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Das Schwarz an den Händen meines Vaters
Roman
von Lena Schätte
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Erscheinungstermin 12.03.2025 | Archivierungsdatum 11.05.2025
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Zum Inhalt
»Motte« wird die Ich-Erzählerin von ihrem Vater genannt. Der Vater ist Arbeiter, Spieler, Trinker. Eigentlich hat Motte sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann, beim Spielen alle Verstecke kennt und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen, der von der Werkshalle ins Büro versetzt wird, damit er sich nicht volltrunken die Hand absägt. Und das mit dem Alkohol, sagt die Mutter, war eigentlich bei allen Männern in der Familie so.
Auch Motte trinkt längst mehr, als ihr gut tut. Schon als Kind hat sie beim Schützenfest Kellnerin gespielt und die Reste getrunken, bis ihr warm wurde. Jetzt, als junge Frau, schläft sie manchmal im Hausflur, weil sie mit dem Schlüssel nicht mehr das Schloss trifft. Ihr Freund stützt sie, aber der kann meistens selbst nicht mehr richtig stehen. Nur ihr Bruder, der Erzieher geworden ist, schaut jeden Tag nach ihr. Als bei ihrem Vater Krebs im Endstadium diagnostiziert wird, sucht Motte nach einem Weg, sich zu verabschieden – vom Vater und vom Alkohol.
»Das Schwarz an den Händen meines Vaters« von Lena Schätte ist ein bewegender Roman über das Aufwachsen in einer Familie, die in den sogenannten einfachen Verhältnissen lebt und die zugleich, wenn es darauf ankommt, zusammenhält. Es ist ein harter, zarter Roman über die Liebe zu einem schwierigen Vater und den Weg ins Leben.
»Die Wucht des sich behutsam entfaltenden Textes trifft unmittelbar.« Aus der Begründung zur Verleihung des W.-G.-Sebald-Preises
»Motte« wird die Ich-Erzählerin von ihrem Vater genannt. Der Vater ist Arbeiter, Spieler, Trinker. Eigentlich hat Motte sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann, beim Spielen alle...
Verfügbare Ausgaben
AUSGABE | Hardcover |
ISBN | 9783103976571 |
PREIS | 24,00 € (EUR) |
SEITEN | 192 |
Auf NetGalley verfügbar
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Die Frauen in „Mottes“ Familie lernten von klein auf, dass Männer trinken und prügeln. Aufgabe der Ehefrauen ist es, die Kinder ruhig zu halten und als Co-Abhängige nach außen ein Lügengebäude aufrechtzuerhalten, von dem alle wussten, dass es eine Maske ist. Schon der Großvater der Erzählerin war alkoholabhängig. Über drei Generationen kannten die Familien kein anderes Leben als das der Ausgrenzung im Dorf. Als Papakind fühlt Motte sich dem Vater eng verbunden, dessen Arbeiterhände nie ganz sauber zu schrubben waren. Als ihm aufgrund seiner Sucht gekündigt wird, beginnt der endgültige Abstieg der Familie, der mit dem frühen Tod des Vaters endet. Mottes Mutter konnte auch mit zwei Arbeitsstellen kaum gegen die Kosten seiner Sucht an verdienen. Heute hat „Motte“ nur noch zu ihrem Bruder Kontakt - und auch sie ist alkoholsüchtig.
Lena Schättes Debütroman erzählt auf wechselnden Zeitebenen über drei Generationen Alkoholkranker. Dabei scheinen Gegenwart und Vergangenheit miteinander zu verschwimmen, als würden wir als Leser:innen Mottes Gedankensprüngen folgen – oder als wäre die Unterscheidung in Gegenwart und Vergangenheit unwichtig. Beeindruckt hat mich die Autorin mit den Momenten, in denen Lenas Gefährdung als Kind und ihre Sucht als Erwachsene für Außenstehende nicht mehr zu übersehen war, die Tür zu Hilfe jedoch nicht weit genug geöffnet wurde.

