihr weiteres Schicksal entschieden wird.

“Multikulti ist krachend und vollständig gescheitert“,

so die vorherrschende Meinung im Ort. Dabei war das nicht immer so: Nach dem 2. Weltkrieg noch kamen aus der „alten“ Welt – auch aus Deutschland – Einwanderer nach Australien, um dort ein besseres, freieres Leben zu führen. So auch die Eltern des Ermittlers George Manolis, der in Cobb aufwuchs, bevor er in die Großstadt ging: als Sohn griechischer Einwanderer, die dort lange Zeit ein sehr beliebtes griechisches Café führten. Die Einwohner erinnern sich an diese goldene Zeit als ein harmonisches, besseres Zeitalter, in dem Gemeinschaft und Gastfreundschaft groß geschrieben wurden. Nun aber, ein halbes Jahrhundert später, ist davon nicht viel geblieben; und die Einwanderer, die nun in Booten nach Australien fliehen, auf der Flucht vor den Kriegen und Krisen in ihren Heimatländern, finden wenig Gastfreundschaft vor.

Als die Englisch-Lehrerin Molly ermordet wird, die ein großes Herz nicht nur für Kinder sondern auch für die benachteiligten Einwanderer im Lager hatte, brechen all die versteckten, totgeschwiegenen oder absichtlich ignorierten Konflikte in Cobb auf – und Manolis sieht sich vor der Aufgabe, allen Widerständen zum Trotz den Schuldigen zu finden. Armut, Alkoholismus, Drogenhandel sind nur ein Ausschnitt des Problems, und an die Seite der Ausländerfeindlichkeit gesellen sich Aggressionen gegen Homosexuelle ebenso wie die omnipräsente, wie selbstverständliche Gewalt gegen Frauen.

Keine Frage: die vermeintliche Steinigung von Molly Abbott ist nichts anderes als die Spitze des Eisberg – und Cobb ist das australische „Herz der Finsternis“, ein dark place, wie Sie ihn so schnell nicht noch einmal besuchen möchten. Der hier angesiedelte Kriminalroman allerdings ist nicht nur an Spannung kaum zu überbieten; über die Kriminalhandlung hinaus erweist sich Papathanasiou auch als meisterhafter Beobachter gesellschaftlicher Spannungen, die die Dark Places Australiens mit den hiesigen leider verbindet.

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Hard boiled crime trifft auf australian feeling. Ich finde es Klasse, dass der Polar-Verlag solche Autoren herausbringt. Außerhalb des Mainstreams und doch so wichtige und hochinteresannte Stimmen. Wie immer habe ich hier einen Roman gefunden, der viel mehr ist, als ein einfacher Who-dunit-Krimi. Vielmehr ist es ein Blick ins rabenschwarze Innere der australischen Gesellschaft. Man blickt auf Rassenhass, Fremdenfeindlichkeit, sterbende Kleinstädte, Alkoholismus, Vorurteil jeder Colleur. Es ist eine düstere, sehr destruktiv daherkommende Story. In lakonischen Ton wird von einer Steinigung erzählt. Der Ermittler, dessen Wurzeln in der Kleinstadt liegen, versucht mit desillusionierten Polizisten den Tätern auf die Spur zu kommen und muss ganz nebenbei eigene Vergangenheitsbewältigung betreiben.

Ein intensiver, wilder Ritt durch Australien. Ich mochte die Mischung und hatte das 'Gefühl, ein kleines Fitzelchen von Down Under zu erhaschen. Ein Autor, den ich mir merken werde.

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