Lena Schätte
Das Schwarz an den Händen meines Vaters
Ein Buch über das Aufwachsen in einer Familie, in der schon seit Generationen getrunken wurde.
Mottes Vater trinkt, und wenn er das tut, ist er ein anderer Mensch, nicht der liebevolle, lustige und aufmerksame Vater, den sie so gern hat, sondern jemand, der nachts besoffen nach Hause kommt, jemand der sich bis zur Besinnungslosigkeit die Kante gibt. Ihre Mutter sorgt dafür, dass so weit wie möglich, alles normal weiter geht, bis auch sie nicht mehr kann. Auch ihr Opa hat getrunken so trinkt sie auch, aber nicht nur ein bisschen, nein, wenn sie trinkt, dann bis nichts mehr geht. Zum Glück hat sie einen älteren Bruder, der sich um sie kümmert.
Lena Schätte hat ein bemerkenswertes Debüt geschrieben. Ab den ersten Sätzen ist man in diese kaputte Familie hineinkatapultiert, lebt und leidet mit ihr. Die einzelnen Kapitel finden in unterschiedlichen Zeitebenen statt, die am Ende die Geschichte dieser Familie wiedergeben. Nie wird das Buch pathetisch, obwohl es der Inhalt hergeben würde. Die Protagonisten sind fein gezeichnet und jederzeit authentisch.
Ein tolles Buch, für das ich gerne eine Leseempfehlung ausspreche

📚 Rezension 📚
"Das Schwarz an den Händen meines Vaters" von Lena Schätte, erschienen bei @sfischerverlage.
📚Die Ich-Erzählerin, die von ihrem Vater stets "Motte" genannt wird, wächst in einfachen Verhältnissen auf. Der Vater ist ihr auf der einen Seite ein Spielkamerad, jemand der ihr nahe steht, und auf der anderen Seite dem Alkohol und der Spielsucht verfallen, bis er schließlich an Krebs erkrankt.
Motte selbst trinkt ebenfalls, sie kennt es ja nicht anders. Und auch sie hat längst sämtliches Maß verloren.
📚 Es ist ein roher, harter Roman, der uns das Leben mit dem Alkohol gnadenlos schildert. Es geschehen Unfälle und Verletzungen unter Alkoholeinfluss, und Mottes Mutter tut es ab mit der Floskel, dass sei eben schon immer so gewesen. Trotzdem hat sie Fluchtgeld beiseite gelegt, und setzt den Ehemann auch mal vor die Tür. Vor den Nachbarn wahren sie den Schein: alles ist in Ordnung.
Welche Kraft muss das gekostet haben. Es ist für mich nur sehr schwer nachzuvollziehen, wie sich die Erzählerin gefühlt haben muss, wenn sie gezwungen war den Vater aus der Kneipe von den Spielautomaten wegzuholen. Welche Ängste sie ausstehen musste, wenn sie dachte die Mutter würde den Vater verlassen und sie vergessen, sodass sie oft angezogen schlafen ging. Solche Umstände habe ich nie kennen gelernt, und bin sehr dankbar für die Kindheit und Jugend, die erleben durfte.
Trotz allem hält die Familie zusammen, als die Diagnose Krebs die Welt kurz zum Stillstand bringt. Hier finden sich weichere Töne, als Motte versucht sich mit dem Vater zu versöhnen und selbst dem Alkohol zu entsagen.
Eine absolute Leseempfehlung, jedoch mit Vorsicht anzugehen, solltet Ihr mit dem Thema Schwierigkeiten haben.
🥝🥝🥝🥝🥝/5
Danke an @netgalley und @sfischerverlage für die Bereitstellung des digitalen Leseexemplars.
Bildquelle:
https://www.book2look.com/book/9783103976571
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Intensive und bewegende Auseinandersetzung mit Trauma und Familiengeschichte
Das Schwarz an den Händen meines Vaters von Lena Schätte ist ein außergewöhnlich intensiver Roman, der tief in die psychologische Dynamik einer Familie eintaucht. Die Geschichte von Elli, die nach dem Tod ihres Vaters dessen bedrückende Vergangenheit und ihre eigene familiäre Prägung zu entwirren versucht, wird mit beeindruckender Tiefe erzählt.
Die authentische Darstellung der Hauptfigur, ihre Mischung aus Schmerz, Wut und Verzweiflung, aber auch ihr unermüdlicher Wille, Licht in die Schatten der Vergangenheit zu bringen, wirken äußerst glaubwürdig. Die Autorin beschreibt die Auswirkungen generationsübergreifender Traumata mit einer Klarheit, die berührt und nachdenklich macht. Das Setting, geprägt von der dunklen Atmosphäre der Kleinstadt und den bedrückenden Erinnerungen, unterstreicht die emotionale Intensität der Handlung. Gleichzeitig bieten die sensibel eingebauten Momente der Hoffnung und Selbstfindung einen gelungenen Ausgleich. Die Sprache des Romans ist präzise und kraftvoll. Lena Schätte schafft es, mit wenigen Worten komplexe Emotionen und Bilder hervorzurufen. Man fühlt sich in den Bann der Geschichte gezogen, während sich Stück für Stück die Verstrickungen der Vergangenheit entwirren.
Das Buch beeindruckt durch seine Vielschichtigkeit und seinen Mut, schwierige Themen wie familiäre Gewalt, Schuld und Verdrängung anzugehen. Es fordert heraus, berührt und überzeugt durch seine emotionale Wucht.

Hab ein paar Seiten gebraucht um rein zukommen, weil es in der Zeit hin und her wechselt. Aber mega gut geschrieben. Wichtiges Thema. Man vergisst sicher immer wieder das es die Kinder im Erwachsenen Alter auch betreffen kann. Und doch hat es viele Tabus, wo man nicht darüber spricht.

Hart und zart zugleich. Ein sehr beeindrucken Roman, den ich in einem Rutsch durchgelesen habe. Die Zeitsprünge sind leider nicht so mein Geschmack, daher einen Stern Abzug dafür. Trotzdem ein wunderbares Buch, welches ich gerne weiterempfehlen werde.

ein wunderbares, trauriges und ehrliches Buch über eine Tochter-Vater-Beziehung.
Die Autorin schreibt trocken, schnell und voller Gefühle.

Das Schreiben ist eine Art das Leben auszuhalten sagt die Autorin Lena Schätte. Motte die Protagonistin muss auch einiges aushalten, mit ihrem alkoholkranken Vater und mit der Tatsache , dass dieses Problem von der restlichen Familie verdrängt wird. Co - Abhängigkeit nennt man das wohl. Auch Mottes eigenes Verhalten zum Alkohol ist schwierig, ist das ein Wunder ? Zitat: „Ich verliebe mich in einen trinkenden Mann, weil es wie zu Hause ist. Ich kenne das. Sie haben mir das Laufen und das Sprechen beigebracht und dass man bei Grün geht und bei Rot steht. Sie haben mir beigebracht, dass das, was zu Hause passiert, zu Hause bleibt. Wie man Erbrochenes schnell aus den Fugen und von den Autositzen bekommt, wie man lügt, so dass es alle glauben. Ich weiß, wie man einen Mann zurechtrückt. So, dass er am nächsten Morgen frisch geduscht und kerzengerade am Frühstückstisch sitzt und alles ein paar Tage gut ist.“ Mottes Verhältnis zum Vater ist ambivalent, denn er hat zwei Gesichter. Das ist der Zauber an dieser Geschichte, die kurzen Kapitel, die nüchterne, einfache Sprache, und die Liebe zu ihm, die immer wieder durchscheint, trotz allem. Er ist Papa, er ist der Angelpunkt der Familie im Guten wie im Schlechten. Das hat die Autorin sehr klar formuliert und das ist die Stärke dieses Romans. Wer wie ich diese Problematik kennt fühlt sich verstanden und merkwürdig „heimisch“. Ich empfehle diesen Roman aufrichtig und wünsche ihm die entsprechende Aufmerksamkeit.

In kurzen Kapiteln bzw. Gedankenabschnitten wird generationenübergreifender Alkoholismus und dessen Auswirkung auf die Familie beschrieben. Dabei wird die Geschichte der Hauptfigur nicht synchron erzählt, sondern kommt wie Erinnerungen an unterschiedliche Zeiten zu Tage. Während die Erzählart beschreibend und neutral bleibt, ist der Text und das Gesagte (und Ungesagte) hochemotional. Wunderbar geschrieben und trotzdem schrecklich zu lesen.

Toller Stil. Das Skizzenhafte brachte die Thematik umso eindringlicher auf den Punkt. Klare Empfehlung für alle, die sich mit dem Thema generationsübergreifender Alkoholismus auseinandersetzen wollen, ohne plakativ die Tränendrüsen zu beanspruchen.
